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Expertenstimmen: Wie findet man eine gute Online-Marketing-Agentur?

10.Oktober 2016 - (Online-)Marketing, Blog-Highlights im Aufgesang Blog, Google Adwords & PPC-Werbung, SEO (Suchmaschinenoptimierung) - Olaf Kopp

Die Auswahl einer guten Online-Marketing-Agentur stellt sich heutzutage für viele Unternehmen als Spießruten-Lauf dar. Es vergeht keine Woche, in der nicht ein Dienstleister per Mail, Telefon oder Werbemittel seine tollen Angebote präsentiert, die die großen Erfolge im Internet versprechen. Doch welche Online-Marketing-Agentur hält was sie verspricht? Aus was sollte man achten um die guten von den unseriösen Online-Marketing-Agentur-Angeboten zu unterscheiden?

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Dies ist der erste Teil einer kleinen Beitragsreihe zum Thema Online-Marketing-Agentur-Auswahl, bei der ich zusammen mit anderen Agentur-Verantwortlichen aus der Online-Marketing-Branche Hinweise und Tipps geben möchte eine seriöse Online-Marketing-Agentur bzw. AdWords-Agentur oder SEO-Agentur zu finden.

Beginnen möchte ich nachfolgend mit den Stimmen geschätzter Agentur-Kollegen aus ganz Deutschland. Im zweiten Teil haben sich einige Kollegen dann noch zum Thema Was kostet Suchmaschinenoptimierung? ausgelassen. Der dritte Teil besteht aus einen Interview mit einem der für mich besten deutschen SEOs  Jens Fauldrath, der sich als Mitglied des BVDW-Fachbeirats Search u.a. zu den nicht unumstrittenen Maßnahmen des BVDWs hinsichtlich Online-Marketing-Agentur-Zertifizierungen äußern wird.

Ich freue mich auf viele Diskussionen in den Kommentaren!

Bei der Auswahl der befragten Kollegen habe ich mich für  Agenturen entschieden,  bei denen ich mir relativ sicher bin, dass sie einen seriösen Job machen. Mitgemacht haben Martin Witte (SEOProfession), Markus Hövener (Bloofusion), Thomas Kilian (Thoxan), Julian Dziki (SEOkratie), Marcel Becker (rankingCHECK), David Schlee (Conversearch), Thomas Grübel (InBiz), Marco Janck (SUMAGO), Katja von der Burg (Projecter) und Sebastian Erlhofer (mindshape). Vielen Dank für ehrlichen Worte!

Folgende Frage habe ich an die  Kollegen gestellt und um Antwort gebeten:

Wie erkennt man eine gute Online-Marketing-Agentur?

Diese Frage steht im Zentrum dieses und der kommenden Blogbeiträge. In meinen beiden Beiträgen Wie findet man eine richtig gute SEA-/ AdWords-Agentur? und SEO-Agentur Auswahl: Abzocke vermeiden!  habe ich in den letzten Jahren schon einige Punkte für die Auswahl einer spezifischen Agentur zusammengetragen.

Hier die die Meinungen und Tipps der Kollegen:

Martin Witte, Geschäftsführer SEO-Profession

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Martin Witte

  1. Lassen Sie sich nicht von Siegeln blenden, denn diese sind i.d.R. sehr subjektiv und haben wenig Aussagekraft über die Agentur und deren Arbeit. Ganz wichtig an dieser Stelle: Google hat im Bereich der Suchmaschinenoptimierung keine Partneragenturen! Und: Die Mitgliedschaft im Bundesverband der digitalen Wirtschaft ist kein Qualitätsmerkmal! Prüfen Sie daher die Leistung und das Know How hinter den Siegeln!

  2. SEO ist keine Leistung „von der Stange“ sondern eine individuell auf ihre Anforderungen und Ihren Webauftritt basierende Dienstleistung. Standardisierte Angebote mit Bereichen die für Sie nicht relevant sind sollten Sie stutzig machen.

  3. Vertragslaufzeiten sind wichtig, denn SEO ist eine Dienstleistung die Zeit benötigt und nicht von heute auf morgen greift. Das bedeutet im Rückschluss aber nicht zwingend, dass langwierige Knebelverträge eingegangen werden müssen. Seriöse Agenturen werden versuchen Sie über ihre (Dienst-) Leistung als Kunden zu binden und nicht über ellenlange Vertragslaufzeiten.

  4. SEO kostet Geld! Besonders günstige Angebote haben meist einen Haken. Es heißt nicht umsonst „wer billig kauft, kauft zweimal“. Rechnen Sie einfach den Angebotspreis einmal in Arbeitsstunden um  und überprüfen Sie dann, ob Ihnen in der errechneten Zeit wohl geholfen werden kann oder aber ob Sie in dieser „nur verwaltet werden“

  5. Ein fester Ansprechpartner ist Pflicht! Zu Ihrer SEO Agentur und dem Ansprechpartner müssen Sie Vertrauen haben, denn die Agentur arbeitet an ihrem Haupt-Marketing-Kanal, da können Fehlentscheidungen gravierende Folgen haben. Daher sollten Sie vorher abklären wer Ihr fester Ansprechpartner in der Agentur ist und prüfen, dass dieser auch kompetent ist.

 

Markus Hövener, Geschäftsführer Bloofusion

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Markus Hövener

Wenn sich eine Agentur per Spam-E-Mail oder Kaltakquise-Telefonanruf  bei mir vorstellt, würde ich direkt ablehnen. Auch wenn jemand explizite Ranking-Versprechen macht, darf man gerne direkt seinen Hut nehmen. Beides gibt es aber nicht mehr so oft, so dass man dann durchaus die Qual der Wahl hat.

Primär hängt es wohl davon ab, was ich will. Wenn ich z. B. Interesse an Content Marketing habe, die Agentur aber nicht mal ein Blog hat, würde ich das schon kritisch hinterfragen – also: „Wenn das angeblich so wichtig ist und Ihr das angeblich so gut könnt, warum nutzt Ihr es dann selber eigentlich nicht?“

Mir wären auch Referenzen wichtig. Dabei geht es gar nicht so primär um die wohlklingenden Namen, sondern darum, ob eine Agentur sich in einer Branche auskennt. Die Denke im B2B ist oft anders als in der Touristik oder im Versandhandel. Und da sollte man sich als Agentur schon mit auskennen. Es geht ja auch nicht nur darum, eine technische Lösung zu finden, sondern das Unternehmen „mitzunehmen“. Und da ist Erfahrung innerhalb einer Branche schon sehr wichtig.

Und dann würde ich es einfach vom Eindruck abhängig machen. Anrufen, Leute ausquetschen, Ideen abfragen – so in etwa.

 

 Thomas Kilian, Geschäftsführer Thoxan

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Thomas Kilian

Ein für uns wichtiges Kriterium ist Transparenz; wir versuchen nicht nur, die Ziele von Unternehmen genau zu verstehen, um eine Empfehlung für sinnvolle Maßnahmen zu geben, sondern auch die notwendigen Schritte nachvollziehbar und verständlich zu erklären. Eine seriöse Online-Marketing-Agentur berät offen und objektiv, verspricht keine Wunder und scheut sich auch nicht, unangenehme Themen anzusprechen. Bei uns in der Agentur beginnt eine Zusammenarbeit immer mit einer individuellen Analyse und Konzeption, verbunden mit einem verpflichtenden Workshop. Wir haben immer und immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich diese Vorarbeit bei der späteren Umsetzung extrem lohnt. Je größer das gegenseitige Verständnis von Zielen, Erwartungen und Möglichkeiten ist, desto leichter gelingt die Abstimmung im Arbeitsprozess.

 

Marcel Becker, Geschäftsführer rankingCHECK

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Marcel Becker

Vor allem anderen sollten sich Unternehmen zumindest grundsätzlich informieren, um wenigstens die Basics zu verstehen. Das heißt zum Beispiel, dass eine Google Zertifizierung nur etwas mit Google AdWords oder Google Analytics zu tun hat, aber niemals etwas mit SEO.

Dann geht es an die Auswahl der Agenturen. Gute Agenturen machen keine Kaltakquise. Wenn man eine gute Online-Marketing-Agentur sucht, sollte diese irgendwie auch durch gutes Online Marketing auf sich aufmerksam machen, logisch oder? Wenn ich mir ein Motorrad kaufe, informiere ich mich ja auch und nehme auf keinen Fall das Motorrad, das mir ein wildfremder Verkäufer per Kaltakquise am Telefon verkaufen will. Eine gute AdWords Agentur sollte schon ganz gute AdWords schalten, eine gute SEO Agentur zumindest ab und zu mal bei SEO-relevanten Begriffen ranken.

Genauso wichtig sind zudem Empfehlungen aus dem beruflichen und/oder privaten Umfeld. Wer aus dem Bekanntenkreis hat gute Erfahrungen gemacht, wer nicht und warum?

Wenn beides zusammen kommt: perfekt! Zumindest eine Bedingung davon sollte aber erfüllt sein, um den nächsten Schritt zu machen.

Hat man jetzt ein paar Agenturen auf der Liste, wird´s so langsam ernst. Die Agentur sollte zunächst einmal die richtigen Fragen stellen, ganz grob etwa so:

  • Was sind die konkreten Erwartungen an eine Zusammenarbeit?
  • Ist man in der Lage zu analysieren, was die Menschen auf der Website machen?
  • Ist man bereit die Website inhaltlich und technisch zu verändern? Wer produziert den Content?
  • Ist man in der Lage gute Landingpages für Display- und Searchkampagnen bereitzustellen?
  • Welche sonstigen Marketingaktivitäten sind geplant oder laufen schon?
  • Und am wichtigsten: Hat man Ressourcen für all das? Vun nix kütt nix sagen wir hier in Köln.

Zudem sollte man als Agentur auch darauf aufmerksam machen, dass man beispielsweise keine Rankings garantieren kann. Und dass sich nichts verändern wird, wenn man die Website nicht verändert. Ohne Veränderung keine Veränderung quasi. 😉

Eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Kunde und Agentur ist heutzutage nur noch möglich, wenn man gemeinsam am Projekt arbeitet. Gemeinsam!

Julian Dziki, Geschäftsführer SEOkratie

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Julian Dziki

Paradox, aber: Je besser man sich selbst auskennt, desto eher findet man eine Agentur, die das macht, was man selbst möchte. Umgekehrt heißt das: Wer selbst nur sehr wenig Ahnung von Online Marketing hat, der gerät leichter an eine schlechte Agentur, weil er deren Arbeit nur unzureichend beurteilen kann. Mein wichtigster Tipp ist daher: Lesen Sie sich selbst zumindest soweit ein, dass Sie wissen, welche Strategien möglich sind und welche Sie selbst vertreten können und wollen.

Der zweite wichtige Tipp ist die Frage nach der Philosophie, die die Online Marketing Agentur prägt. Wie geht sie vor, was sind die Grundbausteine der Arbeitsweise? Hier gibt es kein richtig oder falsch, sondern die Ansätze müssen zu denen Ihres Unternehmens passen.

Mein dritter Tipp lautet, die Agentur zu fragen, wie sie genau arbeiten wird. Jede seriöse Agentur wird diese Frage offen und ehrlich beantworten – jede unseriöse Agentur wird ausweichen.

Das Gleiche gilt auch für Fragen: Werden Fragen Ihrerseits ausführlich beantwortet oder versucht man absichtlich, Ihnen nicht zu viel zu erklären? Oder erklärt gar, dass bestimmte Informationen „geheim“ wären? Dann sollte man von der entsprechenden Agentur Abstand nehmen.

 

Thomas Grübel, Geschäftsführer InBiz

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Thomas Grübel

Mein SEAcamp-Kollege Thomas Grübel hat sich kurz und knapp gehalten und eine kurze Aufzählung zum Thema beigesteuert:

  • Transparenz bzgl. Inhaberschaft z.B. des AdWords-Kontos bzw. Konten.  Unternehmen sollten immer darauf achten, dass die AdWords-Konten und damit Kampagnen im eigenen Besitz bleiben. Zudem ist Transparenz bezüglich der Reportings, Leistungen und Abrechnungsgrundlage wichtig. Wie werden Tätigkeiten dokumentiert? Wonach wird abgerechnet? Sind die Zahlen nachvollziehbar / belegbar?

  • Wer verkauft vs. wer macht die Arbeit? In vielen Fällen ist der erste Ansprechpartner in der Akquise-Phase nicht derjenige, der nachher auch die Arbeit am Kunden übernimmt. Hier ist es wichtig noch vor Auftragserteilung zu erfahren, wer der / die späteren Berater sind und welche Erfahrung sie vorweisen.Wer übernimmt welche Aufgaben in der Betreuung.

  • Seriosität / Glaubwürdigkeit
    • Gab es Empfehlungen oder hat die Agentur Kaltakquise nötig?
    • Wie sieht die Eigentümer / Führungsstruktur der Agentur aus (haftet jemand mit seinem guten Namen)?
    • Welche glaubwürdigen und belegbaren Zertifikate hat die Agentur?
    • Werden Dinge garantiert, die niemand garantieren kann?Referenzen? Gern auch im Detail hinterfragen (nach dem Motto: ich hab mal einen Produkttext für Otto geschrieben ).

Zudem hat Thomas Grübel aber auch eine Bitte an Unternehmen, die eine Online-Marketing-Agentur suchen.

Unternehmen sollten nicht massenweise identische Anfragen an hunderte von Agenturen schicken und klare realistische Ziele der Zusammenarbeit definieren. Hier kann ich ihm nur beipflichten.

Wenn wir bei Aufgesang bei einer Anfrage feststellen oder auch nur die Vermutung haben, dass diese identisch in Masse auf einmal an andere Agenturen gestellt wurde behandeln wir diese entsprechend. Wir geben uns bei Erstberatung und Angeboten Mühe. Das erwarten wir auch von an einer Zusammenarbeit interessierten Unternehmen.

Desweiteren weist Thomas daraufhin bei umfangreicheren Pitch-Vorbereitungen oder Workshops den Aufwand der jeweiligen Agentur angemessen finanziell zu honorieren. Diese Abart bei der Agentur-Akquise ist leider noch nicht ausgestorben.

 

David Schlee, Geschäftsführer Conversearch

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David Schlee

Für David Schlee sind folgende Punkte wichtig für Auswahl einer guten Online-Marketing-Agentur:

– Hat die Agentur einige Referenzen / Reputation in der Branche? Weiß Sie wie der Markt tickt?

– Welche Budgetgrößen / Umfange werden bisher betreut?

– Gibt es einen festen Ansprechpartner nach dem Pitch?

– Wie groß ist die Agentur? Passt dies zu  einer Größe/Budgetvolumen etc.

– Wie ist die Erfahrung in angrenzenden Gebieten: Google Analytics, Google Tagmanger sowie auch Facebook  Ads etc.

– Analog Thomas: Transparenz / Reporting – wie läuft es ab.

– Ist die Agentur auch bereit mit anderen Agenturen oder auch perspektivisch mit inhouse Leuten (falls der Kunde wächst und eine eigene Abteilung aufbaut – haben wir auch schon gehabt) zusammenarbeiten bzw. diese zu coachen

 

Marco Janck, Geschäftsführer SUMAGO

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Marco Janck

In der Regel ist es nur sehr schwer möglich, eine gute von einer unseriösen Online-Marketing-Agentur zu unterscheiden. Man erkennt meistens nur die Vertriebs-Schale einer Agentur und diese sieht im Vergleich der Agenturen oft fast identisch aus. Logos, Siegel, Referenzen und  tolle Broschüren. Alles keine Punkte, um eine gute Online Marketing Agentur zu erkennen. Einige Hinweise und Tipps erhöhen aber die Chance, dass man sich als Unternehmen nicht die Finger verbrennt bei der Agentur-Suche.

Tipp 1

Ohne eigenes Wissen im Thema wird die Auswahl ein Glücksspiel. Eigenes Know-How ist unbedingt erforderlich. Also bauen Sie als erstes Wissen direkt im Unternehmen auf.

Tipp 2

Achten Sie auf leidenschaftliche Leitwölfe in den Agenturen. Die Agentur Landschaft ist in der Basis aus einer Szene entstanden. In dieser Szene haben sich über die Jahre Personen hervorgetan. Durch Vorträge, eigene Fachartikel, das Schreiben von Fachblogs etc.. Es gibt Menschen im Online Marketing, die bekannt sind. Achten sie auf diese Personen. Die meisten dieser Personen haben sich diese Bekanntheit über Jahre und Jahrzehnte erarbeitet und haben selber Agenturen gegründet. Die Chance, dass die Leidenschaft und das Know-How an die Agentur Mitarbeiter übergeben wurde ist größer als bei No-Names.

Tipp 3

Wenn Ihnen nur das Glück bei der Agentur-Wahl bleibt, sollten Sie ein paar Regeln beachten:

  • Keine Vertragslaufzeit über 3-Monate
  • Starten sie mit einem kleinen Budget und einem Teilprojekt. Erst wenn sie ein gutes Gefühl in der Zusammenarbeit bekommen erweitern sie den Vertrag.
  • Nutzen sie niemals Agenturen, die nach Suchwort-Erfolg abrechnen. Besonders nicht, wenn es sich um Nischen-Kombinationen handelt ohne Suchvolumen. FINGER WEG.
  • Werden Sie hellhörig, wenn der Verkäufer beim Preis das Wort „nur“ sagt. Online Marketing ist nicht billig. Wer „nur“ sagt, will verkaufen. Mehr nicht.
  • Unterschreiben sie nie einen Vertrag, wenn sie nicht mit der Person persönlich (auch telefonisch) gesprochen haben, die sie später auch betreut. Das Zwischenmenschliche, die Chemie muss stimmen. Ganz wichtig.
  • Achten sie darauf, ob die Agentur die gebuchten Leistungen in einem Marketing Gesamtzusammenhang sieht. Online Marketing kann nicht mehr ausschließlich in Einzelthemen betrachtet werden. Alles ist irgendwie miteinander verbunden. Wenn eine Agentur die Gesamtsicht nicht hat. Finger weg!

     

Katja von der Burg, Geschäftsführerin Projecter

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Katja von der Burg

Ganz generell ist es bei Dienstleistungen immer perfekt, eine Empfehlung aus einer vertrauenswürdigen Quelle zu bekommen. Also im ersten Schritt mal im eigenen Netzwerk und bei befreundeten Unternehmen herumfragen, welche Erfahrungen diese mit Online Marketing Agenturen gemacht haben – hier sind ja sowohl Negativ- als auch Positiv-Erlebnisse spannend. Offizielle Rankings und Siegel sind nur bedingt aussagekräftig, da für Außenstehende schwer zu durchschauen ist, auf welcher Basis das ganze erstellt wurde. Im zweiten Schritt (oder im ersten, wenn es keine Empfehlung gibt) halte ich die Außendarstellung der Agenturen in der engeren Wahl für sehr aussagekräftig. Wer nichts zu verstecken hat, gibt mehr von sich preis. Gute Zeichen sind:

  • Eine gepflegte Website, auf der das tatsächliche Team zu finden ist, aktuelle Referenzen und zum Beispiel ein aktiv gepflegter Blog mit Fachbeiträgen.
  • Auch die Social Media Präsenzen der Agentur können zu Rate gezogen werden.
  • Sind Mitarbeiter des Unternehmens nach außen als Experten wahrnehmbar, treten sie als Speaker auf Konferenzen auf und haben einen Namen in der Branche?

Alles weitere sollte sich dann beim Erstkontakt ergeben:

  • Wird die Anfrage zügig und individuell beantwortet, ist der Ansprechpartner fachlich kompetent und berät, ohne einfach irgendwas mit Druck verkaufen zu wollen?
  • Ist ein persönlicher Termin möglich?
  • Werden Rückfragen beantwortet?

Das Bauchgefühl sollte natürlich zu guter Letzt auch nicht ignoriert werden 😉

Sebastian Erlhofer, Geschäftsführer mindshape

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Sebastian Erlhofer

Als Unternehmen auf der Suche nach einer Online-Marketing-Agentur sollte man sich zunächst mal klar werden, was man eigentlich benötigt. Die Agenturlandschaft bietet eine weite Range von Agenturen: Von der Spezial SEO-Agentur für Onpage-Optimierung bis hin zur Full-Service Agentur. Stellt man sich diese Frage, kommen gleich noch viele weitere Fragen auf. Die kann man alle mit der  (von mir liebevoll entwickelten) GIBVTIK-Formel lösen. Jeder Buchstabe steht dabei für ein ganz zentrales Konzept in der perfekten Agentursuche:

Größe: Die Größe der Agentur muss zu dem passen, was das Unternehmen durchführen lassen möchte. Ein einmaliger Spezialfall im SEO kann durch eine kleine 2-Mensch-Agentur durchgeführt werden. Bei großen, langfristigen Content-Marketing-Maßnahmen benötigt man eher eine größere Agentur, die verschiedene Gewerke wie Design, Konzept, Text, PR miteinander verbinden kann.

Information: Informationen sollen fließen. Im Unternehmens-Agentur-Kontext nennt sich das Beratung, Consulting, Unterstützung und gemeinsames Arbeiten. Nur wenn Informationen von A nach B und zurück fließen, kann ein Marketing-Projekt erfolgreich sein. Man sollte daher prüfen, dass der Informationsfluss in beide Richtungen funktioniert.

Budget: Auf der Agenturseite höre ich mir immer an, was ein potenzieller Kunde möchte. Berate ihn oder sie dann, was er meiner Meinung nach braucht und was wir für ihn oder sie tun können. Dann machen wir den Kostenaufschlag und schätzen, was das an Budget benötigt. Das Unternehmen sollte dann auch äußern, was an Budget zur Verfügung steht und man schaut, wie man hier zusammenkommt. Eine gute Agentur kann auch aus kleineren Budgets die besten Hebel auswählen. Zu kleine Budgets sind für bestimmte Aufgaben natürlich irgendwann auch illusorisch. Online-Marketing für 500 EUR im Monat ist selten möglich und zielführend. Hier wäre ich vorsichtig.

Vertrauen: Für eine produktive, zielführende und erfolgreiche Zusammenarbeit ist Vertrauen unerlässlich. Vertrauen bekommt man geschenkt und kann es nur langsam aufbauen. Daher sollte bei den ersten Gesprächen auch schon geprüft werden, ob eine Vertrauensbasis besteht, die man tatsächlich ausbauen kann. Daher sind auch hier bereits die finalen Ansprechpartner relevant, die beim Gespräch dabei sein sollten. Wer nur mit Vertrieblern spricht, kann keine Vertrauensbasis evaluieren.

Transparenz: Die Arbeit einer Agentur sollte transparent sein. Ein regelmäßiges Reporting, offene Kommunikation und ein partnerschaftlicher Ansatz schaffen Transparenz. Jede Agentur, die transparent arbeitet weiß, dass man damit die eigene Arbeit viel besser argumentieren und erklären kann und den Kunden „mitnehmen kann“. Wer sagt „das ist zu komplex“ und eine Blackbox aus seiner Arbeit macht, arbeitet nicht offen und hat etwas zu verstecken.

Interesse: Auf der Suche nach einer Agentur sollte man darauf achten, dass ein echtes Interesse besteht, das Unternehmen als Kunden zu gewinnen und zu halten. Das muss nun nicht heißen, dass man beim Pitch sich tagelang unbezahlt vorbereitet. Aber wenn man darauf achtet, welche Fragen gestellt werden, ob individuell auf die eigenen Aussagen und Wünsche eingegangen wird, dann kann man schon eine Menge Interesse herauslesen – oder eben nicht. Übrigens gilt das auch für Agenturen: Die arbeiten auch gern mit Kunden zusammen, die tatsächliches Interesse am Vorankommen in ihrem Marketing haben.

Kommunikation: Klar und verständlich kommunizieren. Das schaffen längst nicht alle Agenturen. Wer ordentlich und gut arbeitet, kann auch verständlich und ohne Bullshit-Bingo seine Arbeit, komplexe Zusammenhänge und fachliche Themen erläutern.

All diese Punkte lassen sich im ersten Telefonat und im ersten persönlichen Treffen meist recht klar feststellen. Am Ende steht für mich als Tipp bei der Agentur-Suche das Persönliche und Fachliche weit vorne. Wer lediglich auf der Suche nach dem günstigsten Anbieter ist, wird definitiv böse Überraschungen erleben. Wer mit Peanuts bezahlt, wird eben von Affen bedient.

 

Zusammenfassung: Die wichtigsten Tipps zur Online-Marketing-Agentur-Suche

Zum Schluss habe ich nachfolgend noch einmal die Punkte zusammengefasst, die sinngemäß von mehreren Experten gleichzeitig als Tipps genannt wurden bzw. die ich gerne herausheben möchte:

  • Kaltakquise: Hier sind sich fast alle Experten einig. Kaltakquise egal ob per Mail oder Telefon ist eigentlich ein Ausschlusskriterium für eine gute Online-Marketing-Agentur.
  • Agentur-Empfehlung: Empfehlungen von Personen, die Sie schon länger kennen und denen sie eine gewisse Kompetenz in Sachen Online-Marketing zutrauen sind die halbe Miete. Hier reicht aber nicht eine bestehende Freundschaft oder ein Verwandschaftsverhältnis des Empfehlenden zur Agentur als Begründung für die Empfehlung.
  • Vertragslaufzeiten: Bei den Vertragslaufzeiten sollten Unternehmen darauf achten zu Beginn der Zusammenarbeit auf keine langen Vertragslaufzeiten länger als 3 bis 6 Monate einzugehen bzw. die Möglichkeit zu nutzen Einstiegsprojekte mit der Agentur anzugehen bevor eine laufende Betreuung vereinbart wird.
  • Transparenz: Für alle Experten war Transparenz der Online-Marketing-Agentur gegenüber Kunden bezüglich Arbeitsweise, Abrechnungsgrundlage und spätere Ansprechpartner wichtig zur Auswahl einer Internet-Marketing-Agentur. Wer nichts zu verstecken hat, gibt mehr von sich preis.
    • Spätere Berater /Ansprechpartner müssen eine gewisse Expertise/Erfahrung vorweisen können
    • Abrechnungsgrundlage sollten keine Ziele wie z.B. Erreichen bestimmter Keyword-Rankings sein
    • Art und Weise des Vorgehens. Was wird wann und wie gemacht?
  • Breite des Online-Marketing-Angebots: Agenturen, die Erfahrung bzw. Services aus verschiedenen Bereichen des Online-Marketings anbieten sind eher in der Lage Synergieeffekte zwischen den Bereichen zu nutzen.
  • Branchenerfahrung: Online-Marketing-Agenturen sollten das Thema und die Branche des Kunden verstehen. Das gelingt einfacher, wenn bereits Kundenprojekte in der jeweiligen Branche als Referenzen vorhanden sind. Dazu muss ich aber auch anmerken, dass es Agenturen ähnlich wie wir gibt, die ihren Kunden  eine Art Kundenschutz anbieten, um nicht mehrere Marktbegleiter und z.B. deren Keywords in Konkurrenz zu setzen.
  • Referenzen: Referenzen können ein Indiz für eine gute Arbeit sein. Aber auch hier gilt Transparenz. Was wurde genau für die Referenz gemacht? Mit welchem Erfolg? Hier können bereitgestellte Case-Studies hilfreich sein.
  • Bereitschaft zur Know-How-Vermittlung: Die Agentur sollte bereit sein eigenes Know-How zum Aufbau von Inhouse-Kapazitäten oder einfach nur zur Transparenz bezüglich Kontrolle der Arbeitsweise bereitzustellen.
  • Keine Ranking-Garantieren: Online-Marketing-Agenturen, die Rankings im SEO-Bereich garantieren sind unseriös.
  • Bekannte Gesichter der Branche: Agenturen, die von bekannten Personen der Branche geführt werden haben mehr zu verlieren. Nämlich die persönliche gute Reputation der involvierten Personen. Deswegen ist die Chance, dass hier auf mehr Wert auf die Qualität der Dienstleistung gelegt wird größer.
  • Zertifikate und Siegel sind in der Branche oft relativ einfach zu bekommen bzw. manche Marktteilnehmer erschaffen einfach eigene. Zertifikate und Siegel sind deswegen nie alleiniges Entscheidungskriterium, da oft nicht unbedingt Kompetenz-Merkmal für eine Online-Marketing-Agentur.
  • Online Marketing der Agentur selbst: Die Reputation und das Online-Marketing der Agentur selbst sollte als erstes Indiz dienen, wie gut die Agentur auch für Kunden arbeitet.
  • Größe und Mitarbeiter: Obwohl die Größe einer Agentur nur für bestimmte Anforderungen ein ausschlaggebendes Kriterium sein sollte versuchen manche Agenturen gerne größer zu wirken als sie sind. Durch die Darstellung von Teams und Mitarbeitern auf der Website kann man sich ein Bild von der tatsächlichen Größe machen. Wer anonymisiert von diversen Mitarbeitern spricht, sie aber nicht zeigt hat eventuell etwas zu verbergen oder Angst vor Headhuntern. Es gibt aber auch Agenturen, die umgekehrt viele Mitarbeiter abbilden, aber diese in Wahrheit nicht dort arbeiten oder großteils nur verkappte Praktikanten sind. Gerne wird in solchen Fällen auch mit Stockfotos gearbeitet.

Neben dem was die Agentur selbst kommunizieren gibt es aber auch Hausaufgaben, die der Kunde selbst zu erledigen hat:

  • Eigenes Know-How: Fast alle Experten finden es wichtig, dass sich Unternehmen vor der Auswahl einer Internet-Marketing-Agentur grundsätzlich darüber informieren worauf es ankommt.
  • Veränderungsbereitschaft beim Kunden: Um die Zusammenarbeit mit einer Online-Marketing-Agentur erfolgreich zu gestalten muss eine Veränderungsbereitschaft z.B. bezüglich der Website oder auch eigenen Prozessen und Strukturen da sein.

Beim nächsten Beitrag geht es um das Thema Was kostet Suchmaschinenoptimierung (SEO)? .

Der Beitrag SEO-Agentur Auswahl: Abzocke vermeiden! , den ich regelmäßig aktualisiere bzw. ergänze hat sich über die Jahre für Unternehmen zu einer sehr beliebten Checkliste für das Finden einer SEO-Agentur entwickelt. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich dort auch die wichtigsten Aussagen der Agentur-Kollegen ergänzen.

Ihr könnt gerne in den Kommentaren weitere Punkte anmerken, die für Euch hier noch fehlen. Vielleicht übernehme ich diese dann mit Nennung Eures Namens auch im zentralen Dokument auf.

Expertenstimmen: Wie findet man eine gute Online-Marketing-Agentur?
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang Inbound Marketing GmbH . Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Ostfalia Hochschule, Norddeutschen Akademie, CMCx, SEOCampixx … Er ist Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.
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