Du interessierst Dich für das Thema Pagerank. Dann bist Du hier genau richtig. In diesem Beitrag bekommst Du alle wichtigen Informationen zum Pagerank.

Was ist der Pagerank?

Der Pagerank ist eine wichtige Kennzahl für die Suchmaschinenoptimierung.

Der „Pagerank“ ist ein wichtiges Rankingsignal für  Suchmaschinen. Für die Ermittlung des Pagerank wird überprüft, wie viele Links auf eine spezifische Zielseite verweisen. Bekommt eine Seite viele Backlinks von einem Dokument mit hohem Pagerank ist der Pagerank der Zielseite ebenfalls hoch. Damit ist der Pagerank auch eine wichtige Metrik für den Linkaufbau.

In der Vergangenheit galt der Pagerank als besonders wichtiger Indikator für das Google-Ranking von Webseiten. Danach konzentrierte sich der Google-Algorithmus jedoch immer stärker auf andere Webseitenparameter, wodurch der Pagerank auch für SEOs und Webmaster immer stärker an Relevanz verlor.

Je höher, desto besser: die Werteskala

Google und Pagerank gehören zusammen – der Algorithmus ist die historische Basis der Suchmaschine. Und lange Zeit war der Pagerank mit das wichtigste Bewertungskriterium, nach dem Google-Suchergebnisse ausgespielt wurden. Andere Faktoren sind allerdings im Laufe der Jahre unter der fortschreitenden Weiterentwicklung der Suchmaschine entscheidender geworden. Kurzum: Der Pagerank alleine ist heute nicht mehr so ausschlaggebend, wie er einmal war. Nichtsdestotrotz ist er eine wichtige Metrik für die Bewertung von Webseiten durch Google.

Jede Website wurde früher mit einem öffentlich einsehbaren Pagerank zwischen 0 und 10 gerankt, wobei 10 der beste zu erreichende Wert und 0 der schlechteste war. Wie der Google-interne Wert, der heute noch genutzt wird, aussieht, ist nicht bekannt.

Mit der Browsererweiterung Google Toolbar wurde der Wert für jede Website im Browserfenster grafisch dargestellt. Als kleine grüne Leiste erinnerte die Darstellung an die Ladezustandsanzeige beim Smartphone. Für beide gilt in jedem Fall: Sind Leiste und Batterie komplett grün ausgefüllt, ist der Höchstwert erreicht.

 

Berechnungsgrundlage und Funktionsweise des PageRank

Jede Website hat im Pagerank aufgrund ihrer Linkstruktur ein gewisses Gewicht. Um diese Gewichtung darstellbar zu machen, wird der Pagerank als absolute Zahl auf einer Skala von 0 bis 10 angegeben. Diese Zahl wird allerdings nicht einfach aus dem Äther gezogen, sondern basiert auf einer mathematischen Berechnung.

Die Formel zur Berechnung des Pageranks lautet wie folgt: PR(A) = (1–d) + d * (PR(B1)/C(B1) + …. + PR(Bn)/C(Bn))

Die Abkürzungen in der Formel stehen für:

• PR(A): Pagerank der Beispielseite (A)
• PR(B1) bis PR(Bn): Pageranks der Seiten, die per Link auf Seite (A) verweisen
• C(B1) bis C(Bn): Zahl der Links auf verlinkenden Sites
• d: Dämpfungsfaktor, der immer zwischen 0 und 1 liegt
Der Dämpfungsfaktor d ist ein entscheidender Bestandteil der Berechnung. Er verteilt einen kleinen Bestandteil der Gewichtung von jeder Seite auf alle Websites, die im Algorithmus erfasst werden. Dadurch wird ein Abfließen der Gewichtung auf Seiten ohne Verlinkungen verhindert. Außerdem ergibt sich so eine homogenere Verteilung des Pageranks. Zur Interpretation des Algorithmus wurde lange das „Random Surfer Model“ (RSM) genutzt. Dieses geht davon aus, dass sich ein zufälliger User im Netz bewegt und mit der Wahrscheinlichkeit d auf einen Link klickt. Mit (1–d) wird die Wahrscheinlichkeit eines neuen Seitenaufrufs beziffert.

Das Zufallssurfermodell RSM wurde allerdings zum „Rational Surfer Model“ weiterentwickelt. Auf Basis von empirischen Daten wird hier Links Wichtigkeit zugeschrieben mit dem Ziel, Linkkauf entgegenzuwirken und Links höher zu gewichten, die mit höherer Wahrscheinlichkeit geklickt werden. Außerdem wird davon ausgegangen, dass User sich nicht zufällig verhalten.

Die Vererbung von Pagerank

Websites können den eigenen Pagerank über Verlinkung zu anderen Seiten weitervererben. Der Pagerank wird je nach Anzahl der ausgehenden Links weitervererbt, insofern die Links durch den Crawler erkannt werden und nicht mit dem Link-Attribut „nofollow“ gekennzeichnet sind.

Pagerank Vererbung

Quelle: distilled.net

Durch den Dämpfungsfaktor der bei ungefähr 0,15 liegt wird der Pagerank abgeschwächt weitergegeben.

Vererbung von Pagerank mit Dämpfungsfaktor

Quelle: distilled.net

Interner Pagerank und externer Pagerank

Man kann zwischen internen und externen Pagerank unterscheiden. Der interne Pagerank beschreibt den Pagerank, der über die interne Verlinkung einer Domain entsteht. Der externe Pagerank betrachtet die externen eingehenden Links einer Website. Der externe Pagerank beeinflusst direkt den internen Pagerank.

Die Entwicklung weg vom Pagerank

Über ein Jahrzehnt nach seiner Einführung blieb Pagerank die entscheidende Metrik, auf die SEOs und Webmaster ihre Seiten hin optimieren. Der Algorithmus wurde jahrelang alle 30 Tage aktualisiert, bis er am 6. Dezember 2013 schließlich sein letztes Update erhielt.

Google erkannte die Zeichen der Zeit, was dazu führte, dass der Fokus auf den Pagerank stark sank. Andere Faktoren wie die User Experience oder Content rückten dafür bis heute in den Fokus der Suchmaschine.

Auf das Ende der Aktualisierungen von Pagerank folgte – mit ganzen drei Jahren Verzögerung – die endgültige Abschaffung der Toolbar. Ein entscheidender Grund dafür ist vermutlich das damalige Nutzerverhalten: Linkhandel war gang und gäbe, um die Platzierung der eigenen Seite zu verbessern. Dadurch nahm die Aussagekraft von Pagerank über Qualität und Inhalt einer Website massiv ab, woraufhin Google seinen Nutzern den Einblick durch die Toolbar verwehrte.

Was sind der offizielle und inoffizielle Pagerank?

Der offizielle Pagerank war der für den Nutzer einsehbare Wert, der in der Leiste der Google Toolbar erschien. Ihn sichtbar zu machen war vor allem für SEOs Fluch und Segen zugleich: Endlich hatte man einen verlässlichen Indikator, den man verbessern konnte. Das Ergebnis war jedoch, dass man sich auf den Pagerank versteifte. Andere Rankingfaktoren wurden nicht selten ausgeblendet, obwohl sie nicht minder wichtig waren – der Linkhandel erfuhr einen Boom.

Dahingegen ist der inoffizielle Pagerank der intern bei Google verwendete Wert. Dieser wird weiterhin regelmäßig aktualisiert und bleibt ein Faktor bei der Bewertung der Relevanz von Websites – und dem damit einhergehenden Ranking in den Suchergebnissen. Der Pagerank bleibt heute allerdings nur einer von vielen Faktoren; schätzungsweise macht er nur noch maximal 5 % des Rankingalgorithmus aus.

Alternative Kennzahlen zum PageRank

Neben dem Google-eigenen PageRank gibt einige Alternativen, die einige SEO-Tools anbieten.

Zu den am häufigsten genutzten Alternativen zählen:

• Ahrefs URL Rating (UR)
• Trustflow / Citationflow von Majestic
• Page Authority von Moz

Trotzdem bleiben auch die von diesen Alternativen angebotenen Werte mit Vorsicht zu genießen, da man nicht genau weiß, wie diese ermittelt werden. Zudem werden diese Metriken häufig auf einer nicht vollständigen Datenbasis ermittelt.

Verlinkungsstruktur ist wichtig – aber nicht allein entscheidend

Der Pagerank hatte ein bewegtes Leben, führte Google an die Weltmarktspitze, wurde von SEOs gezielt bedient und genießt seinen Ruhestand als kleines Zahnrad im riesigen Rankingalgorithmus. Heute gilt: Für erfolgreiches Online-Marketing lohnt es sich, Verlinkungen auf deiner Seite zu haben – diese sollten jedoch aus Gründen der inhaltlichen Relevanz und des User-Mehrwerts gesetzt werden, nicht aus reinem Selbstzweck. Denn der (Nachfolge-)Algorithmus von Google legt auf diese Aspekte wesentlich mehr Wert.

Weitere Quellen zum Thema PageRank

herausgegeben von: Olaf Kopp
Datum: 25. Februar 2011

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