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Page Speed: Einfluss von Ladezeiten auf das Google-Ranking

26.August 2016 - SEO (Suchmaschinenoptimierung), SEO & SEA Studien & Untersuchungen - Olaf Kopp

Der Einfluss der Page Speed auf das Google Ranking wird in den letzten Jahren heiß diskutiert. Wann ist eine Website schnell genug für Google? Was bedeutet schnell? Eine kurze Ladezeit, niedrige Response Time, Größe der Seite oder Download-Geschwindigkeit? Wir haben die offiziellen Infos von Google dazu und die Ergebnisse einer eigenen Untersuchung zum Thema Page Speed zusammengetragen.

Ladezeiten_Ranking

Was bedeutet schnell?

Wenn man sich im Netz umschaut kursieren einige Annahmen, wann eine Website schnell ist. Die Annahmen reichen von schnell genug für den Nutzer bis zu konkreten Zeitangaben wie nicht länger als 3 Sekunden oder mindestens 1,5 Sekunden. Laut Search-Console scheint die Dauer für das Herunterladen einer Seite über 3 Sekunden als hoch und zwischen 1,5 und 3 Sekunden als durchschnittlich eingestuft zu werden. Laut John Mueller  differenziert Google hier nur zwischen langsamen und schnellen Websites. Sprich es ist unerheblich ob jemand 85 oder 100 Punkte im Page Speed Insights-Tool erreicht. Google Mitarbeiter Gary Illyes konkretisierte diese Aussage zumindest in Bezug auf Mobile etwas. So sei eine Punktzahl von 85 absolut ausreichend.

 

Zusammenhang zwischen „Page Speed“ und Ranking

Die letzten Aussagen zum Thema Page-Speed bzw. Ladezeit von Websites und dem Einfluss auf das Ranking stammen aus dem Jahr 2016. Im Webmaster Central Hangout vom 08.04.2016 bestätigt John Mueller, dass der Einfluss der Server-Ladezeit auf das Ranking nur gering sei und dass Optimierungen im Millisekunden-Bereich keine Auswirkungen auf das Ranking hätten. Dabei spricht er nur von der Zeit wie lange eine Website benötigt, um im Server geladen zu werden. Die Zeit, die der Google-Bot benötigt, um Inhalte zu crawlen ist kein direkter Rankingfaktor laut John, sondern beeinflusst nur die Crawling-Geschwindigkeit für Inhalte. Hier das Video dazu:

John Mueller hat in einem Webmaster Hangout aus Dezember 2015 folgendes zum Thema Page Speed bezogen auf Mobile gesagt:

Zeit: 25:11

Frage: Sind gute PageSpeeds für Mobile wichtiger als für stationäre Angebote?

Antwort: Ja, insofern als das mobile Anfragen etwas länger brauchen. Für den Nutzer multiplizieren sich also die Geschwindigkeiten. Dinge, die auf dem Desktop schon langsam sind, werden dann noch langsamer. Momentan verwenden wir das nicht für das Mobile Friendly Rating, das könnte aber irgendwann dazukommen.

Quelle: SEO-Portal

Zudem verlautete Gary Illyes im Juni 2016, dass Page Speed Teil des Mobile-Friendly-Algos werden könnte, wie in diesem Artikel bei Search Engine Land nachzulesen ist.

 

Diese Aussagen folgend damit ähnlichen Aussagen wie von Matt Cutts und Google in den Jahren zuvor.

Wenn Google von Seiten-Geschwindigkeit als Rankingfaktor spricht ist nicht ganz klar was gemeint ist. So heißt es im offiziellen Beitrag aus dem Jahr 2010:

As part of that effort, today we’re including a new signal in our search ranking algorithms: site speed. Site speed reflects how quickly a website responds to web requests. …We use a variety of sources to determine the speed of a site relative to other sites… While site speed is a new signal, it doesn’t carry as much weight as the relevance of a page. Currently, fewer than 1% of search queries are affected by the site speed signal in our implementation and the signal for site speed only applies for visitors searching in English on Google.com at this point.

Einige Monate später gab es auch im deutschen Webmaster Central Blog die Bestätigung:

Die Websitegeschwindigkeit gibt an, wie schnell eine Website auf Webanfragen reagiert… Daher haben wir uns dafür entschieden, die Websitegeschwindigkeit bei unseren Suchrankings zu berücksichtigen. Wir ziehen viele Faktoren heran, um die Geschwindigkeit einer Website im Vergleich zu anderen Websites zu ermitteln… Auch wenn die Websitegeschwindigkeit ein neues Kriterium ist, ist sie bei weitem nicht so wichtig wie die Relevanz einer Seite. Derzeit sind weniger als ein Prozent der Suchanfragen vom Kriterium der Websitegeschwindigkeit in unserer Implementierung betroffen. Das Websitegeschwindigkeits-Kriterium wird im Moment zudem nur bei auf Englisch gestellten Suchanfragen auf Google.com angewandt.

2010 und 2011 äußerte sich Matt Cutts noch  zu dem Thema

Aus allen Quellen wird ersichtlich, dass die „Geschwindigkeit“ einer Website ein eher schwaches Ranking-Signal ist. Zudem gab es 2013 eine Untersuchung von MOZ  inwiefern die Ladezeit, Response Time und die Größe einer Seite mit den Rankings bei 2000 Suchanfragen korreliert. MOZ konnte keine Korrelation zwischen der Ladezeit als auch der Größe der Website und den Rankings feststellen. Das Einzige was man als Zusammenhang zum Ranking einer Seite schwach erahnen konnte war die Response bzw. First Byte Time.

Our data shows there is no correlation between „page load time“ (either document complete or fully rendered) and ranking on Google’s search results page. This is true not only for generic searches (one or two keywords) but also for „long tail“ searches (4 or 5 keywords) as well. We did not see websites with faster page load times ranking higher than websites with slower page load times in any consistent fashion. If Page Load Time is a factor in search engine rankings, it is being lost in the noise of other factors. We had hoped to see some correlation especially for generic one- or two-word queries. Our belief was that the high competition for generic searches would make smaller factors like page speed stand out more. This was not the case.

 

Untersuchung MOZ: Ladezeit und Ranking

Untersuchung MOZ: Ladezeit und Ranking

Auch die Searchmetrics-Studie zu den Ranking-Faktoren 2015 konnte keinen Zusammenhang herstellen.

Ein Feature, welches stark technisch basiert ist, und in der Analyse aus dem vergangenen Jahr zum ersten Mal vorhanden war, ist „Sitespeed“. Dieser Faktor wurde unter der Erwartung einer deutlich positiv ausfallenden Korrelation in den Pool der Ranking-Faktoren für 2013 aufgenommen – jedoch betrug die Korrelation für diesen Wert, wie der Übersichtsgrafik mit den Veränderungenzu entnehmen ist, nahezu „null“.

Die Frage ist berechtigt warum in der SEO-Welt in den letzten Jahren die (Lade-)geschwindigkeit einer Website als wichtiges Ranking-Signal identifiziert wurde, obwohl groß angelegte Studien diese These nicht nachweisbar darstellen und auch Google selbst seit den Aussagen in 2010 das Gewicht des Rankingsignals „Geschwindigkeit“ nicht erhöht hat.

Als kritischer Beobachter und Zuhörer ein Grund mehr das Ganze Ende 2014 noch einmal in einer eigenen kleinen Untersuchung unter die Lupe zu nehmen.

Bevor ich auf unsere Untersuchungsergebnisse eingehe, macht es Sinn einige möglichen Kriterien bzw.Kennzahlen für die Bewertung der „Schnelligkeit“ einer Seite differenziert zu betrachten.

Response Time / Firstbyte Time

Diese Metrik beschreibt sozusagen den ersten Kontakt eines . Browsers mit der Seite. Dazu Wikipedia:

It is the duration from the virtual user making an HTTP request to the first byte of the page being received by the browser. This time is made up of the socket connection time, the time taken to send the HTTP request, and the time taken to get the first byte of the page.

Page Load Time / Ladezeit

Die Ladezeit oder auch Page Load Time umfasst die komplette Zeit des Prozesses zwischen einem Initial Request z.B. Klick auf einen Link bis zum fertigen Rendering der Seite. Man findet aber auch Auffassungen, bei der nur der Prozess bis zum Rendering der Seite, also das Laden des html-Codes ohne Berücksichtigung des Downloads bzw. der Darstellung von Bildern und Laden von Javascript Code wie z.B. Google Analytics, GTM, etc.

browser-pageload-timeline

Quelle: https://docs.newrelic.com/docs/browser/new-relic-browser/page-load-timing-resources/page-load-timing-process

 

Gewicht bzw. Größe der Website

Die Größe bzw. das Gewicht einer Website beschreibt die Anzahl an Kilobytes, die es benötigt eine Website vollständig (runter)zu laden. Neben dem reinen Gewicht ist auch noch die Geschwindigkeit diese Kilobytes herunterzuladen interessant.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung zum Thema Page Speed und Ranking

In unserer kleinen Untersuchung haben wir ähnlich der MOZ-Studie den Einfluss von der Firstbyte Time, Page Load Time und Gewicht einer Website auf das Ranking überprüft. Dazu haben wir 50 Suchanfragen aus unterschiedlichen Themenbereichen bei Google eingegeben und die Ladezeit, Firstbyte Time und Gewicht der jeweilig in den ersten zehn Suchergebnissen rankenden Websites untersucht. Nachfolgend die Ergebnisse:

Aufgesang Ladezeit Untersuchung

Aufgesang Ladezeit Untersuchung

 

Fazit: Wenn nur ein sehr kleiner Einfluss der Ladezeit oder Gewicht einer Website auf das Ranking

Unserer Page Speed Test hat ein ähnliches Bild wie bei der Studie von MOZ ergeben. Bis auf die Firstbyte Time scheint es keinen klaren direkten Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit bzw. Ladezeit oder Gewicht einer Website zum Ranking zu geben. Bei der Firstbyte Time lässt sich ein Zusammenhang erahnen. Dazu hat der geschätzte Kollege Michael Janssen eine eigene Untersuchung gemacht, aus dieser eher eine Firstbyte Time kleiner als 300 Ms als Empfehlung ausgibt. Diese hängt aber entscheidend von der Geschwindigkeit des Servers ab, auf der die Domain gehostet ist, liegt also damit nicht im direkten Einflussbereich eines Suchmaschinenoptimierers.

Und wenn wir schon von direkt sprechen kommen wir zum kleinen aber. Ich denke, dass Nutzersignale wie z.B. Verweildauer oder Absprungrate bereits Bestandteil des Ranking-Algorithmus sind und zukünftig n0ch weiter an Relevanz gewinnen werden. Deshalb sollte man darauf achten, dass die eigene Website in einer zumutbaren Zeit lädt. Das bedeutet, dass es hier nicht darum geht ob eine Website 2, 3 oder 4 Sekunden zum Laden braucht.

 

Doch welche Zeit ist zumutbar?

Ich denke diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Menschen die unter zeitlichen Druck stehen werden diese Frage anders beantworten, als Menschen, die gemütlich im Netz surfen. Zudem ist es auch immer eine Frage der Internetverbindung, wie lange man auf eine Website warten muss. Ein weiterer Faktor für das Empfinden von Schnelligkeit bzw. Langsamkeit ist die Gewohnheit. Man orientiert an dem was man von anderen Angeboten gewohnt ist. Laut einer Studie von Radware aus dem Jahr 2013. Dort wurden die 500 größten E-Commerce Sites hinsichtlich der Ladegeschwindigkeit untersucht. Demnach werden E-Commerce-Websites aufgrund der wachsenden Größe eher langsamer als schneller.

Infografik zur Radware Studie

Infografik zur Radware Studie

Die von Google angegebenen 1,5 Sekunden sind hingegen Utopie und haben nur wenig mit der Praxis zu tun.  Dieser Wert sollte nicht als Zielvorgabe herangezogen werden.

Bei der Suchmaschinenoptimierung sollte man sich hingegen darauf konzentrieren zugunsten der Nutzersignale sich Marktdurchschnittswerten orientieren. Schneller als die Wettbewerber kann man sein, muss man aber mit Blick auf die Rankings nicht sein. Deutlich langsamer, also mehrere Sekunden, allerdings auch nicht, um im Rahmen der Zumutbarkeit zu bleiben. Die Wirkung der Geschwindigkeit einer Website als direkter hebel auf das Ranking scheint hingegen verschwindend gering.

 

Weitere Quellen zum Thema Page Speed & Ladegeschwindigkeit

Pagespeed Präsentation von John Mueller


https://www.seo-suedwest.de/1738-google-webseitengeschwindigkeit-mobile-friendly.html
https://www.seo-suedwest.de/1635-page-speed-google-nur-geringe-auswirkungen.html

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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Gesellschafter und Head of SEO der Aufgesang Inbound Marketing GmbH . Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück.Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Ostfalia Hochschule, Norddeutschen Akademie, CMCx, SEOCampixx … Er ist Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.
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6 Antworten zu “Page Speed: Einfluss von Ladezeiten auf das Google-Ranking”

  1. Samuel sagt:

    Hallo Herr Kopp,

    Eine interessante Zusammenfassung zum Thema Pagespeed. Google behauptet das Nutzersignale eher unbedeutend wären und nicht in die Rankings mit einfließen. Das passt aber nicht mit dem Test zusammen den MOZ durchgeführt hatt: nachdem mehrere hundert Nutzer die gleiche Seite aufgerufen haben stieg die Seite im Ranking. Nutzersignale sind wichtig auch wenn Google etwas anderes behauptet. Ich frag mich nur warum Google sich so sehr dagegen stemmt?
    .

  2. Dieser Artikel sollte endlich gelösch werden, weil er nicht mehr zutreffend ist. Mittlerweile ist der PageSpeed nach den grundlegenden OnPage Richtlinien und mobilefreundlichkeit der wichtigste Rankingfaktor

    • Olaf Kopp sagt:

      Hallo Andre, ich finde mit dieser Aussage lehnst Du Dich weit aus dem Fenster. Damit folgst Du der Aussage vieler gerade technischer SEOs. Aber das Aussagen von SEOs nicht immer der Realität entsprechen hat man jetzt wieder bei den Nutzersignalen gesehen, die laut John Mueller kein direkter Ranking-Faktor sind. Damit würde auch hinsichtlich Page-Speed ein Argument entkräftet, warum dieser so wichtig sein sollte. Bisher gibt es ausser bei den mobilen Suchergebnissen keine Aussage seitens Google dazu, dass Page Speed ein entscheidender direkter Rankingfaktor ist. Auch die järhlichen Korrelations-Studien von Searchmetrics und MOZ liefern keinen Beweis dafür. Deswegen finde ich die Aussage, dass Page Speed einer der wichtigsten Ranking-Faktoren ist sehr gewagt. Die wichtigsten Ranking-Faktoren laut Google sind Content, Links und Rankbrain. Und deswegen bleibt dieser Beitrag auch online 🙂

  3. Sebastian sagt:

    Hi, sehr interessantes Thema, das oft aus den Augen verloren wird. So war es auch bei mir. Durch eine ganze Menge Plugins wurde die meine Seite immer langsamer. Ich hatte manchmal das Gefühl sie bleibt stecken 🙂
    Dann habe ich bei meinen Plugins einmal ausgemistet und habe mir ein Tool für die Bildkomprimierung zugelegt. Danach lief die Seite deutlich flüssiger.

    VG
    Sebastian

  4. […] her, leider verlängert ihr Betrieb allerdings die Ladezeit. Und wer will das schon? Google wohl nicht – obwohl es – was sonst? – auch bei diesem Punkt unterschiedliche Meinungen […]

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