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Wie erkennt Google Entitäten und wie nutzt man das für SEO?

07.Februar 2017 - Machine Learning & Semantik, SEO (Suchmaschinenoptimierung) - Olaf Kopp

Für Google ist eine der wichtigsten Herausforderungen Entitäten zu erkennen und kontextuell einzuordnen. In diesem Beitrag möchte ich Ansätze erläutern, die Google nutzen kann, um diese Herausforderung zu bewältigen und wie man das für die Suchmaschinenoptimierung nutzen kann.

Google möchte Entitäten in Suchanfragen erkennen

Für Google ist es wichtig Entitäten in Suchtermen zu identifizieren und Verbindungen zu anderen Entitäten festzustellen. Mindestens genauso wichtig sind die Arten der Verbindungen zwischen den Entitäten. Denn nur so kann Google auch implizite Fragen nach Entitäten und somit auch konkrete Fragen nach Entitäten direkt in den SERPs beantworten. Ein Beispiel:

Die Frage „wer ist chef bei vw“ und die implizite Fragestellung „chef vw“ führt zur Auslieferung der folgenden Knowledge Graph Box:

In diesem Beispiel spielen zwei Entitäten und eine Verbindungsart eine wichtige Rolle zur Beantwortung der Frage.

  • VW (Entität)
  • Chef (Verbindungsart)
  • Matthias Müller (Entität)

Nur über die Kombination der Entität „VW“ mit der Verbindungsart „Chef“ kann Google die Frage nach der Entität „Matthias Müller“ beantworten. Mehr dazu im Verlauf des Beitrags.

Deswegen ist Google die Identifikation von Entitäten im ersten Schritt so wichtig. Sammelstelle für alle als Entitäten beziehungsweise Ontologien identifizierten Begriffe nutzt Google den Knowledge Graph.

Der Knowldege Graph als semantischen Datenbank

Spätestens seit Einführung des Hummingbird-Algorithmus und des Knowledge Graphs arbeitet Google nach Grundlagen der Semantik. Es geht um Entitäten, Entitäten-Relevanz  beziehungsweise Entitäten-Werte und Ontologien.  Wem diese Begriffe nichts sagen, dem lege ich ans Herz vorab den Beitrag  Semantische Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Google zu lesen.

Derzeit enthält der Knowledge Graph über 570 Millionen Entitäten und über 18 Milliarden Attribute zu diesen Objekten, die zur Identifikation der Beziehung zwischen Entitäten sowie Attributen als auch Suchanfragen genutzt werden.

Man kann den Knowledge Graph als eine große Datenbank von semantisch verwandten Entitäten verstehen. Für jede Suchanfrage, die Entitäten enthält, nutzt Google diesen Graph.

Mit dem Knowledge Graph hat Google eine ständige wachsende semantische Datenbank erschaffen, in der Entitäten mit Attributen verknüpft werden, Beziehungen inkl. Beziehungseigenschaften (Kanten) zwischen Entitäten (Knoten) abgebildet werden. Diese Entitäten können aufgrund ihrer Eigenschaften unterschiedlichen Ontologien zugeordnet werden können.

Ich vermute Google wird zwischen Themenbereichen (Ontologien), Entitätentypen und Entitäten unterscheiden, die in Verbindung stehen können. Eine Entität wird immer auch Teil einer oder mehrerer Ontologien sein. Die Beziehungen der Entitäten zueinander wird durch Beziehungseigenschaften definiert.

Bei einer Suchanfrage wie „Was ist die Hauptstadt von Australien?“ ist die Entität „Australien“ und über die Kombination mit „Hauptstadt“ als Beziehungseigenschaften kann Google die Verbindung zur Entität „Canberra“ herstellen und damit assoziierte Informationen in der Entitäten-Box ausliefern.

Die Attributs-Kombination der Entitäten machen sie eindeutig definierbar. Entitäten mit ähnlichen Eigenschaften bilden eine Entitätsklasse oder einen Entitätstyp. Dazu Wikipedia:

Aus Entitäten (die einzelnen individuellen Objekte) werden Entitätstypen (gelegentlich Entitätsklasse genannt) abgeleitet. Entitäten sind also konkrete Ausprägungen (Instanzen) eines Entitätstyps und haben eine Identität. Im Sprachgebrauch wird statt der korrekteren Bezeichnung „Entitätstyp“ gelegentlich das kürzere Wort „Entität“ verwendet, wobei aus dem Zusammenhang meist hervorgeht, ob eine Objektinstanz oder deren Typisierung gemeint ist.

Kriterium für die Bildung von Entitätstypen (Typisierung) sind gleiche Attribute/Merkmale von Entitäten

Auf Entitäten können Algorithmen für die Bewertung beziehungsweise Bestimmung der Entitäten-Relevanz in Bezug auf die jeweilige Ontologie angewendet werden.

Man sieht immer wieder gerade in den letzten Jahren, dass Google selbst die passenden Dokumente einer Domain passend zur Suchanfrage identifiziert und bei fehlender Konsistenz der Signale Dokumente zum gleichen Thema eigenständig gegeneinander testet. Dabei kommt es zu den typischen URL-Switches.

Diese Tests werden solange durchgeführt bis sich ein Dokument als das aus Nutzersicht relevanteste Dokument qualifiziert hat. Die Qualifikation eines Dokuments für die erste Suchergebnisseite hängt nach meiner Meinung maßgeblich von der Reputation und thematischen Markenstärke der Domain ab. Welches Dokument einer Domain dann rankt hängt dann von den Dokumenteneigenschaften ab. Zum Entitäten-basierten Ranking werde ich zukünftig noch einen weiteren Blogbeitrag veröffentlichen und es an dieser Stelle damit belassen.

Neben dem Knowledge Graph nutzt Google auch noch weitere Graphen zum Ordnen und sortieren der Inhalte:

  • Link Graph
  • Co-Citation-Graph
  • Social Graph

Der Link-Graph und Co-Citation-Graph stehen in enger Verbindung mit der Markenstärke einer Domain. Beim Social-Graph ist es Spekulation inwiefern dieser für das Ranking einbezogen wird. Der Kollege Johannes Wobus hat hinsichtlich diesem Themas interessante Experimente am Laufen. Aber kommen wir zurück zum Knowledge-Graph.

 

Datenquellen für den Knowledge Graph

Datenquellen für den Knowledge Graph

Die Informationen zu den Entitäten und deren Beziehungen untereinander bezieht aus Google aus folgenden Quellen:

  • CIA World Factbook,Wikipedia / Wikidata (ehemals Freebase)
  • Google+ beziehnungsweise Google MyBusiness
  • Strukturierte Daten (schema.org)
  • Web-Crawling
  • Knowledge Vault
  • Lizensierte Daten

Der Knowledge Vault wurde 2014 von Google als inaktives Entwicklungsprojekt vorgestellt, bei dem mi Hilfe von Web-Crawling und Machine Learning sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten, die größte Wissens-Datenbank der Welt aufgebaut werden soll. Dazu ob und wie weit Google diese Datenbank schon aktiv nutzt gibt es bis dato keine Informationen. Ich gehe aber davon aus, dass der Knowledge Graph bereits aus dem Knowledge Vault Informationen bezieht. Mehr dazu im Beitrag Google “Knowledge Vault” To Power Future Of Search .

 

Was sind Entitäten für Google?

Übertragen in die reale Welt können Entitäten sogenannte Dinge des Seins wie etwa Personen, Unternehmen, Bauwerke, Fahrzeuge oder abstrakte Dinge / Objekte sein.

Mit Blick auf die Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig zu verstehen, was Google als Entität begreift. Das ist relativ einfach möglich, indem man sich klar macht, für welche Suchanfragen Google Knowledge-Graph-Cards, ich nenne sie ab hier Entitäten-Box platziert.

Entitäten-Box am Beispiel Donald Trump

Interessant ist, dass Google bei Fragestellungen nach einer unbekannten Entität wie zum Beispiel „Was ist die Hauptstadt von Australien?“ oder impliziten Fragen wie „haupstadt australien“  die Entitäten-Boxen oberhalb der SERPs ausliefert. Bei einer direkten Eingabe der Entitäten-Bezeichnung wreden die Boxen rechts neben den SERPs ausgeliefert:

Zudem gibt es noch als Spielart der Entitäten-Boxen das Karussel als Ausgabe-Form für Knowledge-Graph-Daten:

Knowledge Graph Karussel am Beispiel Kinofilme

Neben den Entitäten-Boxen gibt es noch die Wissens-Boxen oder Know-Simple-Boxen, die oberhalb der SERPs platziert sind. Diese werden in erster Linie für Know-Simple Keywords ausgeliefert. Hier ein Beispiel:

Know-Simple-Box am Beispiel Wetter

Diese werden in erster Linie bei Suchanfragen ausgegeben, die Google als Know-Simple -Keywords einstuft. Mehr dazu im Beitrag  Infos zu den Keyword-Arten, Suchintention, Identifikation Nutzerintention. Oder es handelt sich um Themenbereiche:

Wissens-Box am Beispiel des Themas Suchmaschinenmarketing

Themen- / Wissens-Box am Beispiel des Themas Suchmaschinenmarketing

Die oberhalb der SERPs platzierten Wissens-Boxen oder Know-Simple-Boxen sind keine Entitäten-Boxen. Genauso wenig wie alle anderen Knowledge-Graph-Boxen. Daraus lässt sich auch ableiten, was Google nicht als Entität einordnet.

In Bezug auf Entitäten spielen die Entitäten-Boxen die größte Rolle. Sobald Google eine Suchanfrage oder Teil eines Suchterms als Entität erkennt  versucht Google  Informationen für eine Entitäten-Box zu sammeln.

Theoretisch gibt es eine Vielzahl an Entitäts-Arten wie z.B.

  • Bücher
  • Bildungseinrichtungen
  • Events
  • Behörden
  • Unternehmen
  • Filme
  • Serien
  • Musikgruppen
  • Organisationen
  • Personen
  • Orte
  • ….

Ein Blick auf die Entitätstypen bei schema.org gibt einen kompletten Überblick darüber, was als Entität gilt.

Am häufigsten findet man bei Google aktuell die Entitäten-Boxen für die folgenden Typen:

  • Personen
  • Unternehmen
  • Tiere
  • Bauwerke
  • Städte/Orte

Bezogen auf Unternehmen und Personen kann man eine Entität auch als Marke verstehen.

Hier einige Beispiele für Entitäten-Boxen:

nike_entitaeten-box

Knowledge Graph Box bzw. Entitäten Box für das Unternehmen/Marke Nike

michael_jordan-entitaeten-box

Knowledge Graph Box bzw. Entitäten Box für die Person/Marke Michael Jordan

Knowledge Graph Box bzw. Entitäten Box Hannover

Knowledge Graph Box bzw. Entitäten Box für die Stadt Hannover

freiheitsstatue_entitaeten-box

Knowledge Graph Box bzw. Entitäten Box für das Bauwerk Freiheitsstatue

Bezogen auf Unternehmen muss man zwischen Brand-Entitäten-Boxen und  lokalen Entitäten-Boxen unterscheiden. Für die Brand-Entitäten-Boxen benötigt man einen Eintrag bei Wikipedia und/oder Wikidata. Damit haben nur  bestimmte Unternehmen die Möglichkeit ein Brand-Entitäten-Box in den SERPs zu bekommen. Die lokalen Entitäten-Boxen beziehen die Informationen in erster Linie aus dem Google MyBusiness-Eintrag und sind somit für jedes Unternehmen möglich. Hier zwei Beispiele:

Brand-Entitäten-Box von Continental

Lokale Entitäten Box für Kopp Online Marketing Consulting

Diese Entitäten-Boxen erscheinen immer rechts von den Anzeigen und/oder Suchergebnissen.

Aus Googles Sicht scheinen keine Entitäten zu sein:

  • Fahrzeuge und Fahrzeugtypen
  • Branchen wie zum Beispiel Automobil-Industrie
  • Themen und Dinge des allgemeinen Gebrauchs wie Content-Marketing, Suchmaschinenmarketing, Zündkerzen, Reifen …
  • URLs bzw. Dokumente
  • Domains

Domains  können Attribute von Entitäten sein und/oder ein digitales Abbild einer Entität, aber keine Entität selbst. Genauso wenig wie Dokumente. Bezogen auf SEO gilt es, die eigene Entität über die Domain ins Internet zu spiegeln und Google diesen Zusammenhang deutlich zu machen. Google muss zuvor allerdings verstanden haben, dass es sich bei dem Namen der Marke/des Unternehmens um eine Entität handelt.

An dem folgenden Beispiel lässt sich der Zusammenhang zwischen Entität und Domain gut darstellen. Die Suchanfrage nach „Olaf Kopp“ ergibt folgendes Bild:

olaf-kopp_entitaet

Knowledge Graph Boxen Kopp Online Marketing Consulting & Olaf Kopp

In diesem Fall hat Google erkannt, dass „Olaf Kopp“, eine Entität ist. Deswegen wird eine eigene Brand-Entitäten-Box als auch eine Local-Entitäten-Box, auch im nicht eingeloggten Zustand angezeigt. Hierzu hat Google die Informationen aus Freebase bzw. Wikidata für Brand-Entitäten-Box und aus Google MyBusiness für die lokale Entitäten-Box.

Hier erkennt man auch, dass Google den Zusammenhang zwischen der Entität „Olaf Kopp“ und der Domain „kopp-online-marketing.de“ bzw. mit der Entität „Kopp Online Marketing Consulting“ herstellt und gibt deswegen bei der Suche nach olaf kopp zusätzlich die Entitäten-Box zu meinem zweiten Unternehmen aus. Diese Daten bezieht Google aus MyBusiness.

Eine Entität scheint in der Google-Welt eng verknüpft mit der Domain als digitales Abbild zu sein.

Dass Google Domains einer Entitäten zuordnet kann man auch erkennen, indem man in die Google Knowledge Graph Search-API den Namen einer bekannten Entität wie z.B. „Donald Trump“ sucht über das Feld „query“ sucht. Das Ergebnis wird als Json Ld Code wie folgt ausgegeben:

Man findet eine Aneinanderreihung verschiedener Entitäten, die im Knowledge Graph in Verbindung zur Anfrage Donald Trump stehen. Geordnet nach einem Resultscore. Das Feld „url“ beschreibt die offizielle Website der Entität.

Quelle: https://developers.google.com/knowledge-graph/reference/rest/v1/

In diesem Fall https://www.donaldtrump.com beim ersten Entitäten-Listing. Ein Blick in die die SERPs zeigt, dass bei der Suche nach dem irren blonden Mann aber die Domain trump.com auf 1 rankt, welches die Seite der Trump-Organization ist, die bei den Ergebnissen der Entitäten-Suche auf Platz 2 kommt. Es mag daran liegen, dass der Webmaster von Donald Trump die Domain https://www.donaldtrump.com per 302 auf eine anderen Domain verlinkt und zu allem Überfluss die neue Homepage auch noch einen 403-Statuscode auswirft. Blöd für einen Mann, dem gerade die Aufmerksamkeit der Welt gehört.

Aber zurück zum Thema. Versuchen wir es mal mit der Query „adidas“:

Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Hier erkennt Google verschiedene Entitäten zu der Query sortiert nach dem Resultscore. u.a.

  1. Adidas als Design Company
  2. TaylorMade-Adidas (eigenständige Golfsparte)
  3. Adidas Korea
  4. My Adidas (Song der Gruppe Run DMC)

Die „Haupt-Entität“ wurde den Entitäts-Typen Corporation, Organization und Thing zugeordnet sowie drei URLs:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Adidas_Logo.png für das Bild in der Entitäten-Box

https://en.wikipedia.org/wiki/Adidas für die Beschreibung in der Entitäten-Box

http://www.adidas.com/ für die offizielle Website

Da der Result-Score mit 170.97113 deutlich höher zu dem der Zweit-Entität TaylorMade ist (nur 37.942131) ist die Chance, dass jemand bei diese Query die TaylorMade-Website und nicht die Adidas-Website besuchen möchte ziemlich gering.

Wie Google den ResultScore pro Entität ermittelt ist Spekulation. Es wäre z.B. möglich, dass Google hier das Nutzerverhalten analysiert, um zu sehen in welchen Verhältnis bestimmte Querys in Bezug auf die jeweilige Entität gesucht werden. Das bleibt aber eine Ahnung. Die Vermutung, dass der ResultScore in einer Verbindung zum generellen Ranking von Suchergebnissen zu einer Suchanfrage steht konnte ich nicht nachvollziehen. Dennoch scheint Google die offizielle Website einer Entität, insofern diese vorhanden und identifiziert ist Vorrang beim Ranking einzuräumen. Das würde auch dem Prinzip der Brand-Updates in der Vergangenheit entsprechen.

 

Identifikation von Entitäten

Für Google sind neue, bisher unbekannte Begriffe zuerst einmal eine Blackbox bzw. eine Aneinanderreihung von Buchstaben ohne Bedeutung. U.a. folgende Fragen gilt es für Google zu beantworten:

  • Handelt es sich um eine Entität?
  • In welchen thematischen Kontext sind die Begriffe einzuordnen?
  • Ist der Begriff in einen örtlichen oder zeitlichen Kontext einzuordnen?

Die Frage ob ein eingegebener Begriff eine Entität z.B. in Form einer Person, Stadt, Unternehmen … darstellt kann / könnte Google über mehrere Informationen feststellen.

  1. Google My Business
  2. Google+
  3. Nennungen und Verlinkungen aus Social-Media-Profilen und Branchenverzeichnissen
  4. Suchanfragen
  5. Machine Learning

Das Anlegen eines Unternehmens bei Google My Business gibt Google das Signal, dass es sich bei dem Unternehmensnamen um eine Entität in Form eines Unternehmens handelt. Über die Verlinkung des My Business-Profils kann Google zudem schnell die Verbindung zur Domain als digitales Abbild der Entiät feststellen.

Für die Identifikation des Entitäts-Namen kann Google auch immer wiederkehrende indentische Linkexte nutzen, wie in dem Beitrag Finding Entity Names in Google’s Knowledge Graph von Bill Slawski beschrieben.

Als Verifizierung dafür, dass es sich nicht nur um ein Fantasie-Unternehmen handelt zieht Google auch Informationen aus relevanten Branchenbüchern dazu. Deswegen sollte man hier immer auf eine identische beziehungsweise konsistente Schreibweise bei der Adresse, Telefonnummer, Firmenname etc. achten.

Relevante Branchenbücher sind Portale, die immer wieder prominente Positionen auf den ersten Suchergebnisseiten sowohl bei der eigenen Brand und vor allem bei relevanten regionalen Term-Kombinationen vorweisen. Zudem sollte ein besonderes Auge auf Bewertungsportale gelegt werden, die in den Entitäten-Boxen der Wettbewerber und verwandten Branchen für Bewertungen herangezogen werden. Hier mal drei Beispiele:

 

Bewertungen in der Entitäten-Box eines Arztes

 

Bewertungen in der Entitäten-Box einer Werkstatt

 

Am Ende des Beitrags haben wir eine Liste allgemeiner Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale zusammengetragen, die uns immer wieder bezüglich guten Ranking-Positionen und Bewertungen im den Entitäten-Boxen aufgefallen sind. Hier handelt es sich nur um themenübergreifende Portale. Die fachspezifischen Branchenportale müsst Ihr für Euren Branche selbst recherchieren.

Für Personen gilt es ein Google+-Profile anzulegen, um sich als Entität auszuweisen.

Auch bestimmte häufig vorkommende Suchanfragenmuster wie z.B. „name+shop“ oder „name + adresse“ können Google einen Hinweis geben, dass es sich bei einem Begriff um eine Entität handelt.

Externe Verlinkungen einer Domain aus Social-Media-Profilen und relevanten Branchenverzeichnissen können Google helfen die Verknüpfung zwischen Domain und Entität zu verifizieren.

Linkaufbau_Entitäten-Bildung

 

Sobald Google sicher ist, dass eine bestimmte Domain das digitale Abbild einer Entität ist wird dieser Domain bei entsprechenden Entitäten-Anfragen bzw. Brand-Keywords mehr Platz in Form der Sitelinks und Entitäten-Box in den SERPs einräumen.

entitaet_erkannt

 

Einordnung von Entitäten in Ontologien

Die thematische Einordnung einer Entität in eine oder mehrere Ontologien ist nach der Identifikation keine große Sache mehr.

Die Informationen zu den Entitäten erhält Google u.a. über Google My Business,  Inhalte und (aktuell noch)strukturierte Daten auf der Website selbst.

Zusammenfassung für die Suchmaschinenoptimierung

Was bedeutet das Ganze nun für SEO? Dazu habe ich als Zusammenfassung nachfolgend eine kurze Checklist erstellt:

  • Anlegen eines MyBusiness-Profils inkl. aller relevanten Informationen insbesondere Markennamen im Titel und Verlinkung zur Domain
  • Anlegen von Social-Media-Profilen  inkl. aller relevanten Informationen insbesondere Markennamen im Titel und Verlinkung zur Domain
  • Anlegen von Einträgen in den wichtigsten Branchenverzeichnissen bzw. Bewertungsportalen  inkl. aller relevanten Informationen insbesondere Markennamen im Titel und Verlinkung zur Domain (WICHTIG: Firmenname, Adresse und Kontaktdaten müssen identisch zu Angaben auf der Website sein) Am Ende des Beitrags gibt es eine Liste mit den wichtigsten Branchenverzeichnissen zum Download
  • Wenn möglich! Anlage eines Unternehmens-Wikipedia-Profils . Einen Leitfaden dazu gibt es HIER zum Download!
  • Aktuell noch Nutzung strukturierter Daten. Insbesondere folgende:

Um Missverständnissen vorzubeugen. Diese Maßnahmen sollen in erster Linie Google dabei helfen schneller und besser eine Entität hinter einem Begriff zu erkennen und diese in einen thematischen Kontext einzuordnen. Sie dienen nur bedingt bzw. gar nicht zur Verbesserung des Scorings einer Website oder eines Dokuments. Einträge in relevante Branchenverzeichnisse können bedingt Einfluss auf lokale Rankings haben. Mehr nicht!

 

Liste wichtiger Branchenverzeichnisse zum Download

Zum Abschluss gibt es eine Liste der wichtigsten allgemeinen Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale zum Download. Dazu einfach auf HIER klicken und die Liste gegen teilen dieses Beitrags auf Facebook, XING, Google+ oder LinkedIn downloaden.

 

Weitere Quellen zum Thema

Search Engine Land: How RankBrain Changes Entity Search

Search Engine Land: Newly-granted Google patent sheds light on how the search engine sees entities

Seosandwich: Types of Graphs That Google Uses to Rank Webpages

Marketing Land: Finally! Brands Can Edit Their Knowledge Graph Cards In Google

Wie erkennt Google Entitäten und wie nutzt man das für SEO?
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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang Inbound Marketing GmbH . Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück. Als begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, Website Boosting, suchradar, Hubspot ... und war als Gastautor in diverse Buch-Veröffentlichungen involviert. Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen sowie Konferenzen wie z.B. der Hochschule Hannover, Ostfalia Hochschule, Norddeutschen Akademie, CMCx, SEOCampixx … Er ist Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content-Marketing und semantische SEO im Fokus seines Interesses.
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7 Antworten zu “Wie erkennt Google Entitäten und wie nutzt man das für SEO?”

  1. Guten Tag,
    ein sehr schöner Blog mit unheimlich vielen und nützlichen Beiträgen rund um´s Thema SEO und Onlinemarketing. Ich hätte mir zu meiner Anfangszeit auch so einen informativen Blog gewünscht. Damit wären mir sicher viele Fehler ersparrt geblieben. Leider gab es soetwas damals noch nicht. Auch nach etlichen Jahren im SEO- Geschäft lese ich immer noch sehr gerne und interessiert hier mit und bin immer wieder auf´s neue über die Vielseitigkeit erstaunt, mit der man seine Webpräsenz positiv, wie auch negativ beeinflussen kann.

    • Olaf Kopp sagt:

      Danke für das Lob. Ich hätte mich noch ein bisschen mehr gefreut, wenn Du nicht versucht hättest über deinen Namen einen Ankertext unterzubekommen.

  2. […] einordnet und identifiziert und wann Entitäten Boxen ausgespielt werden, wird in einem umfangreichen Blogbeitrag […]

  3. Doch, habt Ihr! 🙂 Wenn man den Artikel teilt, kommt ein „danke-PopUp“, auf dem steht dann auch „Folge uns auf…“ und einige Icons. Klickt man dort auf das Twitter-Icon, landet man auf dieser Seite, die „nicht existiert“:

    https://twitter.com/enter-your-username

    Vermutlich wurde da beim Plugin-Installieren der entsprechende Eintrag vergessen!

  4. Das Folge-Uns-Pop-Up funktioniert nicht, Wollte auf Twitter folgen, aber es transportiert den Usernamen nicht.

    • Olaf Kopp sagt:

      Hallo Claudia, danke für den Hinweis. Wir haben gar kein Folge-Uns-Pop-Up. Meinst Du eventuell die Pay-with-a-Tweet Funktion?

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