Du interessierst Dich für das Thema E-A-T ? und YMYL bei Google? Dann bist Du hier genau richtig. In diesem Beitrag bekommst Du alle wichtigen Informationen zum Thema Expertise, Autorität, Trust (E-A-T).

Was bedeutet E-A-T?

E-A-T steht für die drei Begriffe Expertise, Autorität und Trust und dient als Richtlinie für die Such-Evaluatoren für die Bewertung von Suchergebnissen. Die E-A-T-Bewertung spielt insbesondere bei den Your-Money-Your-Life kurz YMYL-Seiten eine sehr wichtige Rolle. Die E-A-T-Bewertung fand in den Quality Rater Guidelines aus dem Jahr 2015 das erste mal Erwähnung. Durch das E-A-T-Konzept werden Inhalte über die Glaubwürdigkeit, Expertise und Autorität der Quelle sowie des Inhalts hinsichtlich Qualität bewertet. Die E-A-T-Bewertung bezieht sich auf den Main Content (MC), den Suplementary Content als auch den Autor, Publisher bzw. die Quelle im Allgemeinen.

Was ist Expertise?

Expertise steht für den Buchstaben E bei E-A-T. Expertise steht für das Wissen und die Erfahrung, die ein Autor oder Publisher besitzt. Expertise bezieht sich nur auf den Autor bzw. Publisher.

Was ist Autorität?

Autorität steht für den Buchstaben A bei E-A-T. Autorität steht für die Bekanntheit eines Autors, der Website oder des Inhalts im jeweiligen Themen-Bereich

Was ist Trust?

Trust steht für den Buchstaben T bei E-A-T. Trust steht für die Glaubwürdigkeit eines Autors, der Website oder des Inhalts im jeweiligen Themen-Bereich

Was bedeutet YMYL?

YMYL ist die Abkürzung für Your-Money-Your-Life. YMYL kann sowohl auf das Thema eines Inhalts als auch auf die Quelle/Domain bezogen werde. Zu den sogenannten YMYL-Seiten gehören Websites und Inhalte zu den Themen:

  • Nachrichten und aktuelle Ereignisse: Nachrichten zu wichtigen Themen wie internationalen Ereignissen, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Technologie usw. Beachten Sie, dass nicht alle Nachrichtenartikel notwendigerweise als YMYL betrachtet werden (z. B. Sport, Unterhaltung und alltägliche Lifestyle-Themen sind in der Regel nicht YMYL). Bitte nutzen Sie Ihr Urteilsvermögen und Wissen Ihres Gebietsschemas. Hier spielen Inhalte und Publisher insbesondere bei der  Google-News-Suche eine zentrale Rolle.
  • Regierung und Recht: Informationen, die für die Aufrechterhaltung einer informierten Bürgerschaft wichtig sind, wie z. B. Informationen über Abstimmungen, Regierungsbehörden, öffentliche Einrichtungen, soziale Dienste und rechtliche Fragen (z. B. Scheidung, Kind) Sorgerecht, Adoption, Schaffung eines Testaments usw.).
  • Finanzen: Finanzberatung oder Informationen zu Investitionen, Steuern, Altersvorsorge, Darlehen, Bankgeschäften oder Versicherungen, insbesondere Webseiten, auf denen Menschen online Einkäufe tätigen oder Geld überweisen können.
  • Einkaufen: Informationen oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Recherche oder dem Kauf von Waren / Dienstleistungen, insbesondere. Webseiten, auf denen Menschen online einkaufen können.
  • Gesundheit und Sicherheit: Ratschläge oder Informationen zu medizinischen Themen, Medikamenten, Krankenhäusern, Notfallvorsorge, wie gefährlich eine Aktivität ist usw.
  • Personengruppen: Informationen über oder Ansprüche in Bezug auf Personengruppen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf diese gruppiert nach Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Alter, Nationalität, Veteranenstatus, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Geschlechtsidentität.
  • Sonstiges: Es gibt viele andere Themen, die sich auf große Entscheidungen oder wichtige Aspekte des Lebens von Menschen beziehen als YMYL betrachtet werden, wie Fitness und Ernährung, Wohnungsinformationen, Auswahl eines Colleges, Arbeitssuche usw.

Wie man sieht zählen große Teile des Internets und des Online-Contents zur Gruppe der YMYL-Seiten.

Für YMYL-Themen spielt E-A-T eine sehr große Rolle.

 

Was sind die Quality Rater Guidelines?

Die Bezeichnung Quality Rater Guidelines wird schon länger nicht mehr von Google genutzt. Die offizielle Bezeichnung ist „Richtlinien zur Bewertung der Qualität der Suche“, Search Quality Evaluator Guidelines oder auch General Guidelines. Dieser Leitfaden wurde 2013 das erste Mal offiziell von Google veröffentlicht. Bis dato wurden sie nur an die Quality Rater ausgegeben und nicht für jeden publiziert. Davor konnte man einige geleakte Versionen im Netz finden. Im Februar/März 2013 gab es zum ersten Mal eine offizielle aber verkürzte Version der Guidelines. Es war die Version 1.0 mit dem Erstellungsdatum 02.November 2012. Seitdem wurden weitere Versionen bis zur heutigen Version veröffentlicht.

Update-Historie

Die Quality Rater Guidelines wurden immer wieder aktualisiert:

  1. 30.03.2011 Version 3.18 (geleakt)
  2. 02.11.2012 Version 1.0  (öffentlich)
  3. 29.03.2013 Version 4.1 (geleakt)
  4. 31.03.2014 Version 5.0 (geleakt)
  5. 15.11.2015 (öffentlich)
  6. 11.Mai 2017 (öffentlich)
  7. 27.07.2017 (öffentlich)
  8. 05.12.2019 (öffentlich)

Seit 2015 werden keine Versions-Nummern mehr ausgegeben.

 

Der Einfluss von E-A-T auf die Google-Suche

E-A-T ist  mehr ein Konzept als eine konkrete Metrik zur Bewertung von Websites und einzelnen Inhalten zu verstehen. In den Jahren 2018 und 2019 gab es einige große Core-Updates von Google, die darauf schließen lassen, dass Signale, die in das Konzept E-A-T einzahlen deutlich an Bedeutung für das Ranking gewonnen haben. Es gibt seitens Google keine konkreten Hinweise darauf welche Signale genau in E-A-T einfließen. Allerdings gibt es einige indirekte Hinweise aus Whitepapern und Patenten sowie den bereits angesprochenen Quality Rater Guidelines bzw. Search Quality Evaluator Guidelines. Mehr dazu in den folgenden Quellen. Mehr dazu im Beitrag Warum E-A-T für das Ranking so wichtig ist und wie man darauf optimiert.

Warum ist E-A-T so wichtig?

Für mich sind E-A-T, Relevanz der Inhalte und die Befriedigung der Suchintention die wichtigsten Punkte auf die Marketer und SEOs achten sollten.

Google steht seit einigen Jahren unter einem großen Druck, was Fehlinformationen in den Suchergebnissen angeht, was das im Februar 2019 auf der Münchener Sicherheitskonferenz vorgestellte Whitepaper „How Google fights Disinformation“ unterstreicht. Mehr dazu im Beitrag Wie Google mit E-A-T, PageRank, Fact Checkern … Fehlinformationen bekämpft .

Google möchte das eigene Suchsystem dahingehend optimieren großartige Inhalte zu den jeweiligen Suchanfragen abhängig vom Kontext des Nutzers bereitzustellen und unter Berücksichtigung der zuverlässigsten Quellen. Die Quality Rater spielen hierbei eine besondere Rolle.

„We publish publicly available rater guidelines that describe in great detail how our systems intend to surface great content… we like to say that Search is designed to return relevant results from the most reliable sources available… But notions of relevance and trustworthiness are ultimately human judgments, so to measure whether our systems are in fact understanding these correctly, we need to gather insights from people.“ Quelle: https://blog.google/products/search/raters-experiments-improve-google-search/

Die Bewertung nach E-A-T-Kriterien spielt für die Quality Rater eine zentrale Rolle.

„They evaluate whether those pages meet the information needs based on their understanding of what that query was seeking, and they consider things like how authoritative and trustworthy that source seems to be on the topic in the query. To evaluate things like expertise, authoritativeness, and trustworthiness—sometimes referred to as “E-A-T”—raters are asked to do reputational research on the sources. „Quelle: https://blog.google/products/search/raters-experiments-improve-google-search/

Für die Customer Experience bei der Nutzung der Suchmaschine steht eine hohe Qualität der Suchergebnisse für Google im Fokus. Das wird deutlich wenn man einen Blick auf Aussagen verschiedener Google-Sprecher  zu einem Qualitätsfaktor auf Dokumenten- und Domain-Ebene betrachtet.

So z.B. folgende Aussagen von Paul Haahr auf der SMX West 2016 in seinem Vortrag How Google works: A Google Ranking Engineer’s Story:

“Another problem we were having was an issue with quality and this was particularly bad (we think of it as around 2008 2009 to 2011) we were getting lots of complaints about low-quality content and they were right. We were seeing the same low-quality thing but our relevance metrics kept going up and that’s because the low-quality pages can be very relevant this is basically the definition of a content form in our vision of the world so we thought we were doing great our numbers were saying we were doing great and we were delivering a terrible user experience and turned out we weren’t measuring what we needed to so what we ended up doing was defining an explicit quality metric which got directly at the issue of quality it’s not the same as relevance …. and it enabled us to develop quality related signals separate from relevant signals and really improve them independently so when the metrics missed something what ranking engineers need to do is fix the rating guidelines… or develop new metrics.”

Dieses Zitat stammt aus dem Teil des Vortrags zu den Quality Rater Guidelines und E-A-T. In diesem Vortrag erwähnt Paul auch, dass Trustworthiness der wichtigste Teil von E-A-T ist. Laut Pauls Aussagen sind die in den Quality Rater Guidelines erwähnten Kriterien für schlechte und gute Inhalte und Websites im Allgemeinen die Blaupause dafür wie der Ranking-Algorithmus funktionieren sollte.

Ebenfalls aus dem Jahr 2016 stammt folgende Aussage von John Müller aus einem Google Webmaster Hangout:

For the most part, we do try to understand the content and the context of the pages individually to show them properly in search. There are some things where we do look at a website overall though.

So for example, if you add a new page to a website and we’ve never seen that page before, we don’t know what the content and context is there, then understanding what kind of a website this is helps us to better understand where we should kind of start with this new page in search.

So that’s something where there’s a bit of both when it comes to ranking. It’s the pages individually, but also the site overall.

I think there is probably a misunderstanding that there’s this one site-wide number that Google keeps for all websites and that’s not the case.  We look at lots of different factors and there’s not just this one site-wide quality score that we look at. So we try to look at a variety of different signals that come together, some of them are per page, some of them are more per site, but it’s not the case where there’s one number and it comes from these five pages on your website.

Hier betont John, dass es neben den klassischen Relevanz-Bewertungen auch Bewertungskriterien für die komplette Website gibt, die sich auf den thematischen Kontext der gesamten Website beziehen. Das bedeutet, dass es Signale gibt die Google heranzieht, um die komplette Website thematisch einzuordnen als auch zu bewerten. Die Nähe zur E-A-T-Bewertung ist offensichtlich.

Zudem bestätigte Google im April 2020 die Nähe des E-A-T-Konzepts zu den Ranking-Signalen die der Ranking-Algorithmus berücksichtigt bzw. dass Webmaster den eigenen Content gemäß E-A-T bewerten sollten.

„We’ve tried to make this mix align what human beings would agree is great content as they would assess it according to E-A-T criteria. Given this, assessing your own content in terms of E-A-T criteria may help align it conceptually with the different signals that our automated systems use to rank content.“

In den Quality Rater Guidelines findet man diese Passage, die die Wichtigkeit von E-A-T unterstreicht:

“Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness: This is an important quality characteristic. …. Important: Lacking appropriate E­A­T is sufficient reason to give a page a Low quality rating.” 

Auch in dem bereits erwähnten Google-Whitepaper findet man diverse Passagen zu E-A-T und den Quality Rater Guidelines:

We continue to improve on Search every day. In 2017 alone, Google conducted more than 200,000 experiments that resulted in about 2,400 changes to Search. Each of those changes is tested to make sure it aligns with our publicly available Search Quality Rater Guidelines, which define the goals of our ranking systems and guide the external evaluators who provide ongoing assessments of our algorithms.”

The systems do not make subjective determinations about the truthfulness of webpages, but rather focus on measurable signals that correlate with how users and other websites value the expertisetrustworthiness, or authoritativeness of a webpage on the topics it covers.”

Ranking algorithms are an important tool in our fight against disinformation. Ranking elevates the relevant information that our algorithms determine is the most authoritative and trustworthy above information that may be less reliable. These assessments may vary for each webpage on a website and are directly related to our users’ searches. For instance, a national news outlet’s articles might be deemed authoritative in response to searches relating to current events, but less reliable for searches related to gardening.”

Our ranking system does not identify the intent or factual accuracy of any given piece of content. However, it is specifically designed to identify sites with high indicia of expertiseauthority, and trustworthiness.”

For these “YMYL” pages, we assume that users expect us to operate with our strictest standards of trustworthiness and safety. As such, where our algorithms detect that a user’s query relates to a “YMYL” topic, we will give more weight in our ranking systems to factors like our understanding of the authoritativenessexpertise, or trustworthiness of the pages we present in response.”

Die folgende Aussage ist besonders spannend. Dort wird deutlich wie mächtig E-A-T in bestimmten Kontexten und in Bezug auf Ereignisse gegenüber über klassischen Relevanz-Faktoren sein kann.

“To reduce the visibility of this type of content, we have designed our systems to prefer authority over factors like recency or exact word matches while a crisis is developing.“

Die Auswirkungen von E-A-T konnte man in den letzten Jahren an diversen Google Core-Updates, die mit E-A-T in Verbindung gebracht wurden beobachten. Hier zwei Beispiele von Websites aus dem Thema Medizin. Also ein typisches YMYL-Thema. Die Sichtbarkeits-Verluste stehen in einem eingen Zusammenhang mit den Google Core Updates 2018 und 2019.

 

Häufig gestellte Fragen zu E-A-T und YMYL

Wie wichtig ist E-A-T?

Welche Themen gehören zu YMYL?

Zu Your Money Your Life zählen Inhalte und Suchanfragen aus den Bereichen:

  • Nachrichten und aktuelle Ereignisse
  • Regierung und Recht
  • Finanzen
  • Einkaufen
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Personengruppen und Etnien

Welche Ranking-Signale zählen zu E-A-T?

Weitere Lesetipps zur E-A-T-Bewertung und YMYL

Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang GmbH . Im Fokus seiner Untersuchungen, Ideen und Arbeiten stehen die Themen digitaler Markenaufbau, Online- und Content-Marketing-Strategien entlang der Customer-Journey und semantische Suchmaschinenoptimierung. Von 2012 bis 2015 war er Geschäftsführer. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Sein Blog zählt laut diversen Fachmedien und Branchenstimmen zu den besten Online-Marketing-Blogs in Deutschland. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Speaker für SEO und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, SMX, CMCx, OMT, OMX, Campixx… Er ist Mitveranstalter des SEAcamps und Moderator des Podcasts Content-Kompass auf termfrequenz. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Marketing und digitaler Kommunikation.
herausgegeben von: Olaf Kopp
Datum: 27. April 2020

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