• Tel.: 0511-92399944

Emotionalität & Viralität von Produkten wichtig für SEO & Social Media Marketing

09.Januar 2013 - (Online-)Marketing, Inbound Marketing / Content Marketing, SEO (Suchmaschinenoptimierung), Social Media Marketing - Olaf Kopp

Die Entwicklung bei der Offpage-SEO bzw. dem Linkaufbau zeigt deutlich, dass es immer wichtiger wird über ansprechenden Content Links und soziale Signale zu erzeugen. Automatisierter und direkt beeinflussbarer Linkaufbau verliert nach und nach an Effektivität bzw. wird sogar durch Pinguine bestraft. Das bedeutet, dass jeder professionelle SEO sich immer mehr aus seinem SEO Schneckenhaus bewegen muss und Know How in Social Media Marketing, PR und Marketing im Allgemeinen aufbauen muss.

Im Rahmen meiner Diplomarbeit: Word-of-Mouth-, Viral- und Buzzmarketing: Neue Wege ind er Musikvermarktung  aus dem Jahre 2006 habe ich mich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt. In der Musikindustrie ist die Emotionalität eines Künstlers direkt zu beeinflussen bzw. die Emotionalität liegt schon in der Musik an sich. Auch wenn ich Hersteller eines Produkts bin, kann ich je nach Branche die emotionale Aufladung eines Gebrauchsgegenstand durch geschicktes Marketing von Anfang an verfolgen. Eine gutes Beispiel dafür ist Apple. Apple hat es, verglichen mit anderen Marken, innerhalb von kurzer Zeit geschafft einen für die breite Masse un-emotionalen Gebrauchsgegenstand wie einen Computer zu einem emotional beladenen Mode-Accessoire zu transformieren.

Man kann sich von Glück schätzen wenn man Hersteller eines Produkts ist, dass die Erschaffung einer Emotionalität mit Produktbezug erlaubt. Für andere Produkte ist dies nur über Umwege möglich. Dazu aber an anderer Stelle mehr …

Und warum sollte uns das als Online Marketeer und SEO interessieren?

Der Zusammenhang zwischen viralen Produkten und SEO

Emotionale Produkte können einfacher virale Effekte erzeugen als emotional weniger attraktive Güter, für die man erst noch einen viralen Container erschaffen muss, der in den meisten Fällen auch erst über einen Umweg zum eigentlichen Produkt führt. Und hier ist die Schnittstelle zwischen Offpage-SEO, Social Media Marketing und der Produktpolitik im Rahmen des Marketing-Mix.

Für virale Produkte ist es einfacher sozialer Signale und Links organisch zu bekommen, da diese Produkte oft Fans bzw.  Influentials (dazu mehr bei „Influntials: Die Multiplikatoren im Social Media Marketing ) wie z.B. Blogger vorweisen können, die gerne über diese Produkte berichten.

Wirkungszusammenhang zwischen Viralität, SEO & Social Media bei Produkten

Wirkungszusammenhang zwischen Viralität, SEO & Social Media bei Produkten

Hier wird auch wieder klar, dass das Thema Inbound Marketing  eine große Rolle spielt und eine Grundlage dafür aus Produktpolitik und Branding gelegt wird.

Emotionalität von Produkten

Damit ein Konsument und insbesondere ein Influential Interesse für ein Produkt entwickelt, muss er eine Leidenschaft direkt zum Produkt oder zu der Verpackung bzw. das „Drum Herum“ entwickeln. Wenn wir uns mit der Viralität von Produkten auseinandersetzen, muss differenziert werden, ob es sich in erster Linie um Produkteigenschaften handelt, die von sich aus viral sind oder um eine virale Verpackung, die unabhängig von den Produkteigenschaften viral ist.

Es existieren Produkte, die von sich aus bereits viral wirken oder bestimmte Grundbedingungen für deren Vermarktung mit viralem- oder Word-of-Mouth-Marketing mit sich bringen. Folgende Eigenschaften beeinflussen die Ausbreitungsgeschwindigkeit und dadurch die Viralität von Produkten:

  • relativer Nutzen (Relative Advantage)
  • Kompatibilität (Compatibility)
  • die Möglichkeit des Testens (Triability)
  • Offensichtlichkeit des Nutzens (Observability)
  • bestehendes Image
  • Komplexität (Complexity)
  • Kosten
  • Design
  • Netzprodukte

Der relative Nutzen wird auch als „wirtschaftliche Profitabilität“ bezeichnet und beschreibt den Mehrnutzen, den ein User durch den Einsatz des neuen Produktes empfindet. Dies hängt stark vom User selbst ab. Das Produkt muss daher auf die Wünsche (Needs) des Users abgestimmt sein oder der User muss von einem ihm nicht bekannten Vorteil durch den Einsatz des neuen Produkts überzeugt werden. Ist diese Offensichtlichkeit des Nutzens z.B. aufgrund der Komplexität nur schwer darzustellen, wirkt es sich negativ auf die Verbreitungsgeschwindigkeit aus.
Manche Produkte nutzen Netzeffekte, die dazu führen, dass der relative Nutzen steigt, je mehr Nutzer das Produkt nutzen. Ein Produkt wie z.B. ICQ beinhaltet durch seinen Netzeffekt bereits einen memetischen Trigger, der die User dazu animiert Freunde und Bekannte einzuladen um den eigenen relativen Nutzen an ICQ zu erhöhen. Der relative Nutzen kann auch im Rahmen der Preispolitik durch niedrige „Penetrationspreise“ oder Gratisangebote erhöht werden.

Durch eine solche Strategie kann man schnell die nachgelagerten Adaptionsstufen der Early and Late Majority. Erreichen. Beispiel dafür ist z.B. die rasend schnelle Verbreitung Hotmail, die ihr Produkt unentgeltlich angeboten haben. Nur den Preis zu senken ist allerdings nicht besonders kreativ und dadurch lässt sich diese Maßnahme schnell vom Wettbewerb replizieren, was dazu führt, dass heutzutage aufgrund der Vielzahl an Sonderangeboten und „Tiefstpreisen“, nur noch bedingt Differenzierung und dadurch auch keine Aufmerksamkeit über den Preistrigger mehr herstellen lässt.

Der relative Nutzen kann auch von der Statuserhöhung, die ein User durch die Benutzung erlangt abhängen. Dabei kann es zur „Overadoption“ kommen. In diesem Fall handelt der User nicht mehr rational und stuft den erhofften Status weit über allen anderen Kriterien ein. Dies führt dann zu einer unreflektierten Adaption unabhängig vom Preis, Nutzen und wirklicher Innovativität. Der relative Nutzen lässt sich auch durch direkt- oder indirekt monetäre „Incentives“ steigern.

Wie bereits erwähnt hat die Kompatibilität mit den Wünschen des Users Einfluss auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit. Zudem spielen die Kompatibilität mit bereits eingesetzten Produkten, sowie mit den Werten und Einstellungen der User eine Rolle. Auch die Kompatibilität mit anderen Innovationen kann zu einer schnellen Adaption führen. Ist eine andere Neuheit im gleichen „technologischen Cluster“, kommt es oft zu Synergieeffekten. Bei der Namensgebung muss auf eventuell nicht vorhandene Kompatibilität z.B. mit anderen Sprachen
oder Werten geachtet werden.

Ein anderer wichtiger Faktor ist die Komplexität. Ist ein Produkt kompliziert zu bedienen wirkt es sich negativ auf die Verbreitungsgeschwindigkeit aus. Außerdem erschwert hohe Komplexität die Möglichkeit des Testens (Triability). Eine bestehende Möglichkeit des Testens wirkt sich positiv auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit aus, da die User ihre Zweifel dadurch sich direkt vom Nutzen überzeugen können und ihre Zweifel ablegen können.
Ist das Image eines Produktes gut so werden sich viele User vorbehaltlos für das Produkt entscheiden. Oft ist das Image an eine Marke gekoppelt und strahlt auf sämtliche Produkte dieser Marke ab. Ist das Image einer Marke gut so sind neue Produkte schneller einzuführen und umgekehrt. Für Innovationen unabhängig von einer Marke ist es relativ schwer kurzfristig ein Image aufzubauen. Qualität ist bei der Aufbau eines guten Images entscheidend und langfristiger Nachhaltigkeit. Um Meinungsführer von einem Produkt zu überzeugen sind oft Qualität und Design die entscheidenden Punkte. Die Qualität spricht das rational-technische im Menschen an während das Design die emotionaloptische Seite stimuliert. Das Design an sich kann ein Trigger sein, sobald es z.B. außergewöhnlich spektakulär oder ausgefeilt ist. Man muss Mitmenschen von „diesem sehr schönen Produkt“ erzählen. Es wirkt viral. Durch ein spektakuläres Produktdesign lässt sich besser Aufmerksamkeit erzielen und auch Image erzeugen. Bestes Beispiel dafür ist Apple, die sich durch ihr Design (weiße Laptops, weißer MP3 Player und weiße Kopfhörer) und Software von der Konkurrenz abheben und zur Liebhabermarke gemacht haben. Diese Eigenschaften in Verbindung mit einem höheren Preis hat die Marke eine elitäre und loyale Anhängerschaft, die auf die Marke schwört und sie wann immer möglich weiterempfiehlt.
Die Eigenschaften Image, Design und die enthaltenden Netzeffekte können als virale Trigger funktionieren. Je höher der Grad der Viralität dieser Eigenschaften ist, desto weniger viral muss das Kampagnengut gestaltet sein, um WOM auszulösen. In den meisten Fällen wecken die genannten Eigenschaften aber erstmal nur Produktinteresse, was aber eine wichtige Grundlage ist.
Diese viralen Eigenschaften sind für das WOM im Allgemeinen relevant und sind oft die Hauptkriterien für die Expert Hubs und die Gruppen der Innovatoren und Early Adopters Interesse und Leidenschaft für ein Produkt oder eine Marke zu entwickeln. Hierbei spielen die Change Agents (dazu mehr bei die „Ausbreitung von Innovationen nach Rogers“ ), die im engen Kontakt mit diesen Influential Gruppen in jeder Stufe des Innovation Decision Process stehen sollten, eine wichtige Rolle. In der ersten Stufe muss er den Influential von der Adoption des neuen Produkts überzeugen. Nachdem der Influential Interesse zeigt muss er regelmäßig mit Informationen versorgt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht zu aggressiv vorgeht. Um Unsicherheiten auf Seiten des Influentials zu reduzieren kann der Change Agents Gratis Exemplare ausgeben.

Change Agents müssen aus Sicht des Influentials beurteilen können, was seine Wünsche sind. Ziel ist es den Influential von dem Produkt zu überzeugen und ihn vorsichtig zur Adoption zu führen. In den letzten Stufen muss der Change Agent Dissonanzen auf Seiten des Influentials verhindern. Bei der Kommunikation zwischen Influential und Change
Agent ist darauf zu achten, dass es sich nicht um einen Monolog sondern um einen Dialog handelt. Das Feedback und Kritik vom Influential sollte ernst genommen, gespeichert und zur Verbesserung des Produkts genutzt werden. Hat der Influential das Gefühl, dass er nicht ernst genommen wird ist er so gut wie verloren. Ist der Influential voll und ganz überzeugt wird er aufgrund seiner charakterlichen Eigenschaften automatisch seine Überzeugung weiterverbreiten und eine wichtige effektive Quelle für WOM sein.

Beispiel: Links und soziale Signale für Online Shops

Gerade Offpage-SEO für Online Shops ist aufgrund des offensichtlich kommerziellen Hintergrunds nicht immer ganz einfach. Nachfolgend ein Beispiel dafür, dass man über  teilweise absurd komische Produkte für soziales Engagement und vielleicht den einen oder anderen Link (http://www.monsterzeug.de/Riesenrad-14-Mio-teiliger-Bausatz.html) bekommen kann. Man beachte die Facebook Likes und die Kundenbewertungen.

Riesenrad

Riesenrad bei monsterzeug.de

Wie man sieht führt dies auch zu dem ein oder anderen amüsanten Kommentar:

Virales Produkt Kommentare

Das Riesenrad wird wahrscheinlich kein einziges Mal verkauft werden, aber es sorgt für Gespräche (Buzz) im Internet, User Generated Content und Feedback über soziale Kanäle. Alles Zeichen die sich positiv auf den Trust einer Domain auswirken.

Für mich nicht verwunderlich, dass der Inhaber dieses Shops Sascha Langner ist. Sascha Langner einer der ersten deutschen Social Media Marketing Experten und Autor des Buches Viral Marketing: Wie Sie Mundpropaganda gezielt auslösen und Gewinn bringend nutzen , das mir während bei meiner Diplomarbeit ein treuer Begleiter war.

 

 

 

Emotionalität & Viralität von Produkten wichtig für SEO & Social Media Marketing
Wir freuen uns sehr über Deine Beitrags-Bewertung

Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang Inbound Marketing GmbH . Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Ostfalia Hochschule, Norddeutschen Akademie, CMCx, SEOCampixx … Er ist Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.
Opt In Image
Jetzt in den Newsletter eintragen! - Heiße Online-Marketing-Insights bequem per Mail
  • Einer der besten Online Marketing Blogs lautt3n, Search Engine Journal, onlinemarketing.de
  • Verpasse keinen meiner Blogartikel, Tipps und zahlreichen Gastbeiträge in anderen Medien.
  • Keine lästigen Vertriebs-Mails. Versprochen!

2 Antworten zu “Emotionalität & Viralität von Produkten wichtig für SEO & Social Media Marketing”

  1. Olaf Kopp sagt:

    Hi Gerald,

    danke für den Hinweis. Ist gefixt!

  2. Gerald Steffens sagt:

    schöner artikel. in die richtung geht’s ab. anmerkung: der link zum riesenrad ist leider broken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Rechtliches

Wissenswertes

Kernkompetenzen

Wir betreuen Kunden aus:

Berlin, Hamburg, München, Aachen, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Bremen, Hannover, Leipzig, Dresden, Münster, Nürnberg, Duisburg, Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Bonn, Neustadt, Göttingen, Braunschweig, Wolfsburg, Kassel, Duisburg, Paderborn, Karlsruhe, Essen, Hameln, Hildesheim, Kiel, Lüneburg, Ruhrgebiet, Bielefeld, Flensburg, Magdeburg und Mannheim.