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Semantische Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Google

27.Januar 2016 - Blog-Highlights, Machine Learning & Semantik, SEO (Suchmaschinenoptimierung) - Olaf Kopp

Die Einführung der semantischen Suche durch das Hummingbird-Update im Jahre 2013 verändert die Google Suchergebnisse und dadurch die Nutzererfahrung immer mehr (siehe dazu auch Das Google-Ranking im Wandel: Ranking-Kriterien & SEO gestern, heute und Zukunft ).  Im nachfolgenden möchte ich auf Entitäten  hinsichtlich dem Ranking bei Google eingehen. Grundlage dafür ist die neue Google-Betrachtungsweise von Personen, Unternehmen … als Entitäten. Meine Kollegin Svenja Hintz hat mir mit Ihrem Beitrag Semantische Suche: Google achtet jetzt auf innere Werte  dazu die perfekte Vorlage geliefert.

Semantische-Optimierung

 

Semantische SEO: Entitäten & Ontologien

In der Semantik ist eine Entität eindeutig durch einen Identifier und bestimmte Eigenschaften gekennzeichnet. Entitäten sind auch immer Teil einer Ontologie. Entitäten können Personen, Bauwerke, Unternehmen etc. sein. Ontologien beschreiben das Umfeld in dem sich die Entitäten befinden.

entität

 

Eine klare Abgrenzung zwischen Entitäten und Ontologien ist nicht immer möglich.

Übertragen auf das Internet identifiziert Google Entitäten anhand von Urheberschaften an Dokumenten und Eigentum bzw. Betreiben von Domains sowie Social Media Profilen insbesondere Google+-Profilen. Dadurch werden aus Entitäten der realen Welt digitale Entitäten.

digitale-entitäten

Entitäten übertragen in das Internet

Um von Google als Entität wahrgenommen zu werden brauch es grundsätzlich erst einmal eines digitalen Abbilds der Entität, am besten eine Website bzw. Domain. Ob man im ersten Schritt dann als Unternehmen endgültig als Entität von Google erkannt wird hat nach meiner Meinung dann in erster Linie etwas mit externen Signalen, einem gewissen nicht allzu hohen Suchvolumen nach Domain oder Brand, als auch einfache externen Signale wie z.B. Einträge in relevante Webkataloge, Einrichtung von Social Media Profilen etc. zu tun. Eine weitere Möglichkeit ist eine eigen Seite zum Unternehmen bei Wikipedia anzulegen. Das bleibt allerdings den meisten Unternehmen verwährt, da ihnen die gesellschaftliche Relevanz in den Augen der Wikipedianer fehlt. Eine sinnvolle Alternative ist die Einrichtung eines Profils bei Freebase. Die Häufigkeit immer wiederkehrender konsistenter Daten über verschiedene vertrauenswürdigen Quellen hinweg erleichtern es Google Entitäten eindeutig zu erkennen.

Natürlich kann es auch helfen die Unternehmensdaten strukturiert gemäß z.B. schema.org z.B. als Organization auszuweisen. Dennoch glaube ich, entgegen vieler meiner Kollegen in diesem Kontext nicht an den großen Hebel, den strukturierte Daten im Rahmen der semantischen Suche haben. Zumindest was die „normalen Rankings“ angeht. Sie machen die Snippets schöner, können dadurch die Klickrate beeinflussen und vereinfachen Google die Klassifizierung vor allem für den Knowledge Graph und Snippets von Daten.

Allerdings werden die meisten Unternehmen keine Rolle im Knowledge Graph spielen, da sie als Entität nicht relevante genug sind, zumindest bei Non-Brand-Suchanfragen. Ich glaube nicht daran, dass zukünftig die Seiten mit den am besten strukturierten Daten das Rennen um die Rankings gewinnen. Denn hier geht es um die Fähigkeit technisch die Auszeichnungen umzusetzen, nicht um Relevanz. Und die ist entscheidend , um sich erstmal auf der ersten Seite der SERPs zu platzieren. Erst dann spielen über Mark-Ups optimierte Rich Snippets eine Rolle.

Viel wichtiger ist es die Entität im nächsten Schritt in einen thematischen Kontext zu platzieren.

Zudem möchte Google mittel- bis langfristig auf die Mithilfe von Webmastern und SEOs verzichten können. Die strukturierten Daten sind nur ein Zwischenschritt für Google um Trainingsdaten zum Füttern der selbstlernenden Algorithmen zu sammeln. Sobald Google genug Modelle aufgrund der Daten erstellt hat sind strukturierte Daten zur Einordnung und Kategorisierung nicht mehr so wichtig. Mehr zum Thema Machine Learning und Google in dem Beitrag:  Welche Bedeutung hat Machine Learning für Google?

Mit Blick auf die Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig zu verstehen, was Google als Entität wertet. Das ist relativ einfach möglich, indem man sich klarmacht, für welche Suchanfragen Google eine Entitäten-Box am rechten Rand platziert. Daraus ergeben sich folgende Formen von Entitäten, die für Google wichtig sind:

  • Personen
  • Unternehmen
  • Tiere
  • Bauwerke
  • Städte/Orte

Hier einige Beispiele für Entitäten-Boxen:

Google Entitäten Box Brandenburger Tor

Google Entitäten Box Brandenburger Tor

 

Google Entitäten-Box Hannover

Google Entitäten-Box Hannover

 

Google Entitäten-Box Angela Merkel

Google Entitäten-Box Angela Merkel

Da ich immer wieder in Online-Marketing-Beiträgen mit SEO-Bezug sehr unklare Beschreibungen zum Thema Entitäten lese, möchte ich noch kurz näher darauf eingehen, was Google nicht als Entitäten registriert. Aus Googles Sicht sind keine Entitäten:

  • Fahrzeuge und Fahrzeugtypen
  • Branchen wie zum Beispiel Automobil-Industrie
  • Themen und Dinge des allgemeinen Gebrauchs wie Content-Marketing, Suchmaschinenmarketing, Zündkerzen, Reifen …
  • URLs bzw. Dokumente
  • Domains

Domains können ein digitales Abbild einer Entität sein, aber keine Entität selbst. Bezogen auf SEO gilt es, die eigene Entität über die Domain ins Internet zu spiegeln und Google diesen Zusammenhang dadurch deutlich zu machen. Google muss zuvor allerdings verstanden haben, dass es sich bei der Marke/dem Unternehmen um eine Entität handelt.

 

 

Die Domain als digitales Abbild der Entität [Update 2016]

Die eigene Domain stellt das digitale Abbild meiner Entität im Internet dar. Bezogen auf SEO gilt es zum Einen die eigene Entität über die Domain ins Internet zu spiegeln und Google diesen Zusammenhang deutlich zu machen. Google muss zuvor allerdings verstanden haben, dass es sich bei der Marke/Unternehmen um eine Entität handelt. In meinem Fall hat Google zum Einen erkannt, dass ich „Olaf Kopp“ eine Entität bin. Deswegen habe ich eine eigene Knowldege-Graph-Box. Und Google erkennt das digitale Abbild meiner Entität in Form der Domain sem-deutschland.de. Alles Theorie? Nein es ist Praxis wie die Suchanfrage nach „sem-deutschland.de“ zeigt:

 

Unbenannt

Google hat erkannt, dass die Suchanfrage nach der Domain im direkten Zusammenhang mit der Entität Olaf Kopp steht und eine digitale Repräsentanz ist. Sehr interessant ist auch, dass wenn man nach Olaf Kopp sucht und dann auf die Entitäten-Box klickt Google die Suchanfrage eigenständig abändert in „www sem deutschland de“

 

Interessant ist auch noch das für die Knowledge-Graph-Entitäten-Box ausgewählte Bild. Es ist aus einem älterem Interview mit mir auf onlinemarketing.de  gezogen. Warum genau dieses Bild den Weg in die Box geschafft habe ist mir unklar. Es ist aber ein Beweis dafür, dass Google auch andere Quellen als Wikipedia und Freebase zur Befüllung der Entitäten-Boxen heranzieht.

Zwischenzeitlich hat Google sich entschieden mein Profilbild von xing.de zu bevorzugen.

Entitäten-Box bei Suchabfrage "olaf kopp"

Entitäten-Box bei Suchabfrage „olaf kopp“

Unbenannt2

Suchanfragenänderung in „www sem deutschland de“ nach Klick auf Entitäten-Box

 

Google kann Beziehungen zwischen Keywords, Themen & Entitäten erkennen

Im Knowledge Graph wird sehr transparent deutlich, wie Google die Beziehungen von Entitäten zueinander abbildet. Das wird bei der Suche nach populären Personen und „Dingen“ sehr deutlich. So bekommt man zu der Suche nach „David Meerman Scott“ auf der rechten Seite in der Knowledge Graph Box einige Informationen und weitere Personen angezeigt zu denen David in irgendeiner Beziehung steht z.B. Seth Godin.

 

david-meermann-scott

Dazu hat Svenja in dem oben erwähnten Beitrag bereits detailliert geschrieben. Ich denke zudem, dass Google auch Beziehungen zwischen Entitäten und Themen herstellt um diese besser in Ontologien einzuordnen. Und Google könnte Keyword-Wolken um diese Themen herum bilden bzw. (Such-)Begriffe bestimmten Entitäten als Eigenschaften zuordnen.

Entitäten können wie bereits erwähnt zur eindeutigen Identifizierung und zur besseren Einordnung im ontologischen bzw. thematischen Kontext mit  Eigenschaften versehen werden. Wie Google das im Suchmaschinen-Kontext genau macht ist Spekulation. Aber ich möchte nachfolgend einige Möglichkeiten erläutern wie man feststellen kann mit welchen Eigenschaften Google eine Entität verbindet.

Wenn man im Keyword-Planer meine Namen eingibt ergibt sich folgendes Bild:

olafkopp-anzeigengruppenideen

„Olaf Kopp“ im Keyword Planer

Google scheint meinen Namen mit „Oberthemen“ wie Werbeagentur, Online Marketing, Agentur, Internet Marketing … in Verbindung zu bringen. Diese Auswahl basiert nun wieder auf den Keyword-Ideen, die der Planer zu meinem Namen ausgibt:

Keyword-Ideen zu Olaf Kopp

Keyword-Ideen zu Olaf Kopp

Ich denke daran erkennt man ganz gut mit welchen Eigenschaften Google mich als Entität in Verbindung bringt. Da Google bestimmte Eigenschaften bzw. Begrifflichkeiten einem thematischen Kontext zuordnen kann wird Google die Entität „Olaf Kopp“ in bestimmte Ontologien einordnen und Beziehungen zu anderen Entitäten herstellen.

olaf_kopp-entität

Das bedeutet, dass man zum einen beweisen muss überhaupt erst einmal eine Entität zu sein. Zum anderen muss man belegen, dass man innerhalb einer oder mehrerer Ontologien eine gewisse „Entitäten-Relevanz“ hat, also im Endeffekt eine Marke und/oder Autorität oder zumindest Experte ist.

Im folgenden Beispiel betrachte ich Nike, Adidas, Reebok und Footlocker innerhalb der Ontologie Sportartikel als Entitäten. Mann kann sich darüber streiten, ob Sportartikel in diesem Zusammenhang als Ontologie bezeichnet werden kann. in diesem Fall ist es denke ich, aber für die Veranschaulichung schön zur Veranschaulichung anwendbar. Wirft man einen Blick auf die Suchanfrage Nike bei Google und die verwandten Suchbegriffe wird schnell klar warum ich Footlocker hier als Beispiel zusammen mit Nike aufgeführt habe.

nike-footlocker

Google stellt eine Beziehung zwischen den beiden Entitäten Nike und Foot Locker her. Das kann gut für Foot Locker sein. Wie Google diese Beziehung herstellt bleibt erst einmal Spekulation. Foot Locker spielt auch in den SERPs erst einmal keine große Rolle beim Suchbegriff „nike“. Es kann sein, dass Footlocker oft in Kombination mit nike gesucht wird. Laut Keyword Planer aber eher nicht. Die Google Suggest Daten lassen erahnen, dass Foot Locker zumindest oft in Kombination mit Nike Schuhmodellen gesucht wird:

Suggest Daten zu Foot Locker

Suggest-Daten zu Foot Locker

Oder sind es vielleicht die Marketing-Kampagnen, die die beiden Unternehmen letzten Jahre zusammen miteinander gemacht haben?  Dazu gibt es diverse Videospots bei Youtube zu sehen:

Sucht man nach „foot locker“ wird man bei den verwandten Suchanfragen mit „foot locker adidas jacke fündig“. Hier ein ähnliches Bild wie beim obigen Beispiel. Foot Locker wird laut Google Suggest oft in Verbindung mit adidas Produkten gesucht. Und auch hier gibt es eine Marketing-Kooperation der beiden Unternehmen inkl. Videos miteinander.

Bei Reebok und Adidas ist die Verbindung von Google einfacher herzustellen. Reebok gehört zu Adidas und das ist kein Geheimnis. So entsteht ein Beziehungsgeflecht verschiedener Entitäten innerhalb von Ontologien digital erkennbar für Google.

Enitäten innerhalb einer Ontologie

Enitäten innerhalb einer Ontologie

Laut der Klassifizierung in  Google Trends hat Google Nike als Schuhhersteller, Adidas als  Design-Company und Reebok als Unternehmen klassifiziert. Interessant ist, dass Reebok auch Adidas als Design-Company zugeordnet wurde, also eine Beziehung der beiden Entitäten hergestellt wurde.

 

nike-trendsreebok-themafootlocker-themaadidas-thema

Im nächsten Schritt sollte es darum gehen die Entität mit Relevanz im jeweiligen thematischen Kontext zu füllen. Hier spreche ich auch gerne von der Entitäten-Relevanz. Zuvor noch ein kurzer Ausflug in die verschiedenen Ebenen der semantischen Optimierung.

 

 

Die verschiedenen Ebenen der semantischen Optimierung

Wie bereits eingangs erwähnt ist eine digitale Entität  eng verknüpft mit der Domain, den Social-Media-Profilen und den im Netz veröffentlichten Inhalten. So ergeben sich auch verschiedene Ebenen sowohl bei der Einordnung der Entität in einen thematischen Kontaxt als auch bei der Ermittlung der Relevanz einer Entität. Ich nachfolgenden Schaubild habe ich absichtlich die Ebenen Website/Domain und Dokument/Inhalt voneinander getrennt, denn Inhalte können durchaus auch auf externen Websites veröffentlicht sein und so in die Entitäten-Relevanz einzahlen.

 

entitäten-relevanz

Eine vierte Ebene zur Ermittlung der Entitäten Relevanz spielt auch eine immer größer werdende Rolle, die Nutzerebene. Nutzersignale in Zusammenhang mit einem Inhalt und einer Website wie Absprungrate, Verweildauer, Downloads, Conversions etc. sind bereits Teil des Ranking-Algorithmus und werden nach meiner Meinung auch noch weiter an Gewicht erlangen.

 

Es geht um Popularität, Relevanz und Autorität

Wie in meinem Beitrag Branding & das neue Google Ranking: Warum SEO nicht mehr reicht… detailliert erläutert spielen die  Marke und Autorität  in der Suchmaschinenoptimierung eine immer wichtigere Rolle . Das sorgt dafür, dass die Suchergebnisse alleine durch SEO-Techniken nicht mehr beeinflusst werden können. Es geht genauso um Marketing und PR. Neben den bekannten SEO-Onpage-Basics zur Sicherstellung der Crawlability, Indexierungssteuerung, Optimierung der internen Verlinkung (siehe hier) und Website Hygiene gilt es in erster Linie den Dreiklang aus Popularität, Relevanz und Autorität zu beachten.

Popularität und Autorität sind zwei wichtige Eigenschaften einer Marke, wie das folgende Schaubild verdeutlicht.

Markeneigenschaften

Wie wichtig der Aufbau einer Marke ist wird auch in den Quality Rater Guidelines deutlich. In der Version 5.0 hat Google mit E-A-T  neue  Bewertungskriterien in die Guidelines im Rahmen des PQ-Ratings aufgenommen.

Damit wird der Zusammenhang zwischen Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit beschrieben (Expertise-Authoritative-Trustworthy).

  • Quality and quantity of Main Content. Examine the MC carefully. Given the purpose of the page, evaluate the quality and quantity of MC.
  • Level of expertise, authoritativeness, and trustworthiness (E-A-T) of the page and the website. The level of E-A-T is extremely important for YMYL pages.
  • Reputation of the website. The reputation of a website is very important when the website demands a high level of trust.

Der Schlüssel dazu ist der Aufbau einer Marke bzw. Autorität. Expertise sowie Vertrauen bzw. Reputation sind neben Popularität wichtige Eigenschaften einer Marke bzw. Autorität. Mehr dazu in dem Beitrag Die Google Quality Rater Guidelines & Was SEOs daraus lernen können  .

 

 

Wie erkennt Google eine Marke bzw. Autorität?

Wie bereits erwähnt möchte Google eine Marke bzw. Vertrauenswürdigkeit Autorität und Expertise erkennen. Nachfolgend einige Möglichkeiten, wie Google auch technisch in der Lage wäre Markeneigenschaften einer Entität bzw. Domain zuzuordnen.

Eine Marke lässt sich wie bereits beschrieben über eine gewisse Popularität allgemein oder zumindest einem Themenbereich erkennen. Übertragen auf messbare Werte sind dies z.B.:

  • Höhe und Entwicklung des Suchvolumens nach der Marke und/oder Domain: Die Höhen und Entwicklung des Suchvolumens nach eindeutig der jeweiligen Marke zugeordneten Suchbegriffen sagen etwas darüber aus wie populär eine Marke ist. Durch klassisches Marketing, Werbung und PR lassen sich diese Signale beeinflussen.
  • Das Verhältnis zwischen der Anzahl an Suchanfragen nach der Marke bzw. Domain und den Klicks auf das Suchergebnis: Diese Annahme beruht auf einem Patent von Google, wie in einem Beitrag auf MOZ erläutert (hier: moz.com/blog/panda-patent-brand-mentions ). Ist die Klickrate auf einem Listing bei einer Suchanfrage überdurchschnittlich hoch kann Google darüber den Markenbegriff mit der Domain zusammenbringen und basierend darauf Nennungen der Marke ohne direkte Verlinkung erkennen.

Eine Autorität identifiziert sich in erster Linie durch Reputation und Vertrauen. Folgende Signale kann Google für die Erkennung heranziehen:

  • Co-Occurences und Co Citations bei vertrauenswürdigen Medien
  • Verweise bzw. Verlinkungen aus themenrelevanten Medien
  • Conversions
  • Hoher Anteil wiederkehrender Besucher
  • Influencer-Beziehungen und –Interaktionen
  • Blogkommentare
  • Anzahl Social Media Kontakte
  • Soziale Interaktionen im Allgemeinen
  • Verweildauern
  • Absprungraten

 

Von der digitalen Entität zur  digitalen Marke

Zusammengefasst gilt es bei der Semantischen Optimierung folgende Schritte zu verfolgen:

  1. als Entität identifiziert zu werden
  2. sich als Entität in Ontologien / im thematischen Kontext einzuordnen
  3. die Relevanz der eigenen Entität im thematischen Kontext zu erhöhen
  4. Popularität erhöhen

Die beiden ersten Punkte sind durch Suchmaschinenoptimierung z.B. über die Ausgabe strukturierter Daten (z.B. nach schema.org), Verlinkung mit der Brand als Linktext, Optimierung der Seitentitel und  Content-Optimierung z.B. nach WDF*IDF direkt beeinflussbar. Der dritte Punkt ist um Top-Rankings in umkämpften Bereichen zu besetzen der Wichtigste. Deshalb spreche ich in diesem Zusammenhang nicht von Semantischer Suchmaschinenoptimierung bzw. Semantischer SEO. Ziel sollte es sein zur digitalen Marke oder zumindest digitalen Autorität werden. Nur wenn man als Entität auch zur Autorität/Marke wird sind nachhaltige Top-Rankings einfacher zu bekommen und zu halten.

Entität-Marke

 

Schlussfolgerung für SEOs und Content-Marketer

Google selbst gab erst kürzlich diese drei wichtigsten „Rankingsignale“an:

  1. Links
  2. Content
  3. Rankbrain

Die künstliche Intelligenz Rankbrain ist hierbei nicht als direktes Rankingsignal zu verstehen. Es handelt sich um ein sogenanntes AI-System, das vielmehr ein Update-Patch für den Hummingbird-Algorithmus ist und es bis dato über Machine-Learning-Mechanismen schafft, unbekannte Suchanfragen kontextuell bzw. thematisch einzuordnen.

Nach meiner Meinung stehen Links und Content sowohl in direktem Zusammenhang zueinander als auch mit der Relevanz einer Marke/Autorität.

Für Findbarkeit bei Google, aber auch generell, sollten sich Online-Marketer deswegen zukünftig auf Content, Linkaufbau, Indexierungssteuerung und den Markenaufbau konzentrieren. Crawlingsteuerung und andere technische Aufgaben werden auch weiterhin an Priorität verlieren bzw. nur für große Websites (größer als 100.000 URLs) kritische Erfolgsfaktoren bleiben.

Google möchte nutzerorientierte Inhalte belohnen, nicht die besten Techniker. Somit will Google im Optimalfall komplett auf die Zuarbeit von Webmastern und SEOs verzichten können und unabhängig von technischem Know-how die relevantesten Inhalte und Websites identifizieren.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es sinnvoll ist, bei allen Marketing- und PR-Aktivitäten mit Blick auf das Google-Ranking die eigene Marke mit Themen/Produkten in Zusammenhang zu bringen, für die man gefunden werden möchte. Sei es bei Marketing-Kampagnen, Marketing-Kooperationen wie es etwa Footlocker mit Adidas und andere Sportartikel-Herstellern gemacht hat, um bestimmte Suchanfragen-Muster zu fördern.

Man sollte versuchen, über PR-Aktionen oder Content-Marketing-Kampagnen Co-Occurrences und Verlinkungen aus themenaffinen redaktionellen Umfeldern zu generieren.

Generell kann man sagen, dass eigener Content über Owned Media und Signale über Co-Occurences bzw. Marken- und Domain-Nennungen in bestimmten Themen-Umfeldern die Autorität einer Marke steigert.

Marketing-Kooperationen, Werbung und Social-Media-Buzz sorgen für Reichweite und Popularität einer Marke.

Inwiefern Google Hashtags aus dem Social-Media-Umfeld beispielsweise bei häufig vorkommenden Hashtag-Kombinationen aus Marke und Themen/Produkte für die Relevanzbewertung hinzuzieht, wage ich nicht zu beurteilen. Theoretisch wäre dies aber auch möglich, insofern Google diese Signale von Wettbewerbern wie Facebook berücksichtigen möchte. Zumindest für Hashtags aus Twitter könnte ich mir das, aufgrund der neuen intensiveren Zusammenarbeit zwischen Google und Twitter, zukünftig auch vorstellen … Auch der Einfluss von Interaktionen von Influencern im Social-Media-Umfeld mit Inhalten könnte theoretisch durch Google erfasst und in der Relevanz-Bewertung berücksichtigt werden. Aber das sind alles theoretische Gedanken.

Der Aufbau einer digitalen Marke, deren Relevanz auch erfassbar für Google ist, ist nur ein Baustein zu Top-Rankings. Diese Optimierung findet auf Domain-Ebene statt. Genauso wichtig ist die taktische Suchmaschinenoptimierung auf Dokumentenebene und natürlich der Content an sich, den ich über eigene Kanäle und fremde Kanäle publiziere. Er ist das Bindeglied zwischen der Dokumentenoptimierung und der Optimierung auf Domain-Ebene hinsichtlich Autoritäts- und Markenaufbau.

 

 

Semantische Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Google
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Gesellschafter und Head of SEO & PPC der Aufgesang Inbound Marketing GmbH. Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück.Er ist begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer. Als Blogger schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, WebsiteBoosting, suchradar, Hubspot … Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie und IHK Hannover. Er ist Autor des E-Books “AdWords- Optimierung” und Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content- und Inbound-Marketing im Fokus seines Interesses.
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10 Antworten zu “Semantische Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Google”

  1. […] diesem Kapitel nur grob anreißen. Wer sich für das Thema interessiert, kann sich in dem Beitrag Semantische SEO für Google: Von der Entität zur Marke detaillierter […]

  2. Eileen sagt:

    Toller Artikel!
    Echt interessant und sehr verständlich geschrieben und durch die vielen Grafiken sehr anschaulich gestaltet! 🙂

  3. Sehr guter Artikel!
    Ich bin neulich auf diesen Artikel gestoßen, der einen Schritt weiter geht. Die Basis für relevanten Content wird hier nicht durch das Keyword generiert, sondern direkt über Entitäten, die sich aus Linked Data ergeben: http://seocopywriting.com/new-seo-approach-content-strategy/
    Dabei wird nicht mehr über den Keyword-Planer gesucht, sondern direkt über Linked-Data-Tools wie dem RelFinder: http://www.visualdataweb.org/relfinder/relfinder.php
    Finde ich einen extrem interessanten Ansatz…

    • Olaf Kopp sagt:

      Hallo Henry, danke für den Link. Das Problem dabei ist welches der vielen Tools zur Darstellung von semantischen Beziehungen nutzt man. Diese geben nämlich meistens komplett unterschiedliche Ergebnisse aus. Auf welcher Grundlage bestimmt Google die semantischen Beziehungen zwischen Entitäten? Dazu folgt hier aber auch noch ein Beitrag …

  4. […] – Man wird eine Marke und optimiert seine Seite auf Entitäten. […]

  5. […] einem weiteren Beitrag betrachtet Olaf Kopp sehr ausführlich die semantische Optimierung. So sollten SEOs öfters auch die Marke oder den eigenen Namen ins Adwords Keywordtool eingeben […]

  6. […] Semantische Optimierung bei Google – In diesem Artikel möchte ich auf Entitäten hinsichtlich dem Ranking bei der Suchmaschine Google eingehen. Grundlage dafür ist die Betrachtungsweise von Personen und Unternehmen auch als Entitäten. Weiter… […]

  7. Sara sagt:

    Google kann Beziehungen zwischen Keywords, Themen & Entitäten erkennen >> Genau das stimmt in diesem Kontext nicht. Müsste aber auch jeder erfahrene SEO und Webmaster wissen!

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