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Was ist ein 404-Fehler?

Der 404-Fehler ist ein Fehlercode, der darauf hinweist, dass die angeforderte Seite oder Ressource nicht verfügbar ist. Die Ursache der Fehlermeldung liegt dabei auf Clientseite. Der Fehler ist einer von über 60 HTTP-Statuscodes, mit denen ein Server auf eine HTTP-Anfrage antworten kann. Er ist gleichzeitig der wohl bekannteste Statuscode, da man als Privatnutzer häufig mit ihm in Kontakt kommt, während die meisten anderen Codes im Hintergrund verarbeitet werden. Für die Suchmaschinenoptimierung ist der Code wiederum wichtig, da nicht verfügbare Ressourcen für Suchmaschinen ein Grund zum Downranking der Webseite sind.

Definition des 404-Fehlercodes

Mitte der 1990er-Jahre definierte das W3C – das World Wide Web Consortium – die noch heute gültige Logik zur Namensgebung von HTTP-Fehlercodes. Diese Codes setzen sich immer aus drei Ziffern zusammen:

ZifferBedeutung
1. Ziffer
  • 1xy: Anfrage wird bearbeitet
  • 2xy: erfolgreiche Anfrage
  • 3xy: weitere Client-seitige Schritte sind erforderlich
  • 4xy: gescheiterte Anfrage, Ursache wohl Client-seitig
  • 5xy: Fehler, Ursache auf Seiten des Servers
2. Ziffer
  • x0y: weist auf generellen Syntaxfehler hin
3. Ziffer
  • weist auf den spezifischen Fehler innerhalb der Oberkategorie der 1. Ziffer hin
  • bei 40x z.B.: 400 – Bad Request, 401 – Unauthorized, 404 – Not Found

Der 404-Error ist also nicht der einzige Fehlercode in seiner Gruppe. Außer ihm existieren noch mehr als zwanzig andere Fehlermeldungen, die ein User bei einer Anfrage als Antwort erhalten kann. Außerdem gibt es einige Fehlermeldungen, die nicht zu den offiziellen HTTP-Statuscodes zählen. Ein Beispiel dafür ist der Error-418, der mit „Ich bin eine Teekanne“ antwortet. Ursprünglich als Aprilscherz gedacht, gab es von Nutzerseite Rufe danach, den Fehlercode existieren zu lassen als Hinweis darauf, dass immer noch Menschen für die Programmierung verantwortlich sind.

Der 404-Fehler weist auf eine nicht auffindbare Ressource hin. Links, welche die Fehlermeldung hervorrufen, werden auch als „Deadlink“ bzw. „Totlink“ bezeichnet, da sie auf etwas verlinken, das nicht (mehr) existiert. Statt des angeforderten Contents wird somit eine Fehlerseite angezeigt. Das kann mit der Post verglichen werden: Ist die Zustelladresse unbekannt, wird die Sendung zum Absender zurückgeschickt.

So entsteht die 404-Fehlermeldung

Das Internet ist ein dezentrales Netzwerk. Das bedeutet, dass es diejenigen Freiheiten bieten kann, die wir über die letzten Jahrzehnte kennen- und lieben gelernt haben. Allerdings gibt es auch keine zentrale Kontrollstelle, die zum Beispiel internetweit Deadlinks ausfindig macht und die jeweiligen Seitenbetreiber über diese informiert. Webmastern bleibt also nichts anderes übrig, als sich selbstständig auf die Suche nach ihnen zu machen. Bevor man 404-Fehlermeldungen sucht, sollte man jedoch nachvollziehen können, wie diese entstehen. Ein paar Gründe dafür können sein:

• Domain oder Domainname existiert nicht
• Unerreichbarer Webserver
• Neu vergebene Domain, weshalb Website ohne Inhalt ist
• Schreibfehler im Link der Ursprungsseite (Groß-/Kleinschreibung, falsches Zeichen)
• Zielwebseite/-datei ist gelöscht, verschoben oder umbenannt worden
• Schreibfehler bei verlinkenden Seiten
• Domainname kann nicht in IP konvertiert werden
Für User kann der Versuch, die betroffene Webseite neu zu laden, schon reichen, um Abhilfe zu schaffen. Eine Serverüberlastung kann nämlich ebenfalls zur Anzeige des Fehlers führen wie auch fehlerhaftes Laden oder eine fehlerhafte Eingabe des Links. Die Anzahl an potenziellen Fehlern, die zur Fehlermeldung führen, ist somit ziemlich groß. Sie kann von technischen Problemen bis zu menschlichem Versagen von verschiedenen Quellen verursacht werden.

Soft-404- und normaler 404-Fehler: Das ist der Unterschied

Wo es einen Normalfall gibt, lässt der Sonderfall nicht lange auf sich warten. So ist es auch beim 404-Fehler. Der Spezialfall wird dabei als „Soft-404“-Fehler bezeichnet. Was passiert genau, wenn dieser Sonderfall eintritt?

• Der Statuscode zeigt an, dass die Zielseite nicht existiert (404-Fehler)
• Der Statuscode sendet trotzdem auch einen 200er-Code (Erfolgreiche Anfrage)
Bei diesem speziellen Fehler wird also vorgegaukelt, dass es trotz der Fehlermeldung eine Seite gibt. Das Ergebnis dieser Antwort ist, dass eine Seite mit sehr unbefriedigendem Inhalt aufgerufen wird – etwa eine Standardseite oder eine Seite ohne jeglichen Inhalt.

Neben der Tatsache, dass sich die gesendeten Statuscodes gegenseitig ausschließen, ist der Spezialfall auch für Suchmaschinen und ihre Ergebnisse ein unnötiges Übel. Der Crawler übernimmt den 200er-Code und führt die Zielseite weiterhin unter den Suchergebnissen auf – obwohl es möglicherweise gar keinen Content gibt.

Welche Bedeutung hat der Fehlercode für die Suchmaschinenoptimierung?

Deadlinks kommen auf praktisch jeder Webseite vor – und damit auch der 404-Fehler. Das wissen Suchmaschinen und deren Crawler. Deswegen schlägt sich das Vorkommen des Fehlercodes auf einer Seite erst dann auf deren Ranking nieder, wenn die Fehler gehäuft vorkommen oder offensichtlich wenig oder keine Zeit damit verbracht wird, diese zu beheben. Regelmäßige Arbeiten an der eigenen Webseite sowie an internen und externen Links sind also definitiv zu empfehlen.

Das Umleiten ist mitunter die sinnvollste Lösung für den Fehler. Wird der User von der fehlerhaften Zielseite auf eine andere Seite weitergeleitet, die suchanfragenrelevanten Content enthält, beruhigt das die Suchmaschinen und bietet Usern Content, der für sie nützlich sein kann.

Am schlimmsten für das Ranking bei Google und Co. ist es, wenn eine Vielzahl an Soft-404-Fehlern auf einer Webseite vorkommt. Suchmaschinen erkennen solche gehäuften Fehler schnell als Täuschungsversuch und ranken die Webseite entsprechend ab. Das gilt auch, wenn die fehlende Seite einfach auf die Startseite weiterleitet. Suchmaschinen wollen möglichst perfekte Antworten auf die Sucheingaben liefern – diesem Ideal entsprechen Deadlinks schlicht nicht. Und auch User werden durch solche Weiterleitungen enttäuscht: Sie könnten zwar von der Startseite aus ihre Suche erneut starten, verlassen aber erfahrungsgemäß eher frustriert die Webseite, da sie sich in die Irre geführt fühlen.

Der richtige Statuscode ist entscheidend

Für die Suchmaschinenoptimierung ist es also sehr wichtig, Fehlerseiten zu entfernen – oder sie zumindest mit dem entsprechenden Fehlercode auszustatten. Das befriedigt im nachfolgenden Schritt die Crawler und verhindert schlechtere Rankings, bis die entsprechenden Seiten entfernt oder neu aufgebaut werden können. Außerdem steckt durchaus Potenzial in einer Fehlerseite, um diese für User nützlich zu machen. Hier gibt es für Webmaster etwas Gestaltungsspielraum:

  • Werden User auf den Fehler aufmerksam gemacht?
  • Wird der Fehler per Kontaktformular gemeldet?
  • Beinhaltet die 404-Fehlerseite eine Sitemap, um dem User das Ausweichen zu erleichtern?
  • Gibt es eine Suchfunktion, mit der User ihre Recherche erneut starten können?
  • Ist die Fehlerseite im zur Webseite passenden Design gehalten?

All das sorgt letztendlich dafür, dass die User-Experience verbessert wird. Nichts schreckt mehr ab als ein riesiges rotes Ausrufezeichen, begleitet von einem einzigen Hinweis auf „404 – Site not found“. Stattdessen können mit einer gut gestalteten Fehlerseite positive Reaktionen beim User hervorgerufen werden – der User wird trotz Fehlermeldung auf der Webseite gehalten und zur weiteren Interaktion animiert.

404-Fehler identifizieren und dagegen vorgehen

Um Fehlerseiten auf einer Webpräsenz zu identifizieren, ist die Verwendung von bestimmten Tools erforderlich. Eines, das Webmaster kostenlos nutzen können, ist beispielsweise die Google Search Console. Andere Tools sind der Dead Link Checker oder der W3C Link Checker. Diese analysieren spezifische Webseiten und werfen eine Auflistung aller erkannten 404-Fehler aus. Bei den Ergebnissen gilt es, zwischen zwei Arten zu unterscheiden:

  • Interne 404-Fehler: Verlinkungen zwischen eigenen Seiten mit Fehlermeldung sollten behoben werden, zum Beispiel durch eine Umleitung
  • Externe 404-Fehler: Weiterleitung einrichten auf anderen, passenden Content oder Webmaster der verlinkenden Seite bitten, den Link zu korrigieren

Durch diese „Reinigungsarbeiten“ lässt sich nachhaltig die Attraktivität einer Webseite für Crawler erhöhen. Das führt dazu, dass diese – aufgrund ihrer begrenzten Kapazitäten – wieder mehr Fokus auf relevante Unterseiten einer Webseite legen und das Ranking positiv beeinflusst wird.

Wer zunächst lediglich die 404-Seiten der eigenen Webseite individuell gestalten will, kann dies mit einer entsprechenden Seite (z.B. „error.php“) sowie einer htaccess-Datei tun. Bei Letzterer handelt es sich um eine schlichte Text-Datei mit dem Inhalt „ErrorDocument 404 http://www.meineseite.de/error.php“ („meineseite.de“ wird durch die URL der eigenen Webseite ersetzt) und dem Dateinamen „.htaccess.txt“. Wird diese Datei in das Stammverzeichnis der Webseite kopiert, sorgt sie dafür, dass 404-Fehler automatisch an die zuvor erstellte „error.php“-Seite weitergeleitet werden.

Onlinemarketing und der 404-Fehler

Site Management ist essenziell für den Erfolg der eigenen Webseite, sowohl in Bezug auf die Suchmaschinen-Sichtbarkeit als auch den User-Nutzen. Deshalb gehört das regelmäßige Prüfen auf 404-Fehler und das Korrigieren der fehlerhaften Seiten zum grundlegenden Handwerkszeug eines jeden Webmasters. Und wer sich besonders viel Mühe dabei gibt (etwa mit eigens erstellten Fehlerseiten), der kann eventuell sogar eine fehlerhafte Seite zur positiven User-Experience machen.

Weiterführende Links Thema 404

herausgegeben von: Olaf Kopp
Datum: 31. Oktober 2019

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