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Die Google Quality Rater Guidelines & Was SEOs daraus lernen können

15.Juli 2014 - SEO (Suchmaschinenoptimierung) - Olaf Kopp

Die Google Quality Rater Guidelines oder General Guidelines sind ein Dokument, das als Leitfaden für die Personen gedacht ist, die die Qualität der Suchergebnisse manuell bewerten sollen. Aus ihnen lassen sich interessante Informationen ziehen, wie Google im Idealfall Suchergebnisse bewerten möchte.  Im habe den aktuellen ca. 160-Seiten umfassenden Leitfaden für Quality Rater einmal für Euch durchgearbeitet und versucht einen ausführlichen Überblick über das Dokument zu geben und Erkenntnisse für die Suchmaschinenoptimierung abzuleiten.

Google-Quality-Rater-Guidel

Was sind die Google Quality Rater Guidelines? Definition & Inhalt

Die Quality Rater Guidelines oder auch General Guidelines wurden bisher bis auf einmal im Frühjahr 2013 nur an die Quality Rater ausgegeben und nicht offiziell herausgegeben. Im Februar/März 2013 gab es zum ersten und letzten Mal eine offizielle aber verkürzte Version der Guidelines (Hier zum offiziellen PDF-Download). Es war die Version 1.0 mit dem Erstellungsdatum 02.November 2012. Alle weiteren Versionen bis zur heutigen Version 5.0 wurden nur  geleakt. Ob diese Leaks aus PR-Gründen insgeheim von Google gewollt waren, darüber kann man auch nur spekulieren. Websites, die Versionen zum Download angeboten haben wurden in der Vergangenheit von Google aufgefordert diese zu entfernen.

Diese eine Ausnahme im März 2013 war denke ich Teil einer breit angelegten PR-Kampagne. Zudem wollte Google vorbeugen, das weiterhing geleakte Versionen der Quality-Rater-Guidelines unkontrolliert im Netz veröffentlicht werden.

Wer jetzt erwartet, dass hier irgendwelche Geheimnisse verraten werden um den Ranking-Algorithmus zu entschlüsseln, der wird enttäuscht sein. Die Quality Rater Guidelines sind wie der Name schon sagt ein Leitfaden für Quality Rater, die Google beschäftigt, um die Suchergebnisse zu verbessern. Sie prüfen manuell und stichprobenartig die SERPs bei bestimmten Suchanfragen und sollen beurteilen, ob die Ergebnisse einen wirklichen Nutzen bieten.

Inhalt des Leitfadens

Zum Beginn der General Guidelines weist Google daraufhin, dass sich die Quality Rater unbedingt mit dem  Zweck von Websites auseinandersetzen sollen. Es werden einige genannt:

  • das Teilen von Informationen zu einem Thema
  • das Teilen von persönlichen Meinungen
  • das Teilen von Videos, Bildern etc. zu einem Thema
  • Unterhaltung
  • das Verkaufen von Produkten oder Dienstleistungen
  • das Stellen von Fragen und das Beantworten der Fragen
  • das Teilen von Dateien und Downloaden von Software

Eine wichtige Kategorie für Google sind Websites, die mit den Informationen und Angeboten das Gemüt, Gesundheit und Vermögen der Nutzer beeinflussen können. Google nennt diese Seiten „Your Money or Your Life“-Seiten kurz YMYL-Seiten.

Inhalte auf Landingpages klassifiziert Google nach

  • Main Content (MC)
  • Supplementary Content (SC)
  • Advertisements (Ads).

In allen Versionen wimmelt es im Leitfaden nur so von Beispielen, wie z.B. das folgende aus den offiziellen Guidelines:

Beispiele in offizielle Quality Rater Guidelines

Beispiele für in den offiziellen Quality Rater Guidelines zu Suchanfragen mit mehrdeutigen Absichten

SearchQualityRatingGuidelines - searchqualityevaluatorguidelines Beispiele

Beispiele für Suchanfragen mit Aktionsorientierter Absicht in den offiziellen General Guidelines

 

Seit der Version 5.0 der Quality-Rater-Guidelines hat Google ein Bewertungsverfahren eingeführt, das sich auf zwei wesentliche Bereiche konzentriert:

  1. Website / Domain im Allgemeinen (PQ-Rating)
  2. Landingpage in Bezug auf die Suchanfrage im Speziellen (Utility-Rating)

 

Das PQ-Rating in den General Guidelines

Für das PQ-Rating empfiehlt Google den Quality-Ratern sich auf der gesamten Website umzusehen. Dazu soll auch der Betreiber der Website und Autoren identifiziert werden. Zudem soll der Zustand der Website ermittelt werden. Z.B. ob Verlinkungen funktionieren, ob Bilder geladen werden oder ob die Inhalte aktualisiert werden.

Zudem soll sich ein Bild über die Reputation der Website gemacht werden. Dazu sollen sich die Quality Rater auf unabhängige Informationen verlassen und nach Informationen aus objektiven Quellen umsehen. Für die Recherche gibt Google Tipps z.B. mit Suchoperatoren zu arbeiten. Interessant ist der Hinweis bezüglich kleinerer Organisationen:

Frequently, you will find little or no information about the reputation of a website for a small organization. This is not indicative of positive or negative reputation. Many small, local businesses or community organizations have a small “web presence” and rely on word of mouth, not online reviews. For these smaller businesses and organizations, lack of reputation should not be considered an indication of low page quality.

Im PQ-Rating kann in 9 Stufen von Lowest über Medium bis Highest bewertet werden. Folgende Bewertungskriterien für High Quality Pages sollen herangezogen werden:

  1. Menge an qualitativ hochwertigen Inhalten (MC) (was befriedigend in diesem Zusammenhang auch immer heißen mag)
  2. Grad an Expertise, Authorität und Vertrauenswürdigkeit
  3. Grad der Reputation
  4. Qualität des zusätzlichen Inhalts (SC)
  5. Funktionales Webdesign
  6. Informationen über den Betreiber
  7. Zustand der Website

Den Zusammenhang zwischen Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit beschreibt Google mit der Abkürzung E-A-T  (Expertise-Authoritative-Trustworthy). Für die PQ-Bewertung fasst Google folgendes zusammen:

  • Quality and quantity of Main Content. Examine the MC carefully. Given the purpose of the page, evaluate the quality and quantity of MC.
  • Level of expertise, authoritativeness, and trustworthiness (E-A-T) of the page and the website. The level of E-A-T is extremely important for YMYL pages.
  • Reputation of the website. The reputation of a website is very important when the website demands a high level of trust.

PQ-Bewertungen sollen dabei sowohl unter Berücksichtigung der jeweiligen Landingpage als auch die komplette Website durchgeführt werden. Für Foren und Frage-Antwort-Portale, Enzyklopädien gelten dabei unterschiedliche Bewertungskriterien.

Das PQ-Rating ist unabhängig von der Suchanfrage, sondern bewertet sowohl die Landingpage als auch die gesamte Domain unabhängig von der jeweiligen Suchanfrage:

The PQ rating slider is labeled “query-independent,” meaning that it does not depend on the query. Do not think about the query when assigning a PQ rating to the LP.

 

Das Utility-Rating für Landingpages und Ergebnis-Blöcke (bei NTRB)

Die Quality Rater sind angehalten die rankenden Seiten nach deren „Utility“ also Brauchbarkeit zu prüfen. Hier haben sie die Möglichkeit basierend auf der Suchanfrage die Landingpage und den jeweiligen Ergebnis-Block über einen Schieberegler zwischen 5 Bewertungen zu wählen. Zwischenschritte sind auch auswählbar.  Dabei unterscheidet Google bei den Suchergebnissen bzw. Ergebnis-Blöcken zwischen Blöcken mit Titel (TLRB), und ohne Titel (NTRB). NTRBs sind in erster Linie die Ergebnisse aus dem Knowledge Graph welche i.d.R. in einer eigenen Box ausgeliefert werden oder Ergebnisse aus Google Places.

Sometimes it is really hard to tell whether a block is a TLRB or whether it is a NTRB. Remember, you can fall back on this rule: a TLRB must have a title link at the top of the block.

TLRBs sollen dabei immer mit Blick auf den Inhalt der Landingpage bewertet werden während NTRBs mit Blick auf den in den SERPs eingeblendeten Inhalt bewertet werden sollen.

Das Utlity-Rating bezieht sich sowohl auf die Suchanfrage und das Ergebnis:

The utility rating is based on both the query and the result. For this reason, the utility rating slider is labeled “query-dependent.” You must carefully think about the query and user intent when assigning a utility rating.

Vital (nur einmal pro Suchbegriff möglich)

Damit eine URL als Vital eingestuft werden kann muss sie eine Navigationsabsicht befriedigt sein und/oder zum Suchbegriff passenden offiziellen Website einer Entität z.B. einer Person, Unternehmung, Ort oder Organisation führen. Das unterstreicht auch Googles Bemühungen Brand eigene Seiten zu fördern. Anders gesagt muss bei der Suchanfrage eindeutig sein, dass er genau diese Seite sucht. Dabei dürfen nur TLRBs mit der Bewertung Vital versehen werden. Zu bestimmten allgemeingültigen Begriffen, die keine Entität sein können wie z.B. Diabetes, Möbel, Autos… darf kein Suchergebnis als Vital bewertet werden.

Zum Vital-Rating bei Namen finde ich folgende Information noch interessant:

Important: Websites that are under construction or obviously unmaintained should not be rated V, even if they were at one point created by or authorized by the person in the query. Please consider a personal website to be unmaintained if there is old or stale information displayed prominently. For personal websites which are generally very frequently updated, please look for updates within the last four months. If the personal website feels unmaintained, do not use the V rating.

Hier einige Beispiele aus der offiziellen Version 1.0:

Vital-Pages Quality Rater Guidelines

Useful (mehrfach möglich)

Useful ist eine Seite, die gut zu einer Suchanfragen passt und nützlich für den Nutzer ist. Dabei sollte die Landingpage folgende Eigenschaften haben:

  • Sehr befriedigend (highly satisfying)
  • Verlässlich (authoritative)
  • Unterhaltend (entertaining)
  • und/oder  Neu/aktuell (and/or recent (such as breaking news on a topic))

Relevant (mehrfach möglich)

Relevante Seiten sind Landingpages, die immer noch der Suchintention des Nutzers entsprechen, aber müssen nicht so inhaltsreich, aktuell oder verlässlich wie als Useful eingestufte Seiten sein. Die Qualität muss dennoch überdurchschnittlich sein.

Slightly Relevant (mehrfach möglich)

Slighty Relevant trifft auf Seiten zu, die schon irgendwie mit dem Thema der Suchanfrage zu tun haben, aber nicht besonders hilfreich z.B. aufgrund schlechter Qualität sind. Als Beispiel werden auch Landingpages für mobile Endgeräte genannt, die für Suchanfragen für Nutzer die Desktop oder Laptop-Rechner nutzen nicht hilfreich sind.

Offtopic or Useless (mehrfach möglich)

Seiten, die nur sehr wenigen oder gar keinen Nutzern einen Mehrwert bieten, sollen als Offtopic oder Useless gekennzeichnet werden. Seiten, die ausschließlich Werbung und ausgehende Links enthalten gehören zu dieser Kategorie und sollten zusätzlich als Spam markiert werden.
Nutzlose Seiten sollen generell, auch wenn sie im PQ-Rating gut abgeschnitten haben mit der schlechten Utility Rating Bewertung versehen werden. Die Auszeichnung mit dem Prädikat Vital ist unabhängig von der PQ-Bewertung also von der Qualität der Seite im Allgemeinen.

Flag-Arten in den Quality Rater Guidelines

Interessant ist auch der Abschnitt, der beschreibt welche Auswahl an Flags Quality-Rater nutzen können. Suchergebnisse mit unterschiedlichen Flags sollen auch anders unterschiedlich bewertet werden.

  • Porn (P)
  • Foreign Language (F)
  • Didn’t load (D)

Interessant ist, dass für nicht englischsprachige Suchergebnisse bzw. Suchanfragen aus Ländern mit nichtenglischer Sprache englischsprachige Suchergebnisse nicht generell ausgeschlossen werden sollen. Hier soll genau darauf geachtet werden nur im Ausnahmefällen, nämlich wenn der Suchende mit englischsprachigen Ergebnissen rechnet, diese auszuliefern.

 

Die Rolle der Suchintention

Das Verstehen der Suchintention des jeweiligen Begriffs ist die Voraussetzung dafür, dass Quality Rater mit der Bewertung der Suchergebnisse für eine Suchanfrage beginnen können.

Remember: If you can’t understand the query and user intent, please release the task. For this reason, understanding the query is a good first step.

You must understand user intent to evaluate the landing page.

Dabei unterscheidet Google in eine dominante Interpretation, gewöhnliche Interpretation und weniger verbreitet Interpretation. Neben den alt gedienten klassischen Suchintentionen Action-Intent, Information-Intent und Navigation-Intent unterscheidet Google noch in einige Sonderformen:

  • Nearby
  • Local

Aktions- oder Transaktionsorientierte Absicht hat den Zweck ein Ziel abzuschließen oder mit einer Anwendung zu interagieren. Informationsorientierte Absicht über etwas Informationen zu bekommen. Das Ziel ist die Informationsbeschaffung. Navigationsorintierte Absicht bedeutet der Nutzer hat bereits eine bestimmte Website im Auge und möchte dorthin navigieren.

 

Vorgaben an die Quality Rater

Die Quality-Rater bekommen folgende Verhaltensweisen in den Richtlinien mitgegeben:

  • Sie sollen den Nutzer in der jeweiligen Sprache und Standort repräsentieren.
  • Sie sollen weitestgehen auf Browser-Add Ons und Ad-Blocking-Extensions verzichten.
  • Sie sollen darauf achten keine auffälligen Dateien auf den Rechner runterzuladen und Anti-Viren Software zu nutzen.

Die Vorgaben klingen ein bisschen so, als ob die Quality-Rater eigene Computer benutzen bzw. sogar von zu Hause arbeiten.

 

Der Einfluss der Quality Rater auf die Suchergebnisse

Um alle Suchanfragen und deren Ergebnisse von Quality Ratern manuell bewerten zu können, würde es bei der Menge an neuen Suchanfragen und neu indexierten Seiten Millionen an Personen und Jahrzehnte benötigen, um auch nur annähernd über diesen Weg die SERPs zu ordnen. Die Einteilung nahezu aller Rankings wird immer der Google Algorithmus übernehmen. Dennoch ist es höchstwahrscheinlich, dass die Informationen der Quality Rater dazu genutzt werden den Algorithmus zu optimieren. Die Frage welche Suchanfragen von den Quality Ratern geprüft werden kann man nur spekulativ beantworten. Höchstwahrscheinlich werden es Begriffe sein, die zum einen über ein hohes Suchvolumen verfügen und zum Teil auch mit Branchen zu tun haben, in denen viel Geld zu verdienen ist, da diese Branchen i.d.R. auch den meisten Spam vorweisen.

Um Landingpages bzw. Suchergebnisse zu bewerten arbeiten die Quality Rater in einer Evaluation Platform, über die sie die Suchanfragen ausführen und Suchergebnisse zwecks zwei Schiebereglern oberhalb der Suchergebnisse  bewerten.

Einen direkten Einfluss auf das Ranking sollen die Quality Rater allerdings nicht haben.

Matt Cutts hat sich in den folgenden zwei Videos zur Arbeit der Quality Rater geäußert.

Die neu geleakte Version 5.0 der General Guidelines im Vergleich zur Version 4.1

Die gerade viel diskutierte Version 5.0 der Google Quality Rater Guidelines wurde auf den ersten Blick komplett überarbeitet. Im Vergleich zur Version 4.1 aus März 2013 gibt es folgende Änderungen:

Beim Inhaltsverzeichnis fallen schon einmal leicht geänderte Hauptüberschriften auf. So heißt Kapitel 1 jetzt: Page Quality Rating Guidelines (vorher „Utility Rating Guidelines“). Allgemein macht es bei einem Blick auf das neue Inhaltsverzeichnis den Eindruck, dass bei der Benennung der Kapitel und Unterkapitel der Fokus auf die Begrifflichkeit „Seite“ gelegt wurde. Bei genauerem Hinsehen scheint das aber nur aus Gründen der Verständlichkeit gemacht worden zu sein. Die Version 5.0 ist mit 160 Seiten noch einmal um 26 Seiten länger als die Version 4.1.

Zudem scheint das zweistufige Bewertungsverfahren über das PQ-Rating und Utility-Rating  neu zu sein, sowie die die Nutzung der Schieberegler innerhalb der Evaluation Platform.

Ein weiterer Unterschied ist die Hervorhebung der E-A-T Bewertungskriterien. In den vorherigen Guidelines waren Vertrauen, Autorität und Expertise nicht so detailliert beschrieben worden.

© kikkerdirk - Fotolia.com

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Die wichtigsten Infos aus den Quality Rater Guidelines und Erkenntnisse für SEO

Basierend auf der Version 5.0 möchte ich nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse aus den General Guidelines für die SEO-Arbeit zusammenfassen.

Title und Description werden auch qualitativ bewertet

Da die Quality Rater angehalten werden neben der Landingpage an sich, auch die Suchergebnisse Blöcke inkl. Überschrift und Beschreibung zu bewerten, wird klar, dass hier neben der reinen quantitativen Betrachtung der Klickrate (ein schöner Test dazu hier).

Content Freshness nur für bestimmte Suchanfragen, Events und Branchen wichtig

Wie bereits in meinem Beitrag Gedanken zur Content-Freshness als Ranking-Faktor angemerkt, sehe ich die Content-Freshness nicht als generell wichtiges Ranking-Kriterium. Deswegen vertrete ich nicht die pauschale Aussage, dass man oft und regelmäßig aus SEO-Sicht für neuen Content sorgen sollte. Und Google scheint das ähnlich zu sehen:

Some queries demand very recent or “fresh” information. Users may be looking for “breaking news,” such as an important event or natural disaster happening right now. Imagine a user in Kansas typing the query [tornado], English (US) because a big storm is coming. Information about last year’s tornado season is not helpful. Users need information about tornadoes headed their way right now!

Google nennt in den Guidelines neben einigen Suchanfragen konkrete Branchen bzw. Ereignisse für die die Aktualität wichtig ist:

  • Events
  • Wahlen
  • TV-Shows
  • Konferenzen

Auch Suchanfragen nach technischen Produkten, die eine Evolution durchlaufen, wie z.B. das I-Phone bedürfen aktueller Informationen. Herauszuheben ist folgende Aussage:

Remember that we care about the content, and not the date the page was created.

Google sagt aber auch, dass bestimmte Suchanfragen keine Aktualität benötigen.

Sometimes, queries don’t demand the most recent information. For example, some queries, such as [birthdate of ronald reagan] and [atomic weight of gold] request basic facts that are well understood, established, and unlikely to change.

 

Suchintention und Zweck der Landingpage berücksichtigen

Als ich 2012 das erste Mal die Quality Rater Guidelines zu Gesicht bekam, war es wie eine Offenbarung was das Thema Suchintention anging. Das immer wieder daraufhinweisen in den Richtlinien, dass der Quality-Rater die Suchintention verstanden haben muss, unterstreicht die Wichtigkeit. Denn nur wenn Google weiß was sich für eine Suchabsicht hinter einer Suchanfrage verbürgt kann die Suchmaschine auch für den Nutzer passende Inhalte ausliefern. Und was für SEOs viel wichtiger ist: Erst dann weiß man welche Inhalte besser Chancen im Ranking haben.

Die Wichtigkeit der Suchintention habe ich diverse Male schon als SEO-Tipp kommuniziert (z.B. hier bei der Internet World Business ), doch wenn man sich Keyword Recherchen von Kollegen ansieht findet man oft nichts dazu. Für uns ist die Suchintention seitdem zentrales Thema in der Keyword-Analyse.

 

Trust erhöhen durch Transparenz

Gerade für Websites im YMYL-Umfeld ist Transparenz über die betreibende Person bzw. Organisation und ausführliche Informationen über das Geschäft entscheidend für das Vertrauen. Auf folgende Merkmale für nicht vertrauenswürdige Seiten soll man achten:

  • Pages or websites which you strongly suspect are scams.
  • Pages which request personal information without a legitimate reason (for example, pages which request name, birthdate, address, bank account, government ID number, etc.).
  • Websites which “phish” for passwords to Facebook, Gmail, or other popular online services. See here for information about “phishing” fraud.
  • Pages with suspicious download links, which may be malware.

Desweiteren sollten gehackte Seiten und Seiten mit vielen offensichtlichen Spam-Kommentaren schlecht bewertet werden.

 

Nicht zu viel Werbung

Die Aufteilung in Main Content, Ergänzender Content und Werbung zeigt, dass Google Werbung gesondert betrachten möchte. Zudem hatte das Page-Layout-Algorithm-Update ja bereits gezeigt was Google von zu viel Werbung. Sobald eine Seite den Anschein macht als Hauptzweck Werbung auszuliefern wird diese schlecht bewertet. Deswegen sollte man bei der Platzierung von Werbeflächen darauf achten, dass der eigentliche Zweck der Seite für den Nutzer immer noch die Information bzw. Transaktion ist.

 

Das kontextuelle Umfeld optimieren

Der sogenannte Supplementary Content zu deutsch ergänzende bzw. zusätzliche Inhalt scheint auch ein wichtiger Grund dafür zu sein Seiten mit einer überdurchschnittlichen Bewertung zu versehen. Deswegen mach es Sinn weiterführend Informationen zu einem Thema anzubieten. Ob man diese auf einem einzigen Onepager zusammenführt oder als „Satelliten-Seiten“ rund, um eine Landingpage verteilt halte ich nicht für so entscheidend. Entscheidend ist einfach nur, dass man ein Thema ganzheitlich mit ergänzenden Informationen zu Nachbarschafts – bzw. Randthemen versieht. Zu diesem Thema in Bezug auf die Guidelines gibt es hier einen schönen Beitrag.

 

Die Website und Inhalte in einem guten Zustand halten

Der Zustand einer Website wird zum einen über die optimale Funktionstauglichkeit als auch Content-Pflege bemessen. Dazu gehört alles das was wir auch als „Website-Hygiene“ bezeichnen wie z.B. regelmäßiges Monitoring und Beseitigen von 404-Fehlern. In manchen Bereichen spielt auch die regelmäßige Aktualisierung von Inhalten eine Rolle. Damit meine ich nicht zwangsläufig die Content-Freshness in Form von neuen URLs, sondern auch die Aktualisierung bestehender Inhalte. Google beschreibt in den Richtlinien, dass das insbesondere für bestimmte Themen wichtig ist. Auch Kommentar-Spam sollte regelmäßig beseitigt werden.

 

Reputation und Branding durch gute Arbeit,  Bewertungen und Beiträge verbessern

Wie in meinem Beitrag Branding und das neue Google Ranking: Warum SEO nicht mehr reicht bereits erwähnt wird es für das Ranking immer wichtiger eine Marke bzw. Autorität zu werden. Das versucht Google auch über die Richtlinien für Quality Rater abzubilden. Die Überprüfung von Stimmen in Foren, Bewertungsportalen, Beiträgen in Fachportalen etc.  geht in die Richtung. Deswegen könnte man den Quality Ratern auch die Recherche einfacher machen und auf der eigenen Website auf diese Referenzen zu verweisen, bevor sie umständlich mit Suchoperatoren danach suchen müssen. 🙂

 

Wikipedia nutzen

Google weist in den Richtlinien explizit daraufhin Wikipedia zu nutzen, um die Reputation einer Website für das PQ-Rating zu nutzen. Nicht jeder ist als Marke schon so etabliert einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu besitzen. Aber man sollte schon probieren Wikipedia als Reputations-Instrument einzusetzen. Dafür kann unser Leitfaden zur PR mt Wikipedia vielleicht helfen.

 

Content, Content, Content

Der Main-Content (MC) spielt in vielen Punkten der Richtlininen eine wichtige Rolle. So erwähnt Google folgende Merkmale für schlechte Inhalte:

  • Keinen Main Content
  • Main Content mit offensichtlichen Keyword-Stuffing
  • Unsinniger bzw. Inhalt ohne Aussage
  • Automatisch generierte Inhalte
  • Kopierte Inhalte

Dazu sollen sich die Quality-Rater folgende Fragen stellen:

If all or most of the MC on the page is copied, think about the purpose of the page. Why does the page exist? What value does the page have for users? Why should users look at the page with copied content instead of the original source?

Generell sollte man bei der Erstellung von Inhalten immer den Anspruch haben das beste Dokument im Netz zu dem jeweiligen Thema zu veröffentlichen. Der Aufwand, der dahinter steckt hängt entscheidend vom Wettbewerb ab. Deswegen sollte man sich genau mit den auf der ersten Suchergebnisseite rankenden Content auseinandersetzen und sich folgende Fragen stellen:

  • Wie umfangreich ist der bestehende Inhalt auf den anderen Seiten?
  • Was kann ich besser machen?
  • Welchen Aufwand muss ich aufwenden um bessere Inhalte zu erzeugen?
  • Steht dieser Aufwand im Verhältnis zum Nutzen?

Zum Experten werden

Ein Experte in einem bestimmten Gebiet zu sein, bedeutet eine Autorität in einem Bereich zu sein. Das bedeutet, dass Nischenseiten durchaus eine Chance gegen große Brands haben können. Z.B. Amazon oder Ebay, aber auch ander große Komplettsortiment-Shops werden sich schwerer tun in einer Nische auf Top-Positionen zu ranken, als spezialisierte Nischen-Shops, wenn diese es richtig angehen und sich als Experte darstellen. Dazu noch ein Auszug aus den Richtlinien:

Think about the topic of the page. What kind of expertise is required for the page to achieve its purpose well? The standard for expertise depends on the topic of the page.

 

Der Google Leitfaden für Quality Rater:  Nicht viel Neues, aber  Bestätigung für viele Vermutungen

Die neueste Version des Leitfadens von Google für seine Quality Rater offenbart interessante Einblicke in die Arbeitsweise bei der Bewertung von Websites. Viele Dinge, die in SEO-Kreisen kursieren, werden durch die Erkenntnisse aus den Guidelines unterstützt. Google will den Nutzer befriedigen durch die SERPs und die Websites, die dort zu finden sind. Damit stellen sie Nutzer zufrieden, die bei positiver Erfahrung mit dem Suchmaschinen-Monopolisten wieder kommen werden. Der Nutzer soll bei den Quality Ratern im Mittelpunkt stehen und Webmaster tun gut daran dieses Mantra auch für ihre Website zu befolgen, wenn sie bei Google gefunden werden wollen.

Jeder der sich ernsthaft mit Suchmaschinen beschäftigt sollte sich die Guidelines ansehen, um besser zu verstehen was Google möchte. Dabei liegt die Betonung auf  „möchte“.

Die Frage bleibt dennoch inwiefern und in welcher Geschwindigkeit das Feedback von den Quality Ratern in die Algorithmus-Weiterentwicklung einfließt.

Wer die Gelegenheit hat sich die General Guidelines irgendwie zu beschaffen sollte einen Blick darauf werfen.  Sonst einfach diesen Beitrag bookmarken, ausdrucken etc. Ich werde auf jeden Fall versuchen diesen Beitrag bei neuen Versionen zu aktualisieren. In diesem Sinne, viel Spass beim Optimieren!

Weitere Beiträge zu den General Guidelines

Nachfolgend einige weitere lesenswerte Beiträge zu den Google Quality Rater Guidelines:

Dejanseo hat einige der in den Guidelines aufgeführten Beispiele extrahiert und veröffentlicht.

Google Rewrites Quality Rating Guide – What SEOs Need to Know

The Role of Reputation in the Google Quality Rating Guidelines

Google verfasst seinen Quality Rating Guide neu

Exklusiv: Einblicke in die neuen Google Quality Rater Guidelines 2014

New Google Quality Rating Guide Discussed by @Jenstar, @jimboykin, @thomcraver and @seosmarty

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Zu Olaf Kopp

Olaf Kopp ist Co-Founder, Gesellschafter und Head of SEO & PPC der Aufgesang Inbound Marketing GmbH. Er blickt auf drei Jahre Erfahrung als Geschäftsführer der Online-Marketing-Unit der Aufgesang Agenturgruppe zurück.Er ist begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer. Als Blogger schreibt er für diverse Fachmagazine, u.a. t3n, WebsiteBoosting, suchradar, Hubspot … Zudem engagiert sich Olaf Kopp als Dozent und Speaker für SEO, Google-Analytics und Content Marketing in Bildungseinrichtungen wie z.B. der Hochschule Hannover, Norddeutschen Akademie und IHK Hannover. Er ist Autor des E-Books “AdWords- Optimierung” und Mitveranstalter des SEAcamps in Jena. Olaf schloss 2006 sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business als Diplom Kaufmann (FH) ab und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, Google AdWords sowie SEO. Seit 2012 stehen digitales Branding, Content- und Inbound-Marketing im Fokus seines Interesses.
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5 Antworten zu “Die Google Quality Rater Guidelines & Was SEOs daraus lernen können”

  1. […] und den Schlussfolgerungen, die man aus ihnen ziehen kann, könnt ihr in meinem Beitrag Die Google Quality Rater Guidelines & Was SEOs daraus lernen können […]

  2. Eine Zusammenfassung, Analyse und Einschätzung wäre hier sinnvoll.

  3. […] “Leaks” im Bezug auf die Panda-Kriterien. Außerdem liefern die Bewertungs-Anweisungen in den “geleakten” Guidelines für Googles Quality-Rater auch einen guten Eindruck wie Google Qualität tatsächlich […]

  4. […] of Expertise / Authoritativeness / Trustworthiness”. Detaillierte Zusammenfassungen gibt es von Olaf Koop und Jennifer […]

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