Häufig erreichen uns Anfragen von Unternehmen, ob sie einen Artikel in Wikipedia bekommen können. Dieser Wunsch ist durchaus nachvollziehbar. Wikipedia ist sehr oft der oberste Suchtreffer bei einer Online-Suche. Außerdem ist sie eine der meistbesuchten Websites der Welt.

2015-04-20_Relevanzkriterien-WikipediaEs kann einem also nicht egal sein, was in Wikipedia steht. Leider verwechseln viele jedoch Wikipedia mit einem Branchenbuch. Wer in das Online-Nachschlagewerk aufgenommen werden will, muss zunächst enzyklopädisch relevant sein.

Denn schließlich ist die „Wikipedia […] kein allgemeines Personen-, Vereins-, Organisationen- oder Unternehmensverzeichnis. Nur für Personen und Institutionen von enzyklopädischer Bedeutung sollen Artikel angelegt werden“, so sagt es die Enzyklopädie.

Neutralität, Ausgewogenheit und das Streben nach Qualität zeichnet das Online-Lexikon seit jeher aus. Um dem entgegenzukommen, überprüfen wir zunächst die Bedeutung des Unternehmens anhand der Relevanzkriterien der Enzyklopädie.

 

Relevanzkriterien für Unternehmen

Als relevant für einen Eintrag in Wikipedia gelten Unternehmen, wenn sie mindestens eines der  folgenden Kriterien erfüllen:

  • Das Unternehmen beschäftigt mindestens 1000 Vollzeitmitarbeiter.
  • Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt mehr als 100 Millionen Euro.
  • Das Unternehmen wird an einer deutschen Börse im regulierten Marktgehandelt.
  • Mindestens 20 Betriebsstätten, Zweigniederlassungen, Standorte, Filialen oder Ladengeschäfte werden vom Unternehmen unterhalten.

Neben diesen quantitativen und eindeutig belegbaren Kriterien gibt es für Unternehmen noch andere Möglichkeiten, für die Enzyklopädie als relevant zu gelten: Zum einen ist eine marktbeherrschende Stellung bei einer relevanten Produktgruppe oder Dienstleistung bedeutsam. Auch eine innovative Vorreiterrolle auf einem Gebiet, welche sich durch Nachahmer auszeichnet, macht Unternehmen für Wikipedia wichtig. Hierzu sind jedoch unabhängige Belege anzuführen. Hat man hier die Pressearbeit vernachlässigt, klafft womöglich eine Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Pressemitteilungen oder die eigene Website sind keine Quellen im Sinne der Wikipedia.

Die Kriterien werden von der Wikipedia-Community streng überwacht und das ist gut: Denn so bleibt die Qualität der Wikipedia gesichert. Es geht nicht um eine Präsentation des Unternehmens, sondern darum, einen Beitrag zur Enzyklopädie zu leisten.

 

Relevanzkriterien für Vereine, Verbände, Netzwerke und Bürgerinitiativen

Für Vereine, Verbände, Netzwerke und Bürgerinitiativen sind die Kriterien andere. Sie gelten als relevant, wenn sie

  • eine überregionale Bedeutung haben,
  • besondere mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben,
  • eine besondere Tradition haben oder
  • eine signifikante Mitgliederzahl aufweisen.

Auch hier ist es unabdingbar, dies zum Beispiel durch Medienberichte oder Einträge in anderen Lexika zu belegen. Eigenpublikationen zählen nicht.

 

Relevanzkriterien für Personen

Personen werden enzyklopädisch relevant anhand einer Vielzahl von möglichen Kriterien, die je nach Branche unterschiedlich sind. Ein wichtiger Anhaltspunkt der Relevanz einer lebenden Person ist die Erwähnung in einem anerkannten biografischen Nachschlagewerk. Auch allgemeine Bekanntheit, etwa in Bezug auf eine Beteiligung an historischen, politischen oder anderennachrichtenwürdigen Ereignissen schreiben einer Person Bedeutung und damit Relevanz für Wikipedia zu. Nicht zu vergessen ist öffentliche Relevanz in der Unterhaltungsbranche.

Sollten Sie nun – ob als Unternehmen, Verband oder Person – eines oder mehrere dieser Relevanzkriterien erfüllen: melden Sie sich gerne bei uns. Wie stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite – immer nach allen Kriterien und Gepflogenheiten, die die Wikipedia selbst vorgibt.

 

Relevanz bedeutet nicht, dass man schreiben darf, was man will!

Wikipedia ist eine der wichtigsten Informationsquellen der Welt, was natürlich Begehrlichkeiten vor allem bei Unternehmen weckt. Der Kerngedanke des Wikipedia-Projekts gerät im digitalen Zeitalter schnell in Vergessenheit. Stellen Sie sich vor, Sie würden in einer klassischen, gedruckten Enzyklopädie vorkommen: Sie erwarten dort kein Branchenbuch oder Werbung, sondern nützliche, relevante und fundierte Informationen. Wer also die Wahrheit beschönigen oder Dinge weglassen will, schadet der Wikipedia. Was veröffentlicht wird, muss korrekt sein.

 

Fazit

Wir als Agentur mit viel Erfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in Wikipedia raten Unternehmen zu einem neutralen Blick auf das, was Wikipedia ist und was sie eben nicht ist. Unternehmensartikel spiegeln die Geschichte eines Unternehmens mit allen Höhen und Tiefen, die es gegeben hat. Ebenfalls wichtig zu wissen: Ein Unternehmensartikel handelt vom Unternehmen und nur am Rande von dessen Produkten – es sei denn, sie sind besonders relevant.

Die Relevanzkriterien haben sich immer wieder verändert. Wie genau, kann man imRelevanzregister nachvollziehen. Derzeit befindet sich speziell zu den Relevanzkriterien für Unternehmen ein Meinungsbild in Vorbereitung. Im Zweifel kann man im von Wikipedia angebotenen Relevanzcheck nachfragen, ob ein Unternehmen einen Artikel erhalten kann oder nicht. Das spart möglicherweise viele Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Weiterführende Informationen zu Öffentlichkeitsarbeit mit Wikipedia sind in unserem kostenlosten Leitfaden „Public Relations in Wikipedia – Leitfaden für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“ zu finden.

Autor: Jan Reinholz

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Aufgesang PR-Agentur Blog veröffentlicht

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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang GmbH . Von 2012 bis 2015 war er Geschäftsführer.Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert.Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie, CMCx, Campixx…Er ist Mitveranstalter des SEAcamps und Moderator des Podcasts Content-Kompass auf termfrequenz.Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.

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