PR“ steht für Public Relations. oder auch Öffentlichkeitsarbeit. PR ist Teil der Unternehmenskommunikation bzw. Organisationskommunikation für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen bzw. Stakeholdern wie z.B. Kunden, Mitarbeiter, Medienvertreter, Shareholder …. Zu Public Relations zählen u.a. Teilbereiche wie Medienarbeit, Blogger- und Influencer-Relations, Human-Relations, Vertriebs-PR, Krisen-PR, Medienbeobachtung, Online-PR.

Während Marketing in erster Linie für kommerzielle Unternehmen und Gewerbetreibenden betrieben wird, findet PR  auch bei nicht-kommerzielle Organisationen, Behörden, Interessengruppen oder politische Parteien statt, um mit ihren Zielgruppen im Sinne der Organisationskommunikation zu interagieren.

Für den erstmals 1882 an der Yale-Universität in den USA eingeführten Begriff Public Relations wurde nie eine genaue deutsche Übersetzung festgelegt. Seit ca. 1917 ist der Begriff der Öffentlichkeitsarbeit bekannt, der dem englischen Terminus – Public Relations bedeutet wörtlich öffentliche Beziehungen – am ehesten entspricht. Zudem ist die Beziehung eines Unternehmens zur Öffentlichkeit auch inhaltlich das zentrale Anliegen jeder PR-Abteilung.

Ziele der PR

Konkret hat PR stets das Ziel, die eigene Marke oder das Unternehmen mit seinen Produkten und Leistungen in den Augen von Partnern, Kunden und der Öffentlichkeit in ein optimales Licht zu rücken. Dafür wird auch auf Mechanismen zurückgegriffen, die aus dem Marketing stammen. Wie sich später noch zeigt, bestehen verschiedene Unterschiede zwischen PR und klassischer Werbung.

Was sind die Aufgaben in der PR?

Schaffung und Aufrechterhaltung einer positiven Identität sowie Aufbau und Pflege von Beziehungen sind die wichtigsten Aufgaben in der PR. Diese Arbeit fällt zu großen Teilen, jedoch nicht ausschließlich, dem Pressesprecher oder der Presseabteilung des jeweiligen Unternehmens zu. Organisationskommunikation im Sinne der Pressearbeit richtet sich in erster Linie auf den Beziehungsaufbau zu Journalisten und zu für das zu fördernde Geschäft relevanten Redaktionen.

So werden zum Beispiel Pressemitteilungen verfasst, um Geschäftsentwicklungen, aktuelle Unternehmenszahlen oder personelle Veränderungen im Unternehmen an die zuständigen Redaktionen weiterzuleiten. Der Pressesprecher ist in allen die Öffentlichkeit betreffenden Fragen der erste Ansprechpartner für die Journalisten der TV-Sender, Rundfunkstationen und Zeitungsredaktionen. Durch das Internet gehört auch die Betreuung von Online-Medien zum Aufgabengebiet der Public Relations. Digitaler Content hat gegenüber den klassischen Printmedien massiv aufgeholt und viele Zielgruppen bilden sich ihre Meinung heutzutage fast ausschließlich durch den Konsum von Online-Medien.

Jenseits des fachlichen Interesses der Presse muss gute PR alle Aspekte der Unternehmenskommunikation umfassen. Also spielt der Dialog mit Kunden und Interessenten auf allen Medienkanälen und im geschäftlichen Alltag eine entscheidende Rolle.

Ein Kernaspekt der PR ist die Meinungsbildung. Stärken des Unternehmens werden in den Vordergrund gestellt, um das Vertrauen möglicher Kunden zu gewinnen. Durch geschickte Organisationskommunikation kann das gesamte Image einer Marke verändert werden, um die Ansprüche der Zielgruppe besser zu erfüllen. Gegenüber Partnern und Kunden dient PR auch einem transparenten und verantwortungsvollen Miteinander. Würden durch die Pressemitteilungen Falschmeldungen verbreitet, um Konsumenten oder Aktionäre zu täuschen, kann dies schnell schwerwiegende Imageschäden zur Folge haben.

Alle PR-Abteilungen müssen daher stets in engem Kontakt zur Firmenleitung und allen relevanten Abteilungen und Gremien stehen. Nicht nur Werbekampagnen, sondern die gesamte langfristige strategische Ausrichtung des Unternehmens muss definiert und öffentlichkeitswirksam realisiert werden. Dies ist eine vielseitige und sensible Arbeit, deren Umsetzung großes Fingerspitzengefühl und ein solides Verständnis von Sprache, Medien und Psychologie erfordert.

Wie funktioniert PR?

PR in der Organisationskommunikation erfordert ein ausgereiftes Kommunikationsmanagement. Pressemitteilungen sind nur ein Bestandteil der PR-Strategie, welche die Vision oder Mission eines Unternehmens oder einer Organisation vermitteln soll und ein entsprechendes positives Image in der Öffentlichkeit entstehen lässt.

Eine sorgfältige Zielgruppenanalyse kann eingrenzen, an welches Publikum sich die Unternehmenskommunikation wendet. Doch jenseits der für die Umsätze verantwortlichen Zielgruppe kommt jedes Unternehmen auch mit vielen weiteren Personen der Öffentlichkeit und des regionalen Umfelds in Berührung. So muss zum Beispiel eine Fabrikbetreiber auch mögliche Beschwerden über Abgase oder Lärm der Anwohner aus der Nachbarschaft einkalkulieren. Deshalb gehört auch das Vermeiden oder Lösen von Konflikten zu den Aufgaben der PR-Abteilung, die in diesem Fall vermitteln würde.

Es gibt verschiedene Varianten der PR im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. So zum Beispiel Veranstaltungen, bei denen die Firma im Rampenlicht stehen kann und zu denen sich wichtige Partner einladen lassen. Denkbar wären Messeauftritte, Tage der offenen Tür oder Firmenfeste. Auch öffentliches Engagement trägt enorm dazu bei, die Sympathiewerte eines Unternehmens zu steigern.

Welchen Nutzen liefern Public Relations?

Public Relations liefert konkreten Nutzen bezüglich dem Image, der Markenbekanntheit, Reichweite und beim Dialog mit Partnern, Kunden und Interessenten. Je besser der Ruf eines Unternehmens bei allen Stakeholdern, desto leichter lassen sich Interessenten in neue Kunden umwandeln.

Die Arbeit von PR-Abteilungen, PR-Spezialisten und PR-Agenturen

PR-Spezialisten produzieren hochwertigen Content für die Öffentlichkeit und sind in der Lage, alle relevanten Medienkanäle und Kommunikationsformen optimal abzudecken. Ein Pressesprecher wird zum Gesicht seiner Firma, stellt sich als erster allen kritischen Fragen und wird versuchen, jede potenziell rufschädigende Situation zu entschärfen. PR-Experten leisten auch Community-Arbeit, beantworten Fragen und Kritik sensibel und mit der passenden Wortwahl und sorgen generell für eine positive Außendarstellung in Medien und Alltag.

Eine gute PR-Agentur nimmt sich Zeit für ihre Kunden, um deren Geschäft und die Besonderheiten des Unternehmens zu verstehen. Nur wenn die Organisationskommunikation sich mit der Unternehmenskultur deckt und zum Stil der Marke passt, können PR-Maßnahmen ihre Wirkung voll entfalten.

Neben ihrem Beitrag zur Kommunikation mit der Presse hat die PR-Abteilung ebenso eine überwachende Funktion. Auch alle nicht selbst produzierten (Earned Media) oder in Auftrag gegebenen Inhalte wie z.B. Advertorials (Paid Media) zur betreuten Firma werden überwacht und gegebenenfalls beantwortet oder kommentiert. Ob in den Sozialen Medien oder auf der Homepage eines Unternehmens – viele User produzieren aus eigenem Antrieb Inhalte. Dieser User-Generated-Content wird meist aus Sympathie und Kundentreue erstellt und kann sehr positive Effekte haben.  Die Motivation und Betreuung von Kunden, Followern, Fangruppen und anderen Personengruppen gehört auch zu den Aufgaben professionell betriebener Public Relations.

Quelle: https://www.medienstuermer.de/blog/public-relations-oeffentlichkeitsarbeit-hat-mit-werbung-nichts-zu-tun/

Was sind die Unterschiede zwischen PR, Marketing und Werbung?

Marketing und Werbung sind einzig auf den Verkauf von Produkten oder Leistungen an Kunden ausgelegt. Werbung und Marketing zielen  in erster Linie darauf ab, kurz bis mittelfristig den Absatz von Produkten oder den Auftragseingang für Dienstleistungen zu steigern.

Public Relations kann in bestimmten Fällen als Teil des Marketings gesehen werden, geht jedoch auch darüber hinaus. Während eine Marketingkampagne für eine bestimmte Kundengruppe und ein konkretes Angebot geschaffen wird, steuert PR die gesamte Unternehmenskommunikation und optimiert das ganzheitliche Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Wo die Werbung also vor allem Einzelleistungen oder Produkte verkauft, steigert gelungene PR das Ansehen der gesamten Marke. Wie bereits erwähnt, gehört dazu der Dialog mit Partnern, Kunden, Behörden und weiteren.

Welche Rolle spielen Influencer und andere Multiplikatoren bei der PR?

Verschiedene Multiplikatoren können die PR im Sinne einer gelungenen Organisationskommunikation beeinflussen. Zu den wichtigsten Multiplikatoren gehören die Medien, wo von Fernseh- und Radionachrichten bis zu Newsfeeds und Livestreams im Internet die neuesten Nachrichten über eine Marke oder Organisation veröffentlicht werden. Wo sich die meisten Menschen informieren und ihre Meinung bilden, erreicht jede Meldung potenziell Millionen aktiver oder zukünftiger Kunden und Partner.

Es gehört zu den Pflichten einer PR-Abteilung, diese Multiplikatoren so gut es geht zu „steuern“. Durch gezielte Pressemitteilungen, per Interview oder als Podcast im Web, lassen sich Inhalte so kommunizieren, dass das eigene Unternehmen optimal davon profitiert. Gute Beziehungen zu den Multiplikatoren sind dabei wichtig, um das beiderseitige Vertrauen zu sichern. Gleichzeitig reagiert die Unternehmenskommunikation auf alle Nachrichten, die ohne eigenes Zutun veröffentlicht werden.

PR soll die Glaubwürdigkeit erhöhen. Deshalb kann es fatal sein, Missstände oder Probleme zu vertuschen – kommt ein Schwindel heraus, wird das Image durch dessen Enthüllung in den Medien nachhaltig geschädigt.

Doch klassische Nachrichtenmedien sind nicht mehr die einzigen Multiplikatoren, mit denen sich PR-Experten auseinandersetzen. Da moderne Öffentlichkeitsarbeit praktisch nicht mehr ohne Einbeziehung des Internets und der Sozialen Medien vorstellbar ist, spielen die sogenannten Influencer eine besondere Rolle. Dabei handelt es sich vorwiegend um Blogger oder Vlogger, die sich einen Ruf als Experten für ein bestimmtes Thema, als hervorragende Unterhalter oder Ratgeber erarbeitet haben. Einige dieser Influencer haben Hunderttausende oder gar Millionen von Fans in den Sozialen Netzwerken. Empfiehlt also eine bekannte Modebloggerin ein bestimmtes Outfit, kann sich der verantwortliche Modekonzern auf einen viele Kunden einstellen. Entsprechend hoch ist der Nutzen, wenn im Sinne der PR gute Beziehungen zu den richtigen Influencern unterhalten werden.

Auch manche Journalisten haben sich mit ihren Kolumnen, Glossen oder Blogs einen Namen als Influencer gemacht und werden von vielen Nutzern als Autorität auf ihrem Fachgebiet angesehen.

Was kostet PR?

Sollen für die eigenen Public Relations externe Spezialisten beauftragt werden, stellt sich schnell die Frage nach dem Preis von PR. Selbstverständlich variieren die Preise von Anbieter zu Anbieter und angesichts der konkret erforderlichen Aufgaben. Stundensätze professioneller PR-Agenturen können 70,00 bis 250,00 Euro betragen und sogar noch deutlich darüber hinaus gehen. Für einmalige Leistungen wie die Erstellung von Analysen zu Zielgruppen, Reputation oder Firmenidentität können oft Pauschalpreise vereinbart werden, die je nach Umfang zwischen einigen Hundert oder mehreren Tausend Euro betragen.

Letztendlich hängt der tatsächliche Preis von Art und Umfang des Auftrags ab. An dieser Stelle deshalb ein kurzer Überblick über einige Leistungen, die von PR-Experten konkret angeboten werden.

– Beratungstätigkeit: Strategieberatung, Projektleitung, Planung und Konzept
– Analysen und Research: Zielgruppenanalysen, Image-Analysen, etc.
– Aktive Leistungen: Texte und sonstiger Content für Webseiten, Blogs und Social Media, Erstellung von Broschüren und Katalogen, Community-Betreuung, Pressearbeit (Konferenzen, Pressemitteilungen), etc.

Vorteile von Public Relations

Folgende Vorteile bietet die professionelle PR für Unternehmen

    • ganzheitliche Unternehmenskommunikation
    • Aufbau und Optimierung von Image und Identität
    • nachhaltige Entwicklung einer positiven Reputation
    • Unterstützung für Marketing und Werbung
    • Kontaktpflege zu Partnern, Kunden und Multiplikatoren
    • Steuerung und Pflege von selbst erstelltem oder in Auftrag gegebenem Content
    • Krisenkommunikation und Lösung von Interessenskonflikten
    • PR ist glaubwürdiger als klassische Werbung

Weiterführende Quellen zum Thema PR

herausgegeben von: Olaf Kopp
Datum: 18. Januar 2019

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