Dies ist ein Gastbeitrag von Marco Lauerwald. Ich habe den Beitrag inhaltlich nicht wesentlich überarbeitet, aber durch Screenshots und eigene Anwendungsfälle ergänzt.

Wie im Beitrag Content-Klassifizierung: Wie attribuiert man Inhalts-Arten für die Content-Strategie? zu erkennen ist bin ich ein großer Freund von Struktur und Ordnung im Online-Marketing. Von daher ist dieser Beitrag von Marco ein sinnvoller Follow-Up.

Was sind Keyword-Cluster?

Ein Keyword-Cluster besteht aus einem oder mehreren Keywords, die in einer definierten Abhängigkeit zu einander stehen. Diese Verbindung zwischen Keywords bilden gemeinsame Eigenschaften.

Vereinfacht gesagt: Es sind Keywordlisten mit gleichen Eigenschaften. Es geht also nicht um irgendeine Form von Rakentenwissenschaften, sondern lediglich darum, Keywords in Listen zusammenzufassen, um diese dann zu analysieren bzw. über eine Struktur Ordnung zu schaffen.

In verschiedenen Tools gibt es unterschiedliche Begriffe für Keyword-Cluster. Im Projektbereich der Searchmetrics und bei ahrefs spricht man zum Beispiel von Keyword Tags. Im Tooltip schreibt Searchmetrics: „Fügen Sie Ihrem Projekt Keywords hinzu und ordne diesen Tags zu. Auf diese Weise können Sie Keywords gruppieren und diese so z.B. zusätzlich auch als Gruppe analysieren.“ Auch wenn der Begriff von Toolanbieter zu Toolanbieter variiert, so ist die Grundfunktion am Ende erstmal überall gleich.

Wozu brauche ich Keyword-Cluster?

Vereinfacht gesagt gibt es aus meiner Sicht drei wesentliche Gründe für die Erstellung von Keyword-Clustern:

  1. Übersichtliches Keywordtracking
  2. Vergleichbarkeit mit dem Mitbewerb
  3. Überwachung der Sichtbarkeit nach Clustern

Das coole an Keyword-Clustern ist, dass man als Verantwortlicher relativ schnell einen Überblick über die relevanten Keywords bekommt. Ich muss also nicht 5.000 Seiten Keywords durchschauen, sondern haben thematisch sortiert alle meine Keywords auf einen Bick. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich die Daten aus meinem Keyword-Cluster super einfach mit meinem Wettbewerb vergleichen kann. In unserem Projekt prinz-sportlich.de sieht das z.B. so aus:

Screenshot aus der Searchmetrics Suite

In diesem Beispiel habe ich alle Keywords-Cluster ausgewählt um mir somit einen Überblick über alle Keywords des Projekts zu bekommen. Wir sehen hier zum Beispiel wie hoch der Marktanteil bei den Keywords ist oder wie hoch der Sichtbarkeitsindex ist. Letzteres macht vor allem Sinn bei Keyword-Clustern mit Keywords, die nicht in den Standard-Datenbanken der Tools sind. Ich habe es schon oft gesehen, dass der „normale“ Sichtbarkeitsindex gar keinen Wert für ein Unternehmen hat. Mit Hilfe der Keyword-Cluster kann ich mir meine Zahlen genau für die Keywords anzeigen lassen, die mir wirklich wichtig sind. Ich persönlich nutze die Keyword-Cluster vor allem für die einfache Beobachtung von Keywords zu bestimmten Themen. Im nachfolgenden Teil zeige ich euch ein paar (kreative) Ideen, wie man seine Keywords clustern kann.

Wir bei Aufgesang nutzen für die Clusterung von Keywords ahrefs und/oder XOVI. So kann man z.B. die Entwicklung der Themen-Sichtbarkeit oder Sichtbarkeit für Inhalte in den unterschiedlichen Customer Journey Phasen beobachten.

Screenshot aus ahrefs, Keyword Clusterung bei sem-deutschland.de

Unsortiert habe ich hier zehn Vorschläge für euch. Falls ihr noch weitere Ideen habt, nutzt doch die Kommentare.

Clusterung nach Themen, Produkten oder Rubriken

Die offensichtlichste Clusterung von Keywords sind wohl Themen. Ich kann mit Hilfe der Tags Rubriken meiner Webseite nachstellen, oder für einzelne Verzeichnisse oder Artikel jeweils ein Cluster bauen.

Cluster nach Saisonalität

Arbeite ich in einem Umfeld mit starken Saisonalitäten, so kann ich Tags zum Beispiel auf Basis des Monats oder der Jahreszeit erstellen. Beispielsweise sind Keywords rund um das „Oktoberfest“ erst ab Juli interessant. Mit Hilfe der Cluster kann ich also relativ schnell sehen, wann in welchem Monat oder zu welcher Jahreszeit ein Keywordset aktuell wird.

Cluster nach Brand oder NonBrand Keywords

Persönlich richte ich immer gleich zu Beginn zwei Cluster für Brand und NonBrand Keywords ein. Somit kann ich mir schnell ein Bild darüber machen aus welchem Bereich ein Wachstum oder ein Verlust kommt.

Clusterung nach Bearbeitungsstatus

Eine Idee ist auch, dass man sich Cluster baut, die den Bearbeitungsstatus eines Keywords wiederspiegeln. Hier könnte man zum Beispiel Cluster bauen für: Neuer Artikel, Optimierungsphase 1 und Optimierungsphase 2. So kann ich als Verantwortlicher meinen Optimierungsworkflow auch auf Basis der Tags abbilden und habe schnell eine Übersicht über die Entwicklung der Rankings. Eine andere Idee wäre, dass man sich Cluster baut auf Basis des Optimierungsdatums. Hier bieten sich z.B. Kalenderwochen an. In ein paar Wochen könnte ich dann auf einen Blick sehen, wie sich ein Keyword entwickelt hat, dass ich heute bearbeitet habe.

Clusterung nach Redakteur

Ziemlich lässig find ich eine Clusterung nach Redakteuren. Nicht, weil ich meine Redakteure überwachen oder vergleichen möchte, sondern weil es ihnen selbst hilft zu schauen, wo ihre Artikel grade ranken.

Clusterung nach Priorität

Eine weitere naheliegende Clusterung kann Erfolgen auf Basis der eigenen Priorität. Beispielsweise kann diese Priorität auf Basis von Suchvolumen, Conversions oder Umsatz erfolgen. Hier hat scher jeder selbst eigene Maßstäbe, welche Keywords wichtiger sind als andere.

Clusterung nach Suchintention

Eine wichtiger Clusterung aus meiner Sicht ist die nach der Suchintention. So kann ich beispielsweise in Searchmetrics Tag bauen wie: Moneykeywords, Informational Keywords oder Navigational Keywords. Auch hier kann ich dann auf einen Blick die Entwicklung dieses Tags sehen.

Clusterung auf Basis der Customer Journey

Neben der Suchintetion kann ich auch Cluster bauen die auf Basis des aktuellen Status innerhalb einer Customer Journey beruhen. Hier könnte man z.B. den üblichen Phasen Awarness, Consideration, Purchase, Rentention und Adcocacy ein jeweiliges Keywordset für sein Unternehmen hinterlegen.

Clusterung auf Basis von Tests

Solltet ihr im Bereich SEO tests durchführen, solltet ihr diese auch in eurem Ranktracking Tool hinterlegen und sichtbar machen. Wir haben beispielsweise mal getestet ob eine gewisse Anzahl an Seiten MIT Werbung schlechter abschneidet als eine gleiche Anzahl an Seiten OHNE Werbung. Dafür haben wir dann jeweils einen Tag eingerichtet und die Keywords hinterlegt.

Clusterung nach Regionen

Im Bereich von Local SEO macht es sicherlich Sinn Keywordtags für bestimmte Regionen zu erstellen. Nicht jedes Keyword ist für jede Region gleich wichtig. Vor allem wenn es da um Unternehmen mit vielen offline Filialen handelt. Hier könnte man dann beispielsweise für jede Filiale ein Tag mit einem eigenen Keywordset hinterlegen.

Fazit:

Ich bin mir sicher, dass es noch weitere (kreative) Möglichkeiten für die Nutzung von Keyword-Clustern gibt. Falls ihr weitere Ideen habt, schreibt sie mir doch einfach in die Kommentare. Ich kann jedem Beginner in diesem Feld aber nur raten, seine wichtigsten Keywords zu clustern um schnell einen Überblick über die eigene Performance zu gewinnen. Mir persönlich hat das vor allem ganz am Anfang enorm geholfen. Probiert es aus 😉.

 

Über den Gastautor:

Marco Lauerwald ist Head of Online Marketing bei der UNIQ GmbH. Seine erste eigene Website erblickte 2002 das Licht der Welt. Seitdem faszinieren ihn digitale Inhalte. In den letzten zwei Jahren baute Marco bei UNIQ das SEO Team auf und feierte mit Urlaubsguru.de einen Meilenstein nach dem anderen. 2018 gehört das Reiseportal zu den fünf sichtbarsten Seiten der Branche. Eine SEMY und European Search Award Nominierung runden diese erfolgreiche Zeit ab. Marcos Team ist heute verantwortlich für das komplette Online Marketing des Unternehmens. Bekannt wurde Marco durch Vorträge auf Fachkonferenzen wie der SEO Campixx, der Koks.Digital oder dem Searchmetrics Summit. Zudem vermittelt Marco in Gastvorträgen sein Wissen an Fachhochschulen und Universitäten.

10 Wege für das Keyword-Clustering nach Attributen
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang GmbH . Von 2012 bis 2015 war er Geschäftsführer.Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert.Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie, CMCx, Campixx…Er ist Mitveranstalter des SEAcamps und Moderator des Podcasts Content-Kompass auf termfrequenz.Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.

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