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Wie recherchiert man datenbasiert Themen für Content-Marketing?

30.Mai 2016 - Inbound Marketing / Content Marketing - Olaf Kopp

Beim Thema Content-Marketing beginnt alles mit der Zieldefinition und Zielgruppenanalyse bzw. -identifikation. Um dann für die entsprechende Ziele und Zielgruppen Themen für Content zu finden gibt es diverse Vorgehensweisen. In diesem Beitrag gebe ich einen ausführlichen Überblick darüber wie man Themen für Content-Marketing identifizieren kann. Hier soll es nicht um Kreativitätstechniken gehen, sondern in erster Linie um datenbasierte Themenfindung.

 

Themenfindung

Um Themen zu recherchieren gibt es eine Vielzahl an Methoden:

  • Tool- und datenbasierte Themenfindung
  • Brainstorming
  • Analyse der vorhandenen Content-Assets
  • Kundenbefragungen, Informationen aus dem Vertrieb, Service etc.

Brainstorming findet i. d. R. in einer Gruppe statt und kann moderiert oder unmoderiert erfolgen. Bei der Asset-Analyse geht es darum, bereits in der Vergangenheit erstellten On- und Offline-Content zu sichten und auf Wiederauffrischung bzw. Re-Release zu prüfen. Das Auffinden von Themen, die die Zielgruppe interessieren, kann sehr gut im Rahmen von Kundenbefragungen bzw. über aufmerksame Vertriebs- oder Service- Mitarbeiter geschehen, die sich immer wiederkehrende Fragestellungen/Probleme der Kunden notieren können.

Nachfolgende konzentriert sich dieser Artikel allerdings auf die Tool- und datenbasierte Recherche.

 

Themen & Fragestellungen recherchieren in Netz

Zu allererst bieten sich diverse Portale und Websites an um in ihnen nach Fragestellungen und Problemen der Zielgruppe zu recherchieren. Je fachspezifischer hier die Website ist, desto besser. Allgemeine Portale, bei denen sich immer eine Suche lohnt sind z.B.

  • Frage Antwort Portale (GuteFrage.net, Quora …)
  • XING-Gruppen (speziell für B2B-Themen)
  • Foren

Zur Recherche weiterer Portale eignen sich z.B. die Google Suchoperatoren. Aber auch einfache Suchabfragen bei Google wie z.B. „Thema + Forum“ können interessante Fachportale zum Vorschein bringen.

Nutzung von Suchoperatoren

Die Nutzung von Suchoperatoren hilft, von Suchmaschinen indexierte Dokumente zu entdecken, die sich z. B. mit typischen Fragestellungen beschäftigen. Mögliche Suchoperatoren zum Aufspüren dieser Inhalte lassen sich kombinieren mit site-Abfragen zum Durchforsten bestimmter Portale (wie gutefrage.net).
Hier einige Beispiele:

  • intitle:wo urlaub
  • site:gutefrage.net „wo urlaub“
  • intitle:was cloud computing

Zur grundsätzlichen Recherche nach Definitionen und Erklärungen einer Begrifflichkeit lohnt es sich, den Suchoperator „define“ zu nutzen (z. B. „define:suchmaschinenmarketing“). Die Nutzung von Suchoperatoren kann übrigens in Kombination mit Google Alerts genutzt werden, um neue, bei Google indexierte Inhalte zu entdecken. (Mehr dazu im Beitrag   Übersicht: Die Google Suchoperatoren auf einen Blick ).

 

Um tiefer in die Portale einzutauchen und nach passenden Threads zu suchen kann man sonst auch die internen Portal-Suchen nutzen.

Eine besondere Inspirationsquelle für produktspezifische Themen und Fragestellungen sind Amazon Produktbewertungen. Am besten man sucht bei Amazon nach einer generischen Produktbezeichnung und sortiert die Ergebnisse nach Kundenbewertungen.  Zum einen kann man sich nun die Kundenfragen und -antworten ansehen. Dort sieht man was den Kunden wichtig ist bzw. zu was sie mehr Informationen benötigen: Hier ein Beispiel anhand der Kundenkommentare einer Waschmaschine bei Amazon:

amazon_Kundefragen

Hier kann feststellen, dass den Kunden verschiedene Eigenschaften wichtig sind, die man in Produktbeschreibungen besser hervorheben kann. Auch bestimmte Funktionsweisen und How-Tos kann man z.B. für FAQs ableiten.

Ein Blick in die Kundenbewertungen lässt einige Ideen für Themen ableiten. Insbesondere der Blick in die Negativ-Bewertung lässt erkennen was Kunden vor dem Kauf wissen wollen. Hier am Beispiel Kopfhörer für Läufer:

Amazon_Kundenbewertungen

Hierraus geht hervor, dass den Kunden Farbe, Design, Tonqualität, Material etc. wichtig sind. Dies sind wertvolle Informationen zum Einem für die Produktdesigner zum anderen für die Texter.

 

Themenfindung durch Backlink- und Wettbewerbsanalyse

Wer sich in einem Wettbewerbsumfeld befindet, in dem „Content-Marketing“ kein Fremdwort mehr ist, sollte in jedem Fall eine Analyse des Wettbewerbs durchführen. Auch wenn Aktivitäten der Wettbewerber in diese Richtung nicht bekannt sind, lohnt es sich etwas genauer hinzusehen. Zudem kann es sich ebenfalls lohnen, einen Blick auf die Resonanz von Inhalten in relevanten Online-Fachmedien zu werfen.

Zur Bewertung, welche Inhalte zu einer Resonanz geführt haben, sollten Signale wie Backlinks, soziale Signale von Facebook, Google+, Twitter etc. sowie ggf. weitere Interaktionen angesehen werden, etwa die Anzahl der Kommentare beim Wettbewerb oder in den Fachmedien.

Zur Analyse der genannten Signale gibt es diverse Tools am Markt. Die geeigneten Tools zu identifizieren, hängt von den zugrunde liegenden Daten ab. Jedes Tool hat seine Stärken und Schwächen. .Hierbei ist darauf zu achten, dass die Backlinkdatenbanken hinter den jeweiligen Tools qualitativ und quantitativ gute Ergebnisse ausliefern (hier eine einige Jahre alte Untersuchung zum Thema: Datenqualität und Nutzen von Backlink Tools ). Für die Analyse von Backlinks bei Wettbewerbern und Fachmedien sind Tools wie „ahref“ oder „Majestic SEO“ zu empfehlen, die über eine ausführliche Backlink-Datenbank verfügen.

Im Vorfeld ist es wichtig, sich darüber zu informieren, ob die Wettbewerber weitere Domains bzw. Subdomains nur für die Publikation redaktioneller Inhalte betreiben. Hierauf sollte das Hauptaugenmerk liegen.

Wurde eine Domain mit dem Tool der Wahl untersucht, sollte diese Liste nach der Anzahl der verweisenden Backlinks oder besser Domains sortiert werden, sodass die URLs mit den meisten Backlinks oben stehen. Da Linkmagneten i. d. R. nicht auf der Startseite publiziert werden, kann die Startseite meistens aus der Betrachtung ausgeklammert werden. Nun sollten die Inhalte mit den meisten Backlinks genauer betrachtet werden. Dabei gilt es zu beachten, dass man sich mehr oder weniger stichprobenartig die verlinkenden Seiten ansieht. Offensichtlich gekaufte Links mit z. B. unnatürlich „harten Linktexten“ sollten in die Bewertung des Inhalts nicht einfließen.

Oft stecken hinter den Backlinks erfolgreiche Content-Marketing-Aktionen. dabei gilt es folgendes zu beachten: Ein in der Praxis gerne genutzte SEO-Methode ist die nachträgliche Veränderung des Contents oder eine 301 Weiterleitung der alten URL auf ein kommerzielles Angebot. Deswegen sollte man die die ursprüngliche Ziel-URL mit der Wayback Machine auf ältere Inhaltsversionen überprüfen, sobald man auf der aktuellen Seite keine verlinkungswürdigen Inhalte findet. Weiterleitungen kann man über diverse Browser Plugins wie z.B. Redirect Path Plugin für Chrome aufdecken. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser Methoden lasse ich an dieser Stelle aus.

Soll eine Content-Marketing-Aktion auf SEO-Ziele (also Backlinks) ausgreichtet werden, lohnt sich in diesem Schritt noch ein genauerer Blick auf die verlinkenden Domains. Daraus kann im besten Fall eine anzusprechende Zielgruppe abgeleitet werden. Bei großen Seiten lohnt es sich, mit Filtern zu arbeiten, um zum Beispiel nur Inhalte im redaktionellen Bereich (z. B. Blog) auszugeben.

content-themen-5

Zum Vergrößern auf das Bild klicken

In Abbildung 5 aus dem Tool ahrefs (https://ahrefs.com/) ist eine Untersuchung der verweisenden Domains auf t3n.de zu finden. Der redaktionelle Inhalt mit den meisten Backlinks ist der Beitrag mit dem Thema „Lesepflicht für alle: 17 Fragen zum neuen JMStV“.

Liegt der Hauptfokus der Content-Marketing-Aktion auf der Erzeugung von sozialen Signalen, sollte nach der oben beschriebenen Vorgehensweise die Inhalte mit den meisten sozialen Signalen identifiziert werden. Hier eignen sich SEO-Tools wie Searchmetrics, bei denen URLs einer Domain nach der „Social Visibility“ zu ordnen sind. Wer das z. B. für t3n macht, sieht, dass der Beitrag mit dem größten Social Buzz („Jawbone UP: Buntes Fitness Armband im Test“ ) ein ganz anderer ist als der mit den meisten Backlinks.

Die Analyse von Wettbewerbern und Branchenportalen hinsichtlich häufig verlinkter und in sozialen Netzwerken geteilter Inhalte eignet sich sehr gut, um herauszufinden, welche Inhalte in der Vergangenheit funktioniert haben. Was bei dieser Betrachtung allerdings komplett außen vor gelassen wird, ist der zeitliche Aspekt. Diese Vorgehensweise eignet sich deshalb in erster Linie dafür, zeitlose Themen zu identifizieren. Ein Aufgreifen des Themas aus dem obigen Beispiel von t3n zum Themenbereich Recht aus dem Jahr 2010 würde heute nicht mehr funktionieren, da der Erfolg basierend auf einem aktuellen Ereignis Interesse und Backlinks erzeugt hat. Um auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können und um das Interesse an einem Thema selber zu beeinflussen, eignet sich die Medienbeobachtung besser.

 

Keyword-Recherche zur Themenfindung

Wie findet man nun die richtigen Suchbegriffe, die die Zielgruppe verwendet?

Für die Erstellung der Grunddatenmenge ist es zu Beginn hilfreich, ein freies Brainstorming rund um die definierten Themenbereiche zu machen und alles festzuhalten, was einem in dem Sinn kommt. Zur Orientierung dienen dabei vor allem die angebotenen Dienstleistungen und Produkte der Webseite, für die die Recherche durchgeführt wird. Jenseits des eigenen Brainstormings kann man auch Freunde oder Kollegen fragen, was ihnen zu einem bestimmten Thema einfällt.

Zusätzlich wird die aus dem ersten Brainstorming entstandene Keywordliste durch diejenigen Begriffe ergänzt, die die auf den oberen Positionen rankenden Mitbewerber verwenden. Dadurch findet man vielleicht noch den einen oder anderen Begriff, auf den man selber nicht gekommen wäre. Manchmal ist es sehr interessant, wie sich die Verwendung von Begriffen je nach Region unterscheidet. Für diese Analyse eignet sich u. a. Google Trends.

Zu den bisher gesammelten Begriffen werden nun Synonyme gesucht, weil das Ziel der Recherche darin besteht, möglichst alle thematisch relevanten Begriffe zu finden. Der Keyword-Planer von Google hilft außerdem beim Recherchieren von weiteren Keywordideen und semantisch verwandten Begriffen. Wenn nun eine solide Menge an Begriffen zusammengetragen wurde, besteht der nächste Schritt darin, Keywords aus dem Long-Tail-Bereich zu finden. Bei der Themenrecherche über Keywords bzw. Suchanfragen eignet sich neben diverser kostenpflichtiger Tools insbesondere der kostenlose Google AdWords Keyword Planner (https://adwords.google.com/KeywordPlanner), den ohnehin viele SEOs für die tägliche Arbeit nutzen. Um hier gute Suchbegriffe zu finden, gibt es einen Tipp: Man kann die Recherche mit Hilfe der Keyword-Filter verbessern. Dazu können die ausgegebenen Keywords über den Filter auf ein Suchvolumen unter 500 beschränkt werden und schon werden deutlich mehr Longtail-Keywords ausgegeben. So lassen sich teilweise sogar konkrete Fragestellungen bezüglich eines Themas identifizieren.

Zudem sind vor allem Google Suggest sowie Googles verwandte Suchanfragen nützlich. Hier erleichtern einem sogenannte Suggest- oder W-Fragen-Tools die Arbeit. (Dazu mehr im Beitrag Die große Test-Reihe: Keyword Recherche Tools & Suggest Software ).

Die Daten der gesammelten Begriffe, die für die Analyse des Keyword-Potenzials notwendig sind, u. a. das Suchvolumen, erhält man aus Keywordrecherche-Tools, wie bspw. dem Keyword-Planer von Google. Zum Schluss werden die recherchierten Begriffe in Themencluster gegliedert.

 

Keyword-Analyse

Nach der Erstellung der Grunddatenmenge, die durchaus bis zu 100 Begriffe oder mehr pro Themencluster enthalten kann, ergibt sich die Frage: Welche Suchbegriffe sind die richtigen, und wie bedient man diese aktiv?

Grundsätzlich sind die richtigen Keywords jene, die die gewünschte Suchintention der Zielgruppe mit dem passenden Inhalt erfüllen.

Für die Auswahl der optimalen Suchbegriffe kann man sich an folgenden Kriterien orientieren:

  •        Themen-Relevanz
  •        Nutzungspotenzial
  •        Mitbewerberstärke

Die Themen-Relevanz eines Keywords ist sehr wichtig, weil der Besucher einen gewissen Inhalt auf der Seite erwartet, und wenn er diesen nicht vorfindet, wird er schnell wieder verschwinden. Die optimalen Keywords beschreiben das Themenfeld einer Seite möglichst genau. Als zweites Kriterium spielt das Suchvolumen eine Rolle, d. h. wenn ein Keyword häufig von der Zielgruppe genutzt wird, ist die Chance, dass mehr potenzielle Besucher auf die Webseite kommen, größer.

In Bezug auf die quantitative Mitbewerberstärke ist die Optimierung auf ein weniger umkämpftes Keyword vergleichsweise leichter als auf ein Keyword mit hohem Wettbewerb. Bei einer hohen Optimierungsqualität der Mitbewerber ist der Optimierungsaufwand deutlich höher als bei weniger qualitativen Angeboten. Die Keyword-Empfehlungen werden anhand der drei Kriterien ausgewählt, und ein gutes Keyword erfüllt möglichst alle drei der genannten Kriterien.

Nach der Auswahl geeigneter Keywords wird die Suchintention pro Keyword bestimmt. Es gibt drei Arten der Suchintention: navigationsorientiert, informationsorientiert, transaktionsorientiert. Für unseren Anwendungsfall, die Keywordrecherche zur Ideenfindung zu nutzen, ist vor allem die informationsorientierte Suchintention interessant. Das bedeutet, dass der Suchende sich über ein Thema informieren möchte oder ein bestimmtes Problem hat und nach einer Lösung sucht. Die Unterscheidung der Keywords nach der Suchintention ist wichtig, um den Besuchern den gewünschten Content auf einer optimalen Landingpage zu präsentieren.

Für die Bestimmung der Suchintention werden die gelisteten Websites auf der ersten Suchergebnisseite analysiert und eine Tendenz ermittelt. Ein Beispiel für eine typische informationsorientierte Suchanfrage ist „haarpflege winter“ (siehe Abbildung). Auf den ersten fünf Positionen werden Informationsportale und Online-Magazine gelistet, in denen Tipps zur richtigen Haarpflege im Winter gegeben werden. Zusätzlich werden auf der ersten Seite Bilder angezeigt. Das ist ein weiteres Indiz für eine Suchanfrage mit informellem Charakter. Diese Tendenz bestätigt sich auf der gesamten ersten Suchergebnisseite.

haarpflege-im-winter-search

Eine typische transaktionsorientierte Suchanfrage ist „shampoo kaufen“. Auf den ersten fünf Positionen werden Online-Shops und Amazon als Online-Versandhändler gelistet. Diese Tendenz ist auf der gesamten ersten Suchergebnisseite bei Google zu erkennen (siehe Abbildung).

haarpflege-im-winter-transaktions-suche

Zusätzlich werden bei der Keywordanalyse die Universal-Search-Einblendungen erfasst. Dazu gehören bspw. Bilder, Videos, News oder Places-Einträge. Damit lassen sich zusätzliche Listings auf der ersten Suchergebnisseite bei Google erzielen. Außerdem gewinnt man daraus zusätzliche Ideen für weitere Content-Arten. Hat man z. B. einen Text mit Tipps zur richtigen Haarpflege im Winter erstellt, kann er, wenn, wie in diesem Beispiel, aus Google-Sicht Bilder eine Rolle spielen, zusätzlich mit optimierten Bildern aufgewertet werden. Durch die gezielte Optimierung der Inhalte besteht die Chance auf zusätzliche Besucher, z. B. durch das Listing des Bildes in den Universal-Search-Ergebnissen bei Google.

Zusammengefasst: Bei der Analyse einzelner Suchbegriffe ist zu empfehlen, die Ergebnisse auf der ersten Seite genauer zu betrachten. Folgende Fragen gilt es hier zu beantworten:

  • Welche Art von Content ist in den Suchergebnissen zu finden?
  • Wie aufwendig wird es, bessere Inhalte als die bereits existierenden zu produzieren?
  • Gibt es Universal-Search-Einblendungen (z. B. aus der Bildersuche, Youtube, News, …)?

Die Frage nach der Art des Contents ist essenziell, da Google hiermit Auskunft darüber gibt, was der Suchende finden möchte (Suchintention): Ist es informationsorientierter oder kommerziell orientierter Inhalt? Es sollte dementsprechend u. a. ein Blick auf die Google-Shopping-Einblendungen geworfen werden, die ein erstes Indiz für eine kommerzielle Suchanfrage sind. Bei Suchanfragen, die als Frage formuliert sind, kann man zu 99 % sicher sein, dass nahezu ausschließlich informationsorientierter Inhalt auf der ersten Seite zu finden sein wird.

Mehr zur Idnetifikation der Suchinention der Nutzerintention bzw. Suchintention im Beitrag Was ist die Suchintention & wie identifiziert man Nutzerintention für Keywords?

 

Medienbeobachtung als Grundlage für Agenda-Surfing und Agenda-Setting

Die Beobachtung von relevanten Medien auch im zeitlichen Verlauf ist eine wichtige Grundlage für das sogenannte Agenda-Surfing und Agenda-Setting. Beides sind etablierte Methoden in der PR. Im Agenda-Surfing greift man Themen mit großer medialer Präsenz auf, um am aktuellen Interesse mit eigenen Inhalten zu partizipieren. Beim Agenda-Setting hingegen erahnt man ein aufkommendes Interesse an bestimmten Themen und greift diese frühzeitig mit eigenen Inhalten auf. Besonders für die Positionierung als Experte bzw. Spezialist ist das Agenda-Setting sinnvoll. Hierfür spielt die Medienbeobachtung eine entscheidende Rolle.

 

Medien für das Content-Seeding identifizieren

Um relevante Medien für Content-Seeding und Content-Promotion zu identifizieren, eignen sich sowohl Medienbeobachtung als auch Wettbewerbsanalysen. Bei Wettbewerbsanalysen analysiert man aufgrund der eingehenden Backlinks und sozialen Signale wie Tweets, Shares, Likes … Link- und Buzz-Hubs beim Wettbewerb. Damit soll die Frage beantwortet werden, welche Inhalte von welchen Medien und Menschen aufgenommen und verbreitet werden.

 

Tools zur Medienbeobachtung

Am Markt gibt es diverse kostenlose und kostenpflichtige Tools, die man zur Medienbeobachtung einsetzen kann. Im Folgenden will ich mit Google Alerts und Netvibes  zwei kostenlose Tools kurz vorstellen.

 

Marken- und Themen-Monitoring über Google Alerts

Google Alerts eignen sich, um die Marke und bestimmte Keywords im Netz zu beobachten. Nachteil ist, dass man so nicht komplette Themenbereiche, sondern nur einzelne Keywords überwachen kann. Vorteil: Google Alerts sind kostenlos. In Kombination mit einem Feedreader wie z. B. Netvibes lassen sich einfach und schnell Monitoring Dashboards erstellen.

 

google-alerts-1

Medienbeobachtung über Netvibes …

Netvibes ist traditionell ein Feedreader, mit dem man sich schöne Dashboards zur Überwachung bestimmter Medien und Medienformate erstellen kann. Die meisten Funktionen sind in der kostenlosen Basisvariante nutzbar.

Neben der Aggregation verschiedener News-Feeds, Google-Alert-Feeds etc. in einem Dashboard lassen sich mit Netvibes bestimmte Medien-Arten wie Facebook, Twitter, Google+, Blogs, Foren, Instagramm, Flickr bzw. Medienformate wie Videos, Bilder … basierend auf bestimmten Keywords überwachen. Somit hat man einen guten Überblick darüber, was zu einem bestimmten Keyword gerade im Netz kommuniziert wird.

 

netvibes-medienüberwachung

 

Inspirieren lassen, aber nicht kopieren!

Die Analyse des Wettbewerbs und von Content-Portalen kann wertvolle Infos über die Erfolgswahrscheinlichkeit von Inhalten bezogen auf die jeweiligen Ziele geben. Die Kreativität für eigene Ideen ersetzt sie aber in der Regel nicht. Eine umgeschriebene eins zu eins Kopie des Inhalts zu erzeugen, kann in manchen Fällen mehrfach funktionieren. Die wirklich wichtigen Influencer und Medien wird man aber mit einer aufgewärmten Version eines bereits veröffentlichten Beitrags nicht reaktivieren können. Sie verfügen oft über den Überblick Kopien zu erkennen. Eine Ausnahme ist ein zeitversetze aktualisierte Wiederaufnahme eines Themas oder verbesserte Aufarbeitung oder Intensivierung z.B. eines Textes durch eine Infografik.

Zur Erstellung wirklich guter herausstechender Inhalte eignet sich die Beleuchtung aus unterschiedlichen Perspektiven oder Betrachtungsebenen. Hier einige Ebenen:

  • Recht
  • Finanzen
  • Sicherheit
  • Kosten
  • Qualität

Dazu klaue ich eine Folie meine geschätzten Kollegen Karl Kratz (Hier geht es zu dem hervorragenden Beitrag als Leseempfehlung).

betrachtungsebenen_kratz

Betrachtungsebenen nach Karl Kratz

 

Fazit: Brainstorming kombinieren mit datengestützter Rercherche

Kreativitätstechniken wie z. B. das Brainstorming in einer Gruppe zur Erarbeitung von redaktionellen Inhalten ist eine Möglichkeit, hat aber einen entscheidenden Haken. Beim Brainstorming betrachtet man Themen i. d. R. aus der Innensicht ohne Berücksichtigung der eigentlichen Zielgruppe. Eine Content-Idee, die man selbst als sehr gut einstuft, kann bezüglich der gesetzten Ziele als Rohrkrepierer enden, da sie uninteressant für die Zielgruppe(n) selbst ist. Um im Vorfeld Potenziale von Themenideen bezüglich der Zieldefinition besser bewerten zu können, helfen datenbasierte Medienbeobachtung und Wettbewerbsanalysen. Finden diese nach dem Brainstorming statt, lassen sich Ideen für Inhalte aufgrund der erhobenen Daten besser bewerten.

Wie recherchiert man datenbasiert Themen für Content-Marketing?
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Gesellschafter und Head of SEO & PPC der Aufgesang Inbound Marketing GmbH. Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück.Er ist begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer. Als Blogger schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, WebsiteBoosting, suchradar, Hubspot … Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie und IHK Hannover. Er ist Autor des E-Books “AdWords- Optimierung” und Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content- und Inbound-Marketing im Fokus seines Interesses.
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