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Test: 5 Mediamonitoring-Tools im Vergleich

22.Oktober 2013 - Inbound Marketing / Content Marketing, Online Marketing Software und Tools, SEO & SEA Studien & Untersuchungen - Olaf Kopp

Die Überwachung des Internets wird immer wichtiger, gerade mit Blick auf PR und Content-Marketing. Dabei spielen Mediamonitoring-Tools eine wichtige Rolle. Meine Kollegin Anja Beckmann hat sich die Mühe gemacht und sich im Markt der Mediamonitoring-Tools umgesehen und einen Test bzw. Vergleich von fünf Mediamonitoring-Tools erstellt. Hier die Ergebnisse.

Warum Mediamonitoring?

Mediamonitoring ist sowohl für die Planung als auch die Erfolgsmessung von Content-Marketing Aktionen unabdinglich. Aber auch PR und Marketing können über Mediamonitoring überwacht werden. In der PR wurde in der Vergangenheit auf klassische Clippings gesetzt, die meist auf manuelle Überprüfung z.B. von gängigen Printmedienformaten erstellt wurden. In den unendlichen Weiten des Internets ist ein schier unmöglich alle potentiellen Websites manuell zu überwachen. Hier muss mit Tools gearbeitet werden.

Eine Möglichkeit ist die Nutzung von Google Alerts. Da man über Google Alerts aber nur unvollständig über neue Veröffentlichungen zu einem Thema erfährt bieten Mediamonitoring- Tools meistens einen noch kompletteren Überblick und zusätzliche Funktionen.

Welche Mediamonitoring Tools wurden getestet und verglichen?

Basierend auf  „Marktübersicht Medienbeobachter 2013“ der Convento GmbH haben wir folgende fünf Tools untersucht und verglichen:

All diese Tools ermöglichen es, sowohl News-Seiten als auch Social Media-Seiten nach bestimmten Keywords zu durchsuchen und laufend zu beobachten. Zudem besitzen die Monitoring-Systeme eine Alert-Funktion, die automatisch Benachrichtigungen über Treffer versendet – sowohl in Echtzeit sowie auch unter bestimmten Bedingungen, per RSS-Feed oder auch per E-Mail. Alle Monitoring-Lösungen besitzen außerdem eine Schnittstelle für den Datenaustausch (Api), die es ermöglicht, die Daten auch in eigenen Systemen weiter zu verarbeiten. Die Tools befinden sich in der mittleren Preisklasse – je nach Paket fallen zwischen 90 und 900 Euro im Monat an.

Die folgenden Bewertungen basieren auf einer subjektiven Einschätzung vor dem Hintergrund unserer persönlichen Anforderungen an ein Monitoring-Tool und erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir untersuchten die Monitoring-Lösungen im Zeitraum Juni bis Juli 2013.

Mediamonitoring -Tools im Vergleich

 

Legende:
••• Anforderungen werden voll und ganz erfüllt
•• Anforderungen werden erfüllt
• Anforderungen werden nicht zufriedenstellend erfüllt


ferret

Das Mediamonitoring-Tool ferret der ferret go GmbH zeichnet sich vor allem durch seine moderne Benutzeroberfläche und eine intuitive Bedienbarkeit aus. Das System verlangt kaum Einarbeitungszeit, da die Funktionen klar und verständlich sind. Ein übersichtliches Dashboard ermöglicht das Anlegen von sehr differenzierten Suchagenten. Als Nutzer können Sie Keywords unter bestimmten Bedingungen hinzufügen, Begriffe ausschließen, Quellen auswählen oder einzelne Seiten ausklammern, ortsgebunden oder lediglich in einer bestimmten Mediengattung suchen. ferret bietet eine automatische Benachrichtigung beim Auffinden bestimmter Keywords im Netz. Diese kann nach Trefferhäufigkeit eingestellt werden – jedoch nur in festgelegten Stufen. Den Zeitpunkt der Benachrichtigung können Sie hingegen individuell bestimmen. Je nach gebuchtem Paket können Sie die Treffer ihrer Suchagenten bis zu 180 Tage zurückverfolgen. Dies ermöglicht eine Analyse im Zeitverlauf. Bei der Bezahlung sind Sie dank sehr günstiger Tarife mit je unbegrenzter Trefferzahl auf der sicheren Seite.

Großer Nachteil des Tools ist die geringe Quellenabdeckung: Der beobachtete Netzausschnitt umfasst nur etwa 10.000 Quellen. Im Vergleich zu den anderen Systemen besitzt ferret außerdem lediglich eine Grundausstattung an Funktionen. Zudem lassen sich Nachrichtenseiten und Social Media nur getrennt voneinander beobachten, was die Vergleichbarkeit erschwert und den Arbeitsaufwand erhöht. Die Analyseergebnisse sind begrenzt und damit auch der Umfang des Exports.

Fazit: Für Einsteiger ins Media-Monitoring und das Beobachten bestimmter Keywords mit anschließender Analyse über ein Zeitfenster hinweg ist ferret vollkommen ausreichend. Die einfache Handhabung erleichtert den Einstieg ins Thema und der Umgang mit dem modernen Dashboard macht Spaß.


blueReport

Das Tool blueReport der cognita AG ist im Hinblick auf die Suche, die Analyse und den Export der Ergebnisse ein flexibles Tool. Keywords können Sie sehr differenziert einpflegen, hierzu sind jedoch Operatoren notwendig. Die Analyse umfasst neben den Grundangaben wie Quelle, Tonalität und Zeitpunkt auch Zielgruppen, Meinungsmacher und Kontexte, in denen über Sie gesprochen wird. Damit zusammenhängend sind auch die Exportergebnisse umfassender. Bis zu sieben Tagen lassen sich Treffer zurückverfolgen. Zwar deckt blueReport nur etwa 22.000 Internet-Quellen ab, diese bedienen jedoch eine sehr große Bandbreite. Im Allgemeinen ist blueReport ein leicht zu bedienendes System. Aufgrund der zusätzlichen Funktionen wie Bewertungs-, Analyse- und Recherchemöglichkeiten ist eine kurze Einarbeitung jedoch sinnvoll.

Eine Schwachstelle ist die Tatsache, dass sich ein Alert nicht unter der Bedingung einer bestimmten Trefferanzahl einstellen lässt. Automatische Benachrichtigungen gibt es nach Tag und Uhrzeit. Wie bei ferret lassen sich trotz der Vielfalt an Medien News-Seiten und Soziale Medien nur getrennt voneinander beobachten.

Fazit: Für jene, die nicht allzu komplizierte Suchanfragen haben, aber mit ihren Treffern im Nachhinein arbeiten wollen, ist blueReport ein geeignetes und bezahlbares Monitoring-Tool. Achtung, in den üblichen Pauschalen dürfen die Keywords je Suchagent 500 Zeichen nicht überschreiten.


UMT Delta

Die SAAS-Lösung UMT Delta der uberMetrics Technologies GmbH ist ein sehr analysestarkes Tool. Die gelieferten Daten umfassen vielfältige Mediensegmente, die Relevanz von Quellen, die Autoren, die Reichweite, die Tonalität, die Themen im Kontext und vieles mehr. Für all diese Kriterien gibt es Filtermöglichkeiten, so dass Sie Analyse, Export und Reporte individuell gestalten und verschiedene Daten vergleichen können. UMT Delta analysiert Kommunikationsinhalte aus mehr als 295 Millionen Online-Medien und garantiert dabei die mit Abstand größte Netzabdeckung im Vergleich mit den anderen vier Tools. Die Suchagenten lassen sich mit Hilfe eines übersichtlichen Dashboards ohne Operatoren präzise anlegen. Automatische Benachrichtigungen sind individuell und exakt einstellbar. Anders als bei ferret und blueReport beobachtet UMT Delta News-Seiten und Social Media gemeinsam.

Ein Nachteil ist die Abrechnung: Generell sind die Grundpreise (in Bezug zur Leistung) nicht übermäßig hoch, jedem Nutzer steht jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Treffern pro Monat zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit, das Kontingent auf den folgenden Monat auszuweiten, so dass diese Regelung abgemildert wird. Jedoch besteht das Risiko, am Ende des Monats mehr zahlen zu müssen, als im Paket angegeben.

Fazit: Mit dem Anspruch an eine sehr differenzierte Analyse und eine hohe Quellen-Abdeckung – auch international – ist UMT Delta die richtige Wahl. Die beschränkte Trefferanzahl könnte eine Stolperfalle sein, Sie sollten Ihre Trefferanzahl einschätzen können.


Talkwalker

Talkwalker ist das Medienbeobachtungstool der altares Mediamonitoring GmbH und zeichnet sich ebenso wie UMT Delta durch den großen Umfang an Daten und Analysemöglichkeiten aus. Treffer können Sie sammeln, bearbeiten, mailen und entfernen. Dank eigener Crawler und der Hilfe externer Datenlieferanten umfasst das Tool international rund 20 Millionen Online-Quellen. Die gemeinsame Beobachtung von Social Media- und News-Seiten ermöglicht eine einheitliche Suche; für alle Online-Medien muss nur ein Suchagent angelegt werden. Zudem ermöglicht das Tool durch Verlinkung der URLs und Einbindung sozialer Netzwerke wie Twitter und Facebook schnelles Reagieren schon aus dem Tool heraus. Besonders flexibel ist der Export: In fast allen Formaten sind Grafiken und Text vollständig bearbeitbar. Talkwalker ist sinnvoll aufgebaut und die Daten sind übersichtlich dargestellt, so dass beispielsweise der Kontext der Treffer unmittelbar klar wird. Trotzdem ist eine Beschäftigung mit der Software nötig, um alle dargebotenen Funktionen wahrnehmen zu können.

Die Schwächen des Systems halten sich in Grenzen. Der Suchagent lässt sich zwar differenziert, jedoch nur mit Operatoren sinnvoll anlegen. Je nach gebuchtem Paket steht dem Anwender nur eine begrenzte Menge Speicherplatz zur Verfügung. Ist dieser belegt, überspeichert das System die alten Treffer.

Fazit: Talkwalker ist eine umfassende, effiziente Monitoring-Lösung. Wer schnell und gezielt auf Treffer reagieren möchte und Wert auf sehr genaue Analyse- und Filtermöglichkeiten legt, liegt mit Talkwalker richtig. Ein Mehrwert ist auch die Möglichkeit, Grafiken im Anschluss an den Export bearbeiten zu können. Finanziell lohnt sich das Tool, wenn der Bedarf an Suchagenten groß ist. Pauschalen in Verbindung mit unbegrenzter Trefferzahl verhindern unangenehme Überraschungen am Ende des Monats.


Echobot

Echobot, die Mediamonitoring-Lösung der Echobot Media Technologies GmbH, überzeugt durch ein sehr logisches, einfaches Suchraster, das gleichzeitig eine differenzierte Suche zulässt. Mit Hilfe von Operatoren sind sogar eine Umkreis-Suche und der Ausschluss von Quellen möglich. Auch die Bedingungen der Alerts lassen sich individuell festlegen. Eine rückwertige Analyse bestimmter Keywords ist innerhalb des kompletten Indexes möglich.

Leider lassen sich News- und Social Media-Seiten nur getrennt voneinander beobachten, so dass hierfür verschiedene Suchanfragen angelegt werden müssen. Diese Trennung durchläuft auch das gesamte Dashboard und erfordert Umdenken bei der Handhabung. Die Abdeckung der Quellen ist mit rund 20.000 Medien und verschiedenen sozialen Netzwerken nicht überragend.

Fazit: Sind Sie eher an einer sehr gezielten Suche ohne große Streuverluste interessiert, statt an einer hohen Netzabdeckung, dann ist Echobot zu empfehlen. Das Tool ist außerdem geeignet, wenn Ihr Bedarf an Suchagenten und Keywords nicht allzu groß ist, zum Beispiel beim eigenen Pressespiegel. Der Preis je Suchagent steigt schnell an und auch die Anzahl der Keywords je Suchprofil ist begrenzt. Pauschalen mit unbegrenzter Trefferzahl sorgen auch bei Echobot für einen festen Betrag am Ende des Monats.


Die Mediamonitoring- Tools im Vergleich

Alle Tools präsentieren die Ergebnisse mit anschaulichen Grafiken und Reports. Auch die Alert-Funktionen sind durchweg umfassend; dies ist zum großen Teil auf die Vorauswahl zurückzuführen. Im Vergleich zeigt sich außerdem, dass mit dem Umfang der Möglichkeiten die Komplexität der Handhabung zunimmt. Mit ein wenig Einarbeitung sind alle Tools jedoch auch für Laien bedienbar. Die Abrechnung ist fair und überwiegend überschaubar. Große Unterschiede sind in der Analysetiefe, der Quellenabdeckung und den Exportfunktionen auszumachen.

Überlegen Sie sich genau, welches Ihre Anforderungen an ein Mediamonitoring-Tool sind, bevor Sie sich für eines entscheiden. Möchten Sie ein Krisenmanagement aufbauen oder brauchen Sie lediglich einen regelmäßigen Pressespiegel? Unter Umständen benötigen Sie nicht in allen Bereichen drei Punkte und wollen stattdessen lieber Geld sparen. Alle Anbieter der Software-Lösungen dieses Vergleichs sind gerne bereit, Ihnen Ihr Tool in einer Webkonferenz zu präsentieren. Bitten Sie sie auch um einen Testzugang. So können Sie individuell herausfinden, welche Lösung für Sie geeignet ist.

Test: 5 Mediamonitoring-Tools im Vergleich
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang Inbound Marketing GmbH . Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Ostfalia Hochschule, Norddeutschen Akademie, CMCx, SEOCampixx … Er ist Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.

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