Du interessierst Dich für das Thema Bounce Rate bzw. Absprungrate. Dann bist Du in unserem Glossar für Fachbegriffe aus dem (Online-) Marketing genau richtig. In diesem Beitrag bekommst Du alle wichtigen Informationen zum Thema Online Marketing.

Was ist die Bounce Rate?

Die Bounce Rate – auf Deutsch „Absprungrate“ – ist im Online-Marketing eine Kennziffer dafür, welcher Prozentsatz der Besucher einer Website nur einen einzelnen Seitenaufruf erzeugt und danach die Domain wieder verlässt. Hat eine Seite beispielsweise zwei Besucher, von denen einer nur auf der Landingpage verweilt, während der andere noch eine Unterseite aufruft, beträgt die Bounce Rate 50 %. Die Kennzahl wird in der Webanalyse zwar als wichtiger Faktor für die Besuchsqualität angesehen, ist jedoch nur in Bezug auf andere Metriken wirklich aussagekräftig.

Absprungrate & Ausstiegsrate – was ist der Unterschied?

Die Definition der Bounce Rate ist vergleichsweise kurz und leicht verständlich. Trotzdem wird sie immer wieder mit der Ausstiegsrate – auf Englisch „Exit Rate“ – verwechselt. Dabei unterscheiden sich die beiden Kennzahlen grundsätzlich sehr stark voneinander. Zur Erinnerung: Die Ausstiegsrate kennzeichnet, welcher Seitenaufruf der letzte in einer Sitzung war – es zählt nur die Endseite, nicht wie viele andere Seiten davor lagen. Der größte Unterschied zwischen den beiden Raten ist gleichzeitig der ausschlaggebende.

Bei der Absprungrate besteht fast keine Interaktion mit der Einstiegsseite – es wird keine Unterseite geöffnet, kein Download auf der Zielseite getätigt und keine Mindest-Verweildauer überschritten –, entscheidend ist nur der Aufruf und das darauffolgende Schließen der Seite.

Besteht eine Interaktion mit der Einstiegsseite, erkennen das die unterschiedlichen Analysetools. Das Ergebnis ist, dass diese Art des Zugriffs nicht in die Absprungrate aufgenommen wird, weil sie nicht als „bounce“ klassifiziert wird. Es lässt sich also grundsätzlich festhalten, dass ein Absprung immer als Ausstieg gilt, während ein Ausstieg nicht automatisch als Absprung zählt.

So funktioniert die Berechnung der Bounce Rate

So einfach wie die Definition ist auch die tatsächliche Berechnung der Absprungrate – und das gleiche gilt für die Ausstiegsrate. Veranschaulichen lässt sich das am einfachsten in folgender Tabelle:

Bounce Rate Exit Rate
Absprungrate = (Gesamtanzahl der Zielseitenabsprünge) / (Gesamtanzahl Zielseitenaufrufe) Ausstiegsrate = (Gesamtanzahl Endseitenausstiege) / (Gesamtanzahl Seitenbesuche)

Die Ergebnisse werden als Prozentzahlen angegeben. Bei der Auswertung der Daten ist es wichtig, dass diese in Relation zu anderen Webanalyse-Ergebnissen gesetzt werden. Die Bounce Rate alleine mag zwar als guter Indikator für die Qualität einer Zielseite erscheinen, die Wahrheit ist aber ein wenig komplizierter.

Gut, normal, schlecht – wie ist der Prozentsatz zu bewerten?

Wer bei seinem Internetauftritt eine hohe Bounce Rate feststellt, der nimmt sie typischerweise als negatives Zeichen wahr und versucht, sie zu verringern. Das ist jedoch nicht immer zielführend. Eine wichtige Größe, die in Bezug zum Bounce gesetzt werden muss, ist die Verweildauer. Diese wird in der Berechnung nicht berücksichtigt, ist aber ausschlaggebend bei der Bewertung von Webseiten. Finden Besucher die gesuchten Informationen auf den ersten Blick auf der Zielseite, ist die Bounce Rate hoch und die Verweildauer niedrig – die User Experience ist hingegen sehr positiv.

Entgegen der landläufigen Meinung wird die Bounce Rate nicht als besonders wichtiger Rankingfaktorn für Google geführt – das bestätigen beispielsweise Aussagen hochrangiger Google-Mitarbeiter wie Gary Illyes.

Andere Faktoren sind außerdem die jeweilige Branche, der die Website zugeordnet ist, sowie die Kategorie und die Funktion einer einzelnen URL. Davon abhängig ergeben sich mitunter große Schwankungen in der Absprungrate, die aber normal sein können im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bereich. Der Branchenvergleich ist also auch maßgeblich.

Wer nach all diesen Betrachtungen noch immer zu dem Schluss kommt, dass die Absprungrate der eigenen Webseite zu hoch ist, dem stehen zu ihrer Verringerung unterschiedliche Mittel zur Verfügung:

  • Relevanten Content erstellen
  • Content auf mehreren Seiten platzieren
  • Layout & Design optimieren
  • SEO & Technik verbessern

Schnelle Ladezeiten, keine Serverausfälle und passende Keywords sind entscheidend, um Absprünge zu minimieren. Außerdem lohnt sich die Anpassung von Layout & Design der Seite an die gewünschte Zielgruppe sowie Interaktion, genauso wie die Befüllung mit Content, der auf diese zugeschnitten ist.

Die Bounce Rate im Online-Marketing

Erfolgreiches Online-Marketing basiert auf vielen verschiedenen Faktoren – die Absprungrate zu erkennen und richtig zu bewerten, gehört dazu. Alleine trifft sie nämlich keine zuverlässige Aussage darüber, wie qualitativ hochwertig die Seite ist und ob die User Experience positiv oder negativ ausfällt.

Weitere Quellen zum Thema Bounce Rate

  • https://www.abtasty.com/de/blog/bounce-rate/
  • https://www.textbroker.de/bounce-rate-absprungrate
  • https://onlinemarketing.de/news/richtigen-schluesse-deiner-bounce-rate
  • https://www.sem-deutschland.de/blog/nutzersignale-rankingfaktor-google/

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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang GmbH . Von 2012 bis 2015 war er Geschäftsführer. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie, CMCx, OMT, OMX, Campixx… Er ist Mitveranstalter des SEAcamps und Moderator des Podcasts Content-Kompass auf termfrequenz. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.
herausgegeben von: Olaf Kopp
Datum: 30. August 2019

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